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Rolf Weiland schmeckt das Regionale

Der Kaufmann betreibt nun zwei Rewe-Märkte in Vechta. Das neue Standbein in Oythe hat er seit dem 1. Juni. Mehr Platz dort in Regalen wäre schön, sagt er.

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Frischer Wind nach der Geschäftsübernahme: Der neue Inhaber des Rewe-Marktes in Oythe, Rolf Weiland (links), und sein Marktleiter Kevin Kuper setzen bei Obst, Gemüse und weiteren Produkten auf Lieferanten aus der Region. Foto: Speckmann

Frischer Wind nach der Geschäftsübernahme: Der neue Inhaber des Rewe-Marktes in Oythe, Rolf Weiland (links), und sein Marktleiter Kevin Kuper setzen bei Obst, Gemüse und weiteren Produkten auf Lieferanten aus der Region. Foto: Speckmann

Rolf Weiland ist umgeben von Lebensmitteln. Verhungern oder Verdursten kann er also nicht. Aber für einen Kaffee bleibt im Moment selten Gelegenheit. Dafür gibt es einfach zu viel zu tun. Gespräche mit Mitarbeitern und Lieferanten führen, das Sortiment unter die Lupe nehmen und Arbeitsabläufe strukturieren. Alles Aufgaben, die die Leitung eines Verbrauchermarktes mit sich bringt. Der Vechtaer hat sogar zwei davon. Neben dem Rewe am Falkenweg betreibt er jetzt auch die Filiale in Oythe.

„Es war Zeit für eine neue Herausforderung“, sagt Weiland. Das Interesse an der Übernahme habe er schon vor eineinhalb Jahren gehabt, als der Rewe-Markt im Norden der Kreisstadt eröffnet worden sei. Die Handelskette habe ihm auch ein Angebot unterbreitet. Aber dazu habe er sich damals noch nicht durchringen können. Inzwischen ist der 35-jährige Kaufmann einen Schritt weiter und nutzt die Chance, sich ein zweites Standbein in seiner Heimatstadt zu schaffen.

2013 übernahm er den Markt am Falkenweg

An fachlicher Erfahrung mangelt es dem Einzelhandelskaufmann nicht. Er ist in der Lebensmittelbranche in Vechta groß geworden. Seine Ausbildung hat er im Extra-Markt absolviert, der später von Rewe übernommen wurde. Weiland blieb der inzwischen zweitgrößten Handelskette Deutschlands treu, arbeitete in verschiedenen Filialen und kam schließlich zurück nach Vechta, wo er im Jahr 2013 den Markt am Falkenweg übernahm.

Seit dem 1. Juni trägt Weiland auch die Verantwortung für den zweiten Rewe-Markt, etwa eineinhalb Kilometer Luftlinie entfernt. Dort geht es für ihn zunächst darum, sich einen genauen Überblick zu verschaffen: „Ich bin noch in der Findungsphase“, sagt er. Ein wichtiger Ansprechpartner ist Kevin Kuper, der seit der Eröffnung im September 2018 als Marktleiter tätig ist und diesen Posten auch weiter ausfüllen wird.

Alle 28 Mitarbeiter behalten ihren Job

Alle 28 Mitarbeiter seien übernommen worden, betont der Firmenchef, der bereits 50 Mitarbeiter am Falkenweg beschäftigt. An Stellenkürzungen verschwendet er keine Gedanken. Er kann sich sogar vorstellen, den Personalstamm in Oythe auszubauen. Auch eine Ausdehnung der räumlichen Kapazitäten wäre denkbar, sofern es die baurechtlichen Rahmenbedingungen zulassen. Schließlich ist die Verkaufsfläche mit 1300 Quadratmetern ein Drittel kleiner als am Falkenweg.

Woran der neue Inhaber bereits jetzt arbeitet, ist die Erweiterung des Warensortiments. Sein Ziel ist es, möglichst viele regionale Lieferanten am neuen Standort zu integrieren. Obst und Gemüse von heimischen Bauern, das habe sich schon im Rewe am Falkenweg bewährt, berichtet Weiland. Die Ware komme jeden Tag frisch ins Haus. Verträge brauche es dazu nicht, die Bestellung erfolge ganz reibungslos und nach Bedarf.

"Ich bin selbst erstaunt, was im Landkreis alles produziert wird.“Rolf Weiland, Inhaber der Rewe-Märkte in Vechta

„Die Regionalität wird immer größer geschrieben bei den Kunden“, erklärt der Vechtaer. Bei entsprechender Nachfrage sei er auch bereit, Platz in den Regalen zu schaffen und dafür notfalls Abstriche in anderen Bereichen zu machen. Dann kommen die Erdbeeren eben nicht mehr aus dem Großhandel, sondern aus der Nachbarschaft. Dazu gibt es Kekse vom Andreaswerk, Spirituosen von Meistermann oder auch Fleisch von Fischer.

„Ich bin selbst erstaunt, was im Landkreis alles produziert wird“, sagt Weiland, der mit dem Verkauf der Ware auch die heimische Wirtschaft stärken möchte. Trotz der vielen Direktvermarkter scheint es aber noch Lücken zu geben. Gerne würde der Marktinhaber auch Molkereiprodukte aus heimischen Betrieben anbieten, aber hier mangelt es ihm an Lieferanten. Die Siebenhäuser Molkerei aus Rehden war so ein Lieferant. Doch sie hat ihren Betrieb im vergangenen Jahr aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.

Corona-Krise hat Weiland bisher nicht geschadet

Bei der Marktgestaltung hat Weiland freie Hand. Schließlich hält er 80 Prozent an der Offenen Handelsgesellschaft (OHG), die im Rahmen der Übernahme gegründet wurde. Die restlichen 20 Prozent hat Rewe. Das ist von der Handelskette auch so gewollt, wie Weiland erläutert. Im Gegensatz zu zentral geführten Filialen anderer Unternehmen sollen die Inhaber selbst entscheiden, denn sie würden die örtlichen Verhältnisse kennen und über die nötigen Kontakte verfügen. Damit würden dann auch kurze Wege einhergehen.

Für seinen neuen Markt sieht Weiland noch Potenzial, nicht zuletzt aufgrund der zusätzlichen Wohnbebauung in Oythe. Die Corona-Krise hat ihm bisher nicht geschadet. Während andere Branchen zu kämpfen haben, kann er zufrieden sein: „Wir hatten keine Einbußen und konnten unsere Mitarbeiter weiter beschäftigen.“ Die Umsätze seien nach oben gegangen, hätten sich inzwischen aber wieder fast auf dem normalen Niveau eingependelt.

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