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Online-Beratung: "Prachtburschen" nutzen den Lockdown

Christoph Wendt bietet einen neuen Hautpflege-Berater im Internet an. Der gebürtige Cloppenburger betreibt in Münster ein Kosmetikstudio für Männer.

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Christoph Wendt. Foto: © Prachtburschen

Christoph Wendt. Foto: © Prachtburschen

Der Lockdown macht erfinderisch: Während sein Kosmetikstudio "Prachtburschen" in Münster teilweise geschlossen bleiben musste, hat der Cloppenburger Christoph Wendt gemeinsam mit Partner Michael Gebhardt einen Online-Hautpflege-Berater entwickelt.

"Dem Thema Digitalisierung gegenüber war ich eigentlich nicht sonderlich aufgeschlossen. Dennoch stand bei uns im letzten Jahr – auch unabhängig von der Corona-Pandemie – die weitere Digitalisierung unserer Marke an", erzählt Wendt im Gespräch mit OM online.

Mit einem gewöhnlichen Online-Shop könne er sich dabei aus fachlicher Sicht aber nicht identifizieren, Beratung und Produktvorstellungen müssten immer genau typabhängig erfolgen. Oftmals werde man mit einer Vielzahl an Produkten überfordert. "Hautpflege macht aber immer nur dann Sinn, wenn die Produkte auf das Hautbedürfnis des Anwenders abgestimmt sind", sagt Wendt.

Pflegeprodukte müssen auf Bedürfnisse angepasst werden

Die Idee dahinter ist einfach: Die Beratung soll automatisiert stattfinden. "Eine Beratung per Video-Call wird nach dem Lockdown aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich sein", erklärt Wendt. Um sich dem Hauttyp zu nähern, gibt es eine Abfrage, die aus 3 bis maximal 5 Schritten besteht und denen jeweils verschiedene Auswahlmöglichkeiten zugeordnet sind. "In den Aussagen beschreiben wir ein Hautgefühl. Das bietet den Vorteil, dass der Kunde selbst in der Lage ist, einen Abgleich mit seinem Empfinden vorzunehmen", erzählt Wendt.

Ziel war es, dass der Kunde in 100 Sekunden sein Ergebnis hat und die auf seine Bedürfnisse abgestimmten Produkte gezeigt bekommt. Dazu kann er sich auch einen entsprechenden Hauttrainingsplan, den es in normalen Zeiten direkt im Geschäft gibt, zuschicken lassen.

Christoph Wendt war 2019 auch für einen Handwerkskalender nominiert. Foto: © Werbefotografie WeissChristoph Wendt war 2019 auch für einen Handwerkskalender nominiert. Foto: © Werbefotografie Weiss

Das Projekt ist bereits im ersten Lockdown gestartet, anschließend wurde die Abfrage mit Kunden getestet. So konnten noch Optimierungen vorgenommen werden, die im zweiten Lockdown gegriffen haben. "Das hat einerseits Investitionskosten gespart und anderseits war ich dadurch jeden Tag annähernd voll ausgelastet“, erzählt der gebürtige Cloppenburger. Ihn habe das vom „Corona-Alltag" abgelenkt: "Und wir sind gut für die Zukunft aufgestellt."

Das Projekt hat Wendt rund 800 Stunden gekostet, ohne Lockdown sei dies in dem Umfang nicht "so schnell" zur Umsetzung gekommen. "Daher bin ich der Meinung, dass man auch aus einer schwierigen Zeit das Beste machen sollte", sagt er. Als Unternehmer sei man gefordert, auch in einer Krise aktiv zu handeln.

Das Projekt fand auch Anklang bei der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen. Über das Programm "Digitalen und stationären Einzelhandel zusammen denken" gab es eine Förderung in Höhe von 11.000 Euro. "Gerade in der jetzigen Situation ist das natürlich eine sehr gute Unterstützung, um die Schäden der Pandemie auch in Zukunft reduzieren zu können", sagt Wendt.

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