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Personalnachfrage sorgt für Belebung auf dem Arbeitsmarkt

Die Zahl der Arbeitslosen ist im April gesunken. Doch die Auswirkungen der Krise sind weiter sichtbar.

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Symbolfoto: dpa

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Trotz der massiven Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens ist die Arbeitslosigkeit im Oldenburger Münsterland im April weiter gesunken. Der Arbeitsmarkt ist wieder dynamischer als noch vor einem Jahr, also nach dem Beginn des ersten Lockdowns. Allerdings ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen durch die Corona-Pandemie deutlich gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Arbeitsmarktreport hervor, den die Agentur für Arbeit am Donnerstag veröffentlichte.

„Im letzten Monat haben deutlich mehr Menschen eine neue Arbeit gefunden und es haben sich viel weniger arbeitslos gemeldet als im Vorjahr“, berichtete Tina Heliosch, Leiterin der Agentur für Arbeit Vechta, in einer Pressemitteilung. Diese positive Entwicklung sei zum einen auf saisonübliche Belebungen zurückzuführen, zum anderen habe sich die Personalnachfrage der heimischen Betriebe wieder leicht stabilisiert.

Zahl der Langzeitarbeitslosen steigt um 50 Prozent

Dennoch sind die Auswirkungen der Krise auf dem Arbeitsmarkt weiter sichtbar. So ist beispielsweise die Zahl der Langzeitarbeitslosen um etwa 50 Prozent deutlich gestiegen. Als langzeitarbeitslos gilt, wer über ein Jahr arbeitslos ist. Die Krise begann Mitte März 2020. Daher fallen erst jetzt die ersten Menschen in diese Kategorie. Im April sind es 2.819 Langzeitarbeitslose im Oldenburger Münsterland. Das sind 941 Personen mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

"Das sind natürlich nicht komplett die gleichen Personen. Viele haben andere Beschäftigungen in Branchen gefunden, die nicht so von den Corona-Auswirkungen betroffen waren. Aber allen ist das leider nicht gelungen. Zumal der Zugang zum Arbeitsmarkt erfahrungsgemäß mit Dauer der Arbeitslosigkeit herausfordernder wird. Aber der Arbeits- und Fachkräftebedarf ist in unserer Region weiter hoch. Wir werden weiter daran arbeiten, suchenden Unternehmen und Arbeitslosen eine Perspektive anzubieten", betonte Heliosch.

Nach der aktuellen Statistik waren im April insgesamt 8.310 Personen bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit und den Jobcentern Vechta und Cloppenburg gemeldet. Das sind 184 Arbeitslose beziehungsweise 2,2 Prozent weniger als im März. Die Arbeitslosenquote sank zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte und liegt damit auf dem Vorjahreswert von 4,4 Prozent. Bundesweit liegt die Quote bei 6,0 Prozent (Vorjahr: 5,8 Prozent).

Ergänzend zur gesetzlich definierten Zahl der Arbeitslosen veröffentlicht die Agentur für Arbeit wieder Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber zum Beispiel im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Nach vorläufigen Angaben waren im April einschließlich der arbeitslos gemeldeten Personen insgesamt 10.586 Menschen, also 0,5 Prozent mehr als im April des Vorjahres, unterbeschäftigt.

Betriebe melden weniger Kurzarbeit an

Die Zahl neuer Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit hatte nach dem Höchststand im Frühjahr 2020 in den Folgemonaten deutlich abgenommen. Seit November war wieder ein merklicher Anstieg an neuen Anzeigen zu verzeichnen. Aktuell geht dieser Trend jedoch wieder zurück. Im April wurde von 41 Betrieben aus dem Oldenburger Münsterland für 830 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Im März waren es 62 Betriebe für 592 Beschäftigte.

Die Arbeitsagentur weist darauf hin, dass unter die neuen Anzeigen auch Betriebe und Beschäftigte fallen, für die bereits zu einem vorherigen Zeitpunkt Kurzarbeit angemeldet wurde. Die Mitteilung muss dann erneuert werden, wenn mindestens 3 Monate keine Abrechnung der Kurzarbeit erfolgte. Seit April 2020 haben insgesamt 4.833 Betriebe für insgesamt 60.611 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.

Die Zahl der Anzeigen sagt aber noch nichts über die Inanspruchnahme der Kurzarbeit aus. Diese steht jeweils erst nach 3 Monaten fest, wenn die Betriebe ihre tatsächliche Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit abgerechnet haben. Hier liegen inzwischen die tatsächlich abgerechneten Daten für Oktober vor: Im Oldenburger Münsterland haben im Oktober 769 Betriebe für 4.734 Arbeitnehmer Kurzarbeit abgerechnet.

Erfreulich ist, dass die Personalnachfrage weiter gestiegen ist und deutlich über dem Vorjahresniveau liegt. Dem Arbeitgeberservice wurden im April 705 neue Stellen zur Besetzung gemeldet. Das waren 225 beziehungsweise 46,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der durchschnittliche Bestand an gemeldeten Stellen stieg gegenüber April 2020 um 8,9 Prozent auf 3.798. Die neuen Arbeitsstellen wurden im April primär für die Branchen Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften (215 neue Stellen), Baugewerbe (54) sowie Einzelhandel (ohne Handel mit Kfz, 34) gemeldet.

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