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Sawiko Neuenkirchen: Monatlich neue Umsatzrekorde

An der Ringstraße fertigen 70 Mitarbeiter Teile für Freizeitmobile und rüsten sie auch um. Die Firma ist Spezialist für Chassisverlängerungen und arbeitet für viele Hersteller.

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Spezialist aus Neuenkirchen-Vörden: Sawiko fertigt Teile für Freizeit- und Nutzfahrzeuge und verlängert Fahrzeugchassis.  Fotomontage: Sawiko

Spezialist aus Neuenkirchen-Vörden: Sawiko fertigt Teile für Freizeit- und Nutzfahrzeuge und verlängert Fahrzeugchassis.  Fotomontage: Sawiko

Umsatzeinbußen wegen der Corona-Pandemie? Die kennt Guido Kovermann, Chef von Sawiko in Neuenkirchen-Vörden und als Manager im Mutterkonzern "AL-KO" für die Bereiche After Sales und Kundencenter zuständig, nicht wirklich. Zwar habe auch Sawiko im April und Mai des vergangenen Jahres Umsatzverluste von rund 80 Prozent verzeichnet, sogar Kurzarbeit habe es in dieser Zeit gegeben, doch "ab Juni, als sich die Branche und vor allem die Kunden gesammelt hatten, folgten Monat für Monat Umsatzsteigerungen in Rekordhöhe".

Sawiko? Besitzern von Wohnmobilen und Campinganhängern oder auch Menschen, die an ihrem Fahrzeug Trägersysteme für Fahrräder oder Motorräder montiert haben, wird das Unternehmen mit seinen 70 Mitarbeitern durchaus ein Begriff sein. In der "stattlichen Hallenlandschaft" (Kovermann) an der Ringstraße 3 in Neuenkirchen werden mit einem hochmodernen Maschinenpark Teile für Freizeit- und Nutzfahrzeuge produziert. Mit nahezu allen großen Herstellern von Freizeitfahrzeugen – von Knaus bis Hymer – arbeitet Sawiko zusammen.

Vor allem, wenn es um Chassisverlängerungen geht, sind die Neuenkirchener gefragte Spezialisten. Das Trägerfahrzeug eines Wohnmobils ist bei den Herstellern immer dasselbe. Aber Wohnmobilfahrzeuge wie der Fiat Ducato können mit bis zu 10 unterschiedlichen Aufbauten bestellt werden. Mitunter fehlen dann 1,5 Meter am tragenden Chassis des Werksfahrzeuges. Vor der sogenannten "Heirat" von unterem und oberem Aufbau passen dann die Metallbauer bei Sawiko mit einer Verlängerung das Chassis an den Aufbau an.

Sawiko profitiert vom durch die Coronapandemie angestoßenen Boom bei den Freizeitmobilen, sagt Geschäftsführer Guido Kovermann. Foto: SawikoSawiko profitiert vom durch die Coronapandemie angestoßenen Boom bei den Freizeitmobilen, sagt Geschäftsführer Guido Kovermann. Foto: Sawiko

Private Wohnmobilbesitzer reisen für Umrüstung aus ganz Deutschland an

Auf dem großflächigen Hallengelände ist außerdem ein Werkstatt- und Umrüstservice für Freizeitfahrzeuge untergebracht, den etwa Wohnmobilisten nutzen, wenn sie zum Beispiel eine Anhängerkupplung nachrüsten wollen. Arbeitstäglich werden meist 10 Fahrzeuge umgebaut. Die (Privat-)Kunden reisen für die Umrüstungen aus ganz Deutschland an. In der Regel übernachten sie auf dem firmeneigenen Stellplatz. Wer möchte, kann sich während der eigentlichen Umrüstzeit in das von Sawiko zur Verfügung gestellte Auto schwingen und die Dammer Berge erkunden.

Kovermann bestätigt, dass Sawiko derzeit von der Coronapandemie und dem einhergehenden "Boom auf dem Markt der Freizeitmobile profitiert". Lieferzeiten haben sich von 4 auf 6 Wochen verlängert, sagt der Kaufmann. Derzeit leidet auch Sawiko unter dem Mangel an Stahl auf dem Markt, aber dennoch könnte man "bei der derzeitigen Auftragslage" in mehr als den aktuell 2 Schichten produzieren. Das verhindert aber auch der Personalmangel. Händeringend sucht Kovermann zurzeit 4 Mitarbeiter – Metallbauer "oder handwerklich geschickte Personen, die uns helfen können". Viel Hoffnung, die zu finden, hat er allerdings nicht.

Auch deshalb die Investition in die moderne Laserschneidanlage: Diese verkürzt die Schneidzeiten im Vergleich zu früher bis um die Hälfte und sorgt gleichzeitig für einen höheren und automatisierten Materialdurchsatz. Da die Anlage einen wesentlich geringeren Stromverbrauch hat, sinken auch die CO2-Emissionen massiv.

Rund "25.000 Wohnmobile jährlich" rüste man mit Teilen aus, erklärt Kovermann. Damit sei Neuenkirchen-Vörden einer der erfolgreichsten Standorte im Alko-Konzern, der inzwischen zum weltweiten Marktführer für Anhängerachsen und Chassiskomponenten, dem US-amerikanischen Unternehmen "dexKo" gehört. Mit Chassisverlängerungen, dem Einbau hydraulischer Stützsysteme, der Fertigung und Anbringung von Lastenträgersystemen oder der Montage von Anhängerkupplungen generiert Sawiko gemeinsam mit einem Partnerunternehmen bei Köln laut Kovermann rund 23 Millionen Euro Außenumsatz.

Blick auf das Firmengelände an der Ringstraße 3 in Neuenkirchen-Vörden. Foto: SawikoBlick auf das Firmengelände an der Ringstraße 3 in Neuenkirchen-Vörden. Foto: Sawiko

Für den jetzigen Geschäftsführer von Sawiko ist der Erfolg der Firma auch ein persönlicher. Kovermann ist einer von 3 Gründern des einst selbstständigen Betriebes. Die beiden Metallhandwerker und der seinerzeit 23 Jahre alte Kaufmann Kovermann kamen aus der Branche, lösten sich 1995 vom alten Arbeitgeber, erzählt der aus Ostercappeln stammende 50-Jährige. Ursprünglich in Hunteburg angesiedelt, folgte 1998 der Umzug an den heutigen Standort. "Hätte es damals nicht Unterstützung vom verstorbenen Bürgermeister Wieschmann und dem Kreis Vechta gegeben, wären wir heute nicht hier."

2011 kam dann ein Kaufangebot von Alko. Man habe lange überlegt, berichtet Kovermann, doch dann "haben wir 2012 das Unternehmen komplett verkauft, weil wir der Meinung waren, dass mit Alko zusammen die Zukunft leichter zu bewältigen sein würde." Während die beiden Mitgründer inzwischen "Privatiers" sind, kann Kovermann vom Betrieb (noch) nicht lassen: "Da steckt jede Menge Herzblut von mir im Unternehmen, deshalb habe ich als Geschäftsführer weitergemacht." Um augenzwinkernd hinzuzufügen: "Bis 55 mache ich das noch, dann werden wir weitersehen."

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