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Obermeisterinnen mahnen alle Friseurbetriebe

Wenn einzelne Friseursalons geltende Hygienemaßnahmen in der Corona-Krise lockern, fällt dies im schlechtesten Fall auf alle Betriebe zurück. Davor warnen die Innungen im Oldenburger Münsterland.

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Eine zwingende Schutzmaßnahme: Kunden wie Personal müssen derzeit in Friseursalons Mund-Nasen-Schutz tragen. Zudem ist das Waschen der Haare vor dem Schnitt obligatorisch. Symbolfoto: dpa / Michael

Eine zwingende Schutzmaßnahme: Kunden wie Personal müssen derzeit in Friseursalons Mund-Nasen-Schutz tragen. Zudem ist das Waschen der Haare vor dem Schnitt obligatorisch. Symbolfoto: dpa / Michael

Mit einem öffentlichen Aufruf, der sich ausdrücklich auch an die nicht in den Innungen organisierten Friseurbetriebe richtet, haben sich jetzt die Obermeisterinnen der Fachinnungen der Kreishandwerkerschaft Vechta, Monika Bregen und Irina Leinweber (Cloppenburg) gewandt. Nach einigen Wochen mit den durch das Coronavirus bedingten Auflagen sei bei den Friseuren ein Stück weit Routine eingekehrt, heißt es in der Mitteilung. "Aus gegebenem Anlass" weist man nun aber noch einmal ausdrücklich auf die nach wie vor geltenden Hygienemaßnahmen im Rahmen der Corona-Pandemie hin, denn einige Salons im Oldenburger Münsterland lockerten diese offenbar "in Eigenregie".

Die Friseurinnungen im Oldenburger Münsterland betonen noch einmal die aktuellen Schutzvorschriften. Für Friseursalons etwa gelte das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Kunden hätten sich die Hände zu waschen oder zu desinfizieren, im Salon dürfe kein Kundenwartebereich eingerichtet sein, zudem müssten die Kundendaten erfasst und aufbewahrt werden. Verpflichtend sei das Haarewaschen, auch bei Kindern. Weiter sei ein Abstand von mindestens 1,50 Metern zwischen den Arbeitsplätzen einzuhalten. Zudem sei der Wechsel des Gesichts- und Körperschutzes (Umhang) bei jedem Kunden vorgeschrieben.

Der stellvertretende Obermeister der Friseur-Innung Vechta, Dirk Rolfes, berichtet von Kollegen und Kunden, die angeben, dass in vielen Salons die Hygieneschutzvorschriften inzwischen eigenständig gelockert werden. "Wir mussten leider feststellen, dass einige Friseursalons es mit der Mund-Nasen-Schutzpflicht nicht ernst nehmen", bestätigt Rolfes. Auch Abstandsregeln oder die Haarwaschpflicht vor jedem Schnitt würden nicht beachtet.

Die Obermeisterin der Friseurinnung Vechta Monika Bregen und ihr Stellvertreter Dirk Rolfes haben sich auf die wegen der Corona-Pandemie verschärften Hygiene- und Abstandsregeln eingestellt. Foto: KühnDie Obermeisterin der Friseurinnung Vechta Monika Bregen und ihr Stellvertreter Dirk Rolfes haben sich auf die wegen der Corona-Pandemie verschärften Hygiene- und Abstandsregeln eingestellt. Foto: Kühn

Vechtas Obermeisterin Monika Bregen beklagt die Nichteinhaltung der Schutzvorschriften für Kunden und Personal auch aus einem anderen Blickwinkel: "Friseursalons, die sich nicht an die Schutzvorschriften halten, haben auch weniger Kosten und können ihre Haarschnitte und sonstige Friseurdienstleistungen günstiger anbieten, als die Betriebe, die sich an alle Auflagen halten", schildert Bregen. „Zusätzliche Hygiene kostet“, so Bregen. Viele Friseure hätten zudem mit Vorurteilen zu kämpfen, so Bregen weiter. Kunden meinten des Öfteren, dass das Waschen der Haare nur aus Profitgründen erfolge. Diese Annahme sei nicht richtig, sei der Trockenhaarschnitt den Friseuren doch generell nicht erlaubt.

"Die vorgeschriebenen Maßnahmen, wie beispielsweise das Waschen der Haare, sind wichtige Hygienemaßnahmen, um auf einer sauberen Grundlage arbeiten zu können. Durch die Einhaltung aller Regeln schützen wir nicht nur unsere Mitarbeiter und uns selbst, sondern auch alle anderen Kunden, die den Salon betreten", sagt Irina Leinweber, Obermeisterin der Friseurinnung Cloppenburg. Leinweber bittet deshalb darum, dass sich alle Friseurbetriebe an die vorgeschriebenen Maßnahmen halten, um eine erneute Schließung des Friseurhandwerks zu vermeiden und die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Den dringenden Appell seiner Kollegin unterstützt auch Stellvertreter Uwe Vossmann, der angesichts der möglichen Infektionsgefahren die Einhaltung aller Vorschriften als zwingend ansieht.

Eine Lockerung der Vorschriften für das Handwerk sind laut Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks vorerst nicht zu erwarten. Die Vorschriften seien vom Gesetzgeber nicht ohne Grund auferlegt worden und dienten dem Schutz der Allgemeinheit. Bei Verstößen gegen die Auflagen drohen den Saloninhabern übrigens Bußgelder in Höhe bis zu 3000 Euro.Nach einigen Wochen ist bei den Friseuren ein Stück weit Routine eingekehrt. Aus gegebenem Anlass weist die Kreishandwerkerschaft Cloppenburg nun aber auf die nach wie vor geltenden Hygienemaßnahmen im Rahmen der Corona-Pandemie hin, da einige Salons im Oldenburger Münsterland diese offenbar „in Eigenregie“ lockerten.

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