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Reisemobile: In der Krise boomt der Markt

Bei der Firma Bruns in Cloppenburg arbeitet man "nur noch im Laufschritt". Die Firma Niemöller in Emstek hat ebenfalls reichlich zu tun, weil die Kunden "einfach raus" wollen.

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Überall zu Hause:  Die Kunden von Mathias Niemöller aus Emstek schätzen den Komfort hochwertiger Reisemobile und genießen dabei ihre Unabhängigkeit. Foto: Götting

Überall zu Hause: Die Kunden von Mathias Niemöller aus Emstek schätzen den Komfort hochwertiger Reisemobile und genießen dabei ihre Unabhängigkeit. Foto: Götting

Ein Gespräch mit der Presse würde Markus Rathe von der Firma Wohnwagen-Bruns in Cloppenburg gerne führen, doch er weiß nicht wann. "Mein Terminkalender ist schon voll, wir haben jede Menge spontane Kundschaft und arbeiten nur noch im Laufschritt", beschreibt der Betriebsleiter die Situation am Brookweg in Emstekerfeld. In seiner Branche sei bereits seit sechs Jahren ein steter Aufwärtstrend zu erkennen, der grundsätzlich auch mit dem Wandel zum Urlaub im eigenen Land zusammenhänge. Mit den nahenden Sommerferien und den Lockerungen der Corona-Maßnahmen wachse zudem die Lust auf Urlaub.

Auch in Emstek ist die Nachfrage groß

Dynamisch geht es derzeit auch bei der Firma "Niemöller Mobiles Reisen" zu. Der Betrieb im Gewerbegebiet in Westeremstek hat erst vor einigen Monaten seine Ausstellungsfläche auf 6000 Quadratmeter vergrößert, um der wachsenden Nachfrage mit einem attraktiven Angebot begegnen zu können. Der Saisonstart und die Lockerungen der Corona-Beschränkungen hätten dazu geführt, dass die Nachfrage nach Service, Vermietungen und Verkäufen stark angestiegen sei.

Mathias Niemöller, Mitinhaber des Unternehmens, beobachtet die florierende Konjunktur im Markt der Freizeitfahrzeuge seit rund fünf Jahren mit wachsendem Interesse. "Wer hätte vor 20 Jahren schon gedacht, dass wir heute mehr Reisemobile als Caravans verkaufen", fragt der Händler und ist dabei durchaus zufrieden mit der eigenen Entwicklung.

Anfangs habe man für Reisemobile die Zielgruppe 60 plus ins Auge gefasst, geworden sei daraus aber die Altersgruppe 50 plus geworden. Entsprechend würden deutlich mehr motorbetriebene Wagen verkauft und auch die Ansprüche der Kunden seien sehr hoch. Deshalb habe sein Unternehmen auch die Vertretung der deutschen Premiummarke "Carthago" übernommen. Mit dem Absatz dieses gehobenen Segments habe er "überhaupt keine Probleme, weil Reisemobile sehr wertstabil sind".

Camping-Segment lockt auch Neulinge an

Die Coronakrise habe allerdings zunächst für trübe Aussichten gesorgt, so der Emsteker Händler. Der Saisonstart um Ostern herum sei schlecht ausgefallen, da nahezu alle Mietverträge gekündigt worden seien, was sich teilweise bis in den September hinein ausgewirkt hätte. Doch mittlerweile habe man den Rückstand dank vieler "Mietnachholer" wieder kompensiert. Zudem gebe es erstaunlich viele Neukunden, die bis vor Kurzem nichts mit Wohnwagen und Camping zu tun gehabt hätten. Dadurch habe sich jetzt schon ein Nachfragedruck für Kauf- und Mietgeschäfte aufgebaut. "Ich bin mir sicher, dass wir die Zahlen des Jahres 2019 wieder erreichen werden. Ebenso bin ich mir sicher, dass die Coronakrise die Urlaubs- und Freizeitmobilbranche nachhaltig verändern wird", so die Prognose von Niemöller.

Neuzulassungen: Verband spricht von bestem Monat der Geschichte

Was die regionalen Händler in ihren Geschäften derzeit sehen und erleben, bestätigt auch die jüngste Pressemitteilung des Caravaning Industrieverbandes: "Die Reisemobilneuzulassungen im Mai legten um kräftige 31,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Mit 10.674 neu zugelassenen Fahrzeugen erlebt die Branche den besten Monat in ihrer Geschichte".

Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Verbandes, kennt den Grund dafür: "Caravaning ist in diesen Zeiten eine der sichersten Urlaubsformen, da man mit einem Freizeitfahrzeug nur mit Personen des eigenen Haushaltes verreist und durch eigene Schlaf-, Wohn-, Koch- und Sanitärmöglichkeiten weitestgehend autark ist."

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