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Schweinehalter erleben Krisenjahr

Die Corona-Pandemie hatte massive Auswirkungen auf die Branche. Hinzu kam ein Exportverbot in Länder außerhalb der EU.

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Es wird eng: Schweinestau im Stall. Foto: dpa / Schuldt

Es wird eng: Schweinestau im Stall. Foto: dpa / Schuldt

Für Schweinehalter und Ferkelerzeuger vor Ort war 2020 ein Krisen-Jahr. Doch: Neue Proteste der Bauern, an denen sich viele aus der Region beteiligten, führten zu einem ersten Erfolg im Ringen um gerechtere Preise.

Der Reihe nach: Nach dem ersten Fund eines mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweins in Brandenburg wird im September ein Exportverbot für deutsches Schweinefleisch in Länder außerhalb der EU verhängt. Außerdem: Der Absatz geht auch in Deutschland zurück – wegen der Restaurantschließungen in der Corona-Zeit. Die Folge: Die Preise rutschten immer tiefer in den Keller, lagen bei ruinösen 1,19 Euro pro Kilo Schlachtgewicht. Ein rentables Wirtschaften ist ab mindestens 1,75 Euro möglich.

Schweinestau und Proteste

Die Lage verschärfte sich durch den Schweinestau in den Ställen, die Landwirte wurden ihre Tiere nicht mehr los. Denn Schlacht- und Zerlegebetriebe hatten ihre Produktion deutlich abgesenkt, aus Gründen des Infektions- und Arbeitsschutzes. Im Zuge der Corona-Pandemie waren Unternehmen der Branche immer wieder Hotspots mit massenhaften Erkrankungen der Arbeiter. Für die Landwirte im Kreis Vechta, wo etwa eine Million Schweine gehalten werden, bedeutete das wiederum: Sie liefen Gefahr, gegen den Tierschutz zu verstoßen. Die Tiere, die nicht zum Schlachthof gebracht werden konnten, wurden immer dicker, im Stall herrschte Platzmangel. Vor wenigen Tagen waren bundesweit noch immer etwa 750.000 Schweine in der Warteschleife.

Im Dezember richtet sich der Unmut der Landwirte gegen die Preispolitik der vier großen Ketten im Lebensmitteleinzelhandel. Bauern forderten faire Preise für sich, blockierten Zentrallager. Im Fokus war die Protestaktion in Cloppenburg. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) schaltete sich daraufhin ein. Die vier Einzelhandelsriesen machten erste Zugeständnisse. Im Januar sollen sie Vorschläge für einen Verhaltenskodex vorlegen.

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