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Noch ein Bürokratiemonster

Thema: Minister will Gesetz für Homeoffice - Je weniger Politiker regulierend in die Wirtschaft eingreifen, desto besser ist es für das Land.

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Es ist eine immer wieder mal gehörte Forderung aus der Politik: der Abbau der Bürokratie. Indes, die Rufe verhallen in aller Regel ungehört. Stattdessen schaffen Politikerinnen und Politiker gleich welcher Couleur immer neue Bürokratiemonster, mit denen sie Bürger und Wirtschaft ans Gängelband nehmen.

Jüngstes Beispiel ist der Plan des Bundesarbeitsministers Hubertus Heil, einen Anspruch für Arbeitnehmer auf mindestens 24 Tage Dienst im Homeoffice gesetzlich durchzudrücken. Das ist vollkommen überflüssig. Je weniger Politiker regulierend in die Wirtschaft eingreifen, desto besser ist es für das Land. Für den aktuellen Fall gilt: Unternehmen und Angestellte können sehr wohl untereinander aushandeln, wie viel Homeoffice notwendig beziehungsweise verträglich ist. Ausschlaggebend dafür müssen die Betriebsabläufe sein und nicht ein Gesetz, das unter Umständen viel mehr Schaden anrichtet als es Nutzen bringt.

Und: Wohin es führt, wenn sich die Politik in die Wirtschaft einmischt, ist nicht nur beim Berliner Flughafen eindrucksvoll zu sehen. Es bleibt zu hoffen, dass sich auch angesichts solcher Erfahrungen diejenigen Politiker in der Regierungskoaltion durchsetzen, die sich jetzt mit lauter Stimme gegen die Hubertus-Heil-Forderung wehren. Der Minister hat zwar Recht, dass sich die Koalitionäre wegen ihres Koalitionsvertrages mit dem Thema Homeoffice beschäftigen müssen. Aber das heißt noch lange nicht, dass sie ein weiteres Bürokratiemonster auf die Wirtschaft und Arbeitnehmer loslassen müssen. Auch wenn Herr Heil und seine Genossen es möchten.

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