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Schlachthöfe: Runder Tisch soll für Systemwechsel sorgen

Die Daten der Werkvertragsarbeiter sollen schnell besser dokumentiert werden. Außerdem bietet die Fleischwirtschaft offenbar einen neuen Tarifvertrag an.

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Frisch geschlachtete Schweine hängen in einem Kühlhaus des Fleischunternehmens Tönnies.  Foto: Bernd Thissen/dpa 

Frisch geschlachtete Schweine hängen in einem Kühlhaus des Fleischunternehmens Tönnies.  Foto: Bernd Thissen/dpa 

Die Beseitigung von Missständen in der Fleischindustrie will die Landesregierung in Hannover nicht allein dem Bund überlassen. Für einen Systemwechsel müsse Niedersachsen als Agrarland die gesamte Wertschöpfungskette Fleisch - von der Tierhaltung bis zur Fleischverarbeitung - in den Blick nehmen, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung mehrerer Ministerien. Zuvor hatte es am Donnerstag einen runden Tisch mit Vertretern von Kommunen, der Berufsgenossenschaft und der Schlachtindustrie - darunter die Unternehmen PHW («Wiesenhof») und Tönnies - gegeben.

Neben Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (beide CDU) nahmen auch Sozialministerin Carola Reimann und Umweltminister Olaf Lies (beide SPD) an der Runde teil. Der Vorstoß der Bundesregierung, das Schlachten und die Fleischverarbeitung ab 2021 grundsätzlich nur noch durch Beschäftigte des eigenen Betriebes zu erlauben, wurde dabei befürwortet.

Aktuelle Corona-Verordnung soll angepasst werden

Als eigener Schritt soll aber beispielsweise die aktuelle Fassung der Corona-Verordnung angepasst werden. Betriebe sollen verpflichtet sein, die Kontaktdaten ihrer Werkvertragsbeschäftigten zu dokumentieren, um im Falle eines Infektionsgeschehens eine mögliche Ausbreitungen effektiver eingrenzen zu können. In diesem Zusammenhang testete der Landkreis Vechta am Donnerstag Produktionsmitarbeiter eines Wiesenhof-Hähnchenschlachthofs in Lohne erneut auf eine Corona-Infektion.

Fleischwirtschaft bietet neuen Tarifvertrag an

Aus der Fleischwirtschaft habe es zudem das Angebot gegeben, neben einem Verzicht auf Werkverträge durch einen neuen Tarifvertrag zu einer weiteren Verbesserung beitragen zu wollen. Dafür müsse aber die Gewerkschaft an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Die Landtagsfraktion der Grünen mahnte eine zügige Umsetzung der Maßnahmen an. Angesichts der Corona-Krise müsse es schnell gehen mit der Abschaffung der Werkverträge. «Es macht keinen Sinn, die Entscheidung bis Anfang 2021 hinauszuzögern», sagte die agrarpolitische Sprecherin Miriam Staudte.

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