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Premiere: Im Oldenburger Münsterland fährt der erste Elektrobus

Es ist erst einmal nur ein Test. Die vier Unternehmen, welche den ÖPNV im Oldenburger Münsterland organisieren prüfen den Bus jeweils eine Woche lang auf Herz und Nieren.

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4 Unternehmen, ein Testbus (von links): Thomas Boje (Schomaker Reisen), Uwe Nienaber (Omnibusbetrieb Nienaber), Rainer Kohorst (Kohorst Reisen), Oliver Nienaber, Michael Voet (IVECO) und Lewin Scholz (Omnibusbetrieb Wilmering). Foto: Heinzel

4 Unternehmen, ein Testbus (von links): Thomas Boje (Schomaker Reisen), Uwe Nienaber (Omnibusbetrieb Nienaber), Rainer Kohorst (Kohorst Reisen), Oliver Nienaber, Michael Voet (IVECO) und Lewin Scholz (Omnibusbetrieb Wilmering). Foto: Heinzel

Thomas Bojes ist kaum zu bremsen. Dem Lohner Unternehmer juckt es unter den Fingernägeln, den 12 Meter langen E-Way einmal selber zu fahren. Seine Kollegen Uwe und Oliver Nienaber, Rainer Kohorst und Lewin Scholz sind kaum weniger gespannt auf die Probefahrt. Kaum hat Thomas Bojes den Elektrobus vom Hof des Omnibusbetriebes Nienaber gefahrenen, tritt er auf der Landstraße das Gaspedal durch. "Man hört nichts. Er fährt sich wie ein ganz normaler Omnibus", ist seine Beobachtung.

Der E-Way wird ab Montag (22. März) für 4 Wochen auf den Straßen des Oldenburger Münsterlandes im Linienbetrieb des Öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV) auf Herz und Nieren getestet. An dem Versuch sind die 4 Busunternehmen Schomaker Reisen (Lohne), Omnibusbetrieb Nienaber (Sedelsberg), Omnibusbetrieb Wilmering (Vechta) und Kohorst Reisen (Dinklage) beteiligt. Jeder Betrieb setzt den Bus eine Woche lang auf den von ihm betriebenen Linien ein. Den Anfang macht der Omnibusbetrieb Nienaber. Danach kommen Wilmering, Kohorst und abschließend Schomaker an die Reihe.

Ab 2030 dürfen keine Busse mit Verbrennungsmotor neu zugelassen werden

Der Grund für den Testlauf, so die Unternehmer, liege in der gesetzlichen Vorgabe, dass ab 2030 keine Busse mit Verbrennungsmotor neu zugelassen werden dürften. Es gebe zwei Möglichkeiten die eigenen Busflotten entsprechend darauf vorzubereiten – also umzurüsten: Busse die durch Strom oder Wasserstoff angetrieben würden. Aktuell sei die Industrie entwicklungstechnisch im Elektrobereich weiter vorangeschritten und auch die Infrastruktur sei in dieser Sparte besser ausgebaut, berichtet Rainer Kohorst.

Man hört nichts. Fährt sich wie ein normaler Omnibus, meint der Lohner Unternehmer Thomas Bojes. Foto: Heinzel"Man hört nichts. Fährt sich wie ein normaler Omnibus", meint der Lohner Unternehmer Thomas Bojes. Foto: Heinzel

Der E-Way ist 12 Meter lang, verfügt über 31 Sitz- und 37 Stehplätze sowie 3 Eingänge. Er habe eine Reichweite von 250 bis 300 Kilometern. Für den Einsatz im Linienbetrieb sei das top, meint Rainer Kohorst. Über Nacht werde das Fahrzeug dann wieder aufgeladen. Es dauere rund 6 Stunden die im Bus verbauten Batteriepakete wieder aufzuladen.

Je nach Ausstattung kostet der Elektrobus zwischen 450.000 und 600.000 Euro. Für einen konventionellen Bus müsse man etwa 210.000 bis 220.000 Euro bezahlen, berichtet Thomas Bojes. Es sei grundsätzlich so, dass für einen Elektrobus etwa dreimal so viel bezahlt werden muss, wie für einen normalen Bus, sagt Michael Voet vom Bushersteller IVECO.

Aber umweltfreundliche und -verträgliche Busse würden immer wichtiger, denn bei der Vergabe von Aufträgen werde verstärkt der Umweltgedanken berücksichtigt. In den letzten 10 Jahren hätten die Landkreise Cloppenburg und Vechta viel investiert, sodass heute das Oldenburger Münsterland mittels ÖPNV gut vernetzt sei. Und diese Vernetzung solle weiter optimiert und erweitert werden, sagt Lewin Scholz von Omnibusbetrieb Wilmering.

"Einen wasserstoffbetrieben Bus werden wir auch noch testen."Thomas Bojes, Schomaker Reisen

Wie es nach der 4-wöchigen Testphase weitergeht, ist noch nicht endgültig entschieden, aber es wird nicht der letzte Probelauf eines Busses sein. "Einen wasserstoffbetrieben Bus werden wir auch noch testen", sagt Thomas Bojes. Ein solches Gefährt habe eine größere Reichweite von etwa 500 bis 600 Kilometer und benötige beim Tanken nur knapp doppelt soviel Zeit wie ein herkömmlicher Bus. Doch eine finale Entscheidung hänge nicht alleine vom Gefährt ab. Neben der Busflotte muss auch die Infrastruktur eines Omnibusbetriebes entsprechend auf die neuen Anforderungen angepasst werden.

Der Dinklager Busunternehmer Rainer Kohorst am Heck des Testfahrzeugs vor einem der fünf verbauten Batteriepakete. Foto: HeinzelDer Dinklager Busunternehmer Rainer Kohorst am Heck des Testfahrzeugs vor einem der fünf verbauten Batteriepakete. Foto: Heinzel

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