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Protest: Cloppenburger Landwirte übernehmen Mahnwache

Seit Sonntag stehen die Bauern vor dem Agrarministerium in Hannover. Sie wollen noch eine ganze Woche bleiben. Am Dienstag werden sich auch Landwirte aus Vechta auf den Weg machen.

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Setzen Zeichen: Die Trecker aus dem Landkreis Cloppenburg stehen seit Freitag vor dem Agrarministerium in Hannover. Foto: Lüllmann

Setzen Zeichen: Die Trecker aus dem Landkreis Cloppenburg stehen seit Freitag vor dem Agrarministerium in Hannover. Foto: Lüllmann

Wachwechsel in Hannover: Seit Freitagmittag stehen Bauern aus dem Landkreis Cloppenburg mit ihren Schleppern vor dem Landwirtschaftsministerium. Gemeinsam mit Berufskollegen aus verschiedenen anderen Kreisen protestieren sie dort gegen die Düngeverordnung des Landes. Zwei Wochen soll die Mahnwache anhalten. Inzwischen ist Halbzeit.

Frühmorgens hatten sich die Bauern auf den Weg in die Landeshauptstadt gemacht. Start war in Menslage. Zur Beteiligung aufgerufen hatte die Bewegung Land schafft Verbindung (LsV). Im 50 Trecker starken Korso fuhren auch Landwirte aus dem Emsland und dem Landkreis Nordhorn mit. Bei Nienburg stießen weitere Teilnehmer dazu. In Hannover angekommen, ersetzten die Landwirte aus dem Nordwesten ihre Berufskollegen, die bereits seit mehreren Tagen vor dem Ministerium aushielten. Einige wollen jetzt das ganze Wochenende in Hannover bleiben.

Löninger Christian Lüllmann ist mit dabei

Zu ihnen gehört auch Christian Lüllmann. Der Löninger hatte die Aktion auf Kreisebene organisiert. Dass die Stimmung unter den Protestierenden nicht gut sei, liege nicht nur am schlechten Wetter in Hannover, sagt er. „Wir demonstrieren jetzt seit 2019 und haben immer noch die gleichen Probleme.“ Die Einnahmenseite verschlechtere sich immer mehr. „Aber weder die Politik noch unsere Interessenverbände machen vernünftige Vorschläge, wie sich das ändern ließe.“ Stattdessen hagele es Auflagen.

Dorn im Auge ist den Bauern vor allem die neue Düngeverordnung. Sie sieht in besonders nitratbelasteten Regionen, den sogenannten „roten Gebieten“ zum Teil drastische Düngeeinschränkungen vor. Auch das Oldenburger Münsterland ist erheblich betroffen. Land schafft Verbindung kritisiert die Vorgehensweise des Landes. So würden einzelne Messstellen mit hohen Nitratwerten große Gebiete umfassen, während unbelastete Messstellen in derselben Region unbeachtet geblieben seien.

Die Landwirte wollen jetzt eine Überprüfung und Neuausweisung, die sich am Verursacherprinzip ausrichten müsse. „Wenn Messstellen starke Abweichungen zu anderen zeigen, muss der Grund herausgefunden werden, warum das so ist“, sagt Christian Lüllmann. Insgesamt sind den Landwirten die neuen Vorgaben zu starr und unflexibel. LsV fordert deshalb einen „verbindlichen Fahrplan, wie wir mit diesen unsinnigen Regelungen umgehen, bis endlich Nachvollziehbarkeit Einzug erhält.“

Politik schaut vorbei: CDU-Landtagsabgeordneter Karl Heinz Bley (Garrel) machte sich selbst ein Bild. Copyright: BleyPolitik schaut vorbei: CDU-Landtagsabgeordneter Karl Heinz Bley (Garrel) machte sich selbst ein Bild. Copyright: Bley

Am Widerstand gegen die Düngeverordnung wird das ganze Ausmaß bäuerlicher Frustration deutlich. Die Landwirte fühlen sich zu Unrecht als Umweltsünder diffamiert. Dabei gehe es ihnen in erster Linie um den erhalt ihrer Höfe, betont Lüllmann. „Wir verdienen seit 30 Jahren dasselbe. Würden wir wenigstens den inflationsbedingten Ausgleich erhalten, wäre der Schweinepreis deutlich auskömmlicher. Wir könnten dann die Auflagen erfüllen, ohne wirtschaftlich in eine katastrophale Situation zu kommen.“

Die Lebensmittelpreise müssten dafür nicht einmal steigen, erklärt der Löninger. „Der Handel müsste uns einfach mehr abgeben.“ Mit Passanten vor dem Ministerium könne man darüber durchaus gut reden. „Wenn wir sie über die Gründe, warum wir hier sind, aufklären, zeigen die meisten Verständnis.“

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