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Niedersachsen von Vogelgrippe bisher relativ wenig betroffen

Zuletzt war Niedersachsen vor rund vier Jahren von der Vogelgrippe betroffen. Nun rollt unter den Wildtieren wieder eine Infektionswelle an. Bislang sind die Folgen glimpflich.

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Symbolfoto: dpa

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Die niedersächsischen Profi-Geflügelhalter bereiten sich auf eine weitere Ausbreitung der Vogelgrippe vor, sehen sich aber nach den Erfahrungen der vergangenen Epidemie vor vier Jahren gut gerüstet. Die Betriebe hätten als Konsequenz aus der im Winter 2016/17 herrschenden Vogelgrippe die Hygienestandards auf den Betrieben deutlich verbessert, sagte der Geschäftsführer des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes, Dieter Oltmann, in Oldenburg. Dennoch steige die Gefahr, dass mit weiteren infizierten Wildtieren die Krankheit auch in Haustierbeständen ausbrechen könnte.

Seit dem Herbst ist wieder ein Vogelgrippe-Erreger unter Wildvögeln im Anmarsch. Seit dem 23. Oktober meldeten die Niederlande mehrere Nachweise des für Tiere gefährlichen Erregers H5N8 bei tot aufgefundenen Wildvögeln. Seither seien aus Großbritannien, Irland, Dänemark und Deutschland ebenfalls entsprechende Funde gemeldet worden, heißt es vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves). Auch in Hausgeflügelbeständen in den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland gab es bereits Vogelgrippe-Ausbrüche, sowohl bei kommerziellen als auch bei Hobby-Haltern.

Virus bei 21 toten Wildvögeln nachgewiesen

Bislang wurde der für Tiere hochansteckende Virus in Niedersachsen bei seit dem 4. November bei 21 toten Wildvögeln nachgewiesen, die in den Kreisen Aurich, Cloppenburg, Cuxhaven, Diepholz, Harburg, Leer, Wesermarsch und Wittmund sowie den Städten Emden und Wilhelmshaven gefunden wurden. Im Landkreis Aurich wurde Mitte November in einer Hobbyhaltung H5N8 nachgewiesen. Vor allem küstennahe Regionen, Gebiete, die gerne von Zugvögeln gequert werden, weil sie an großen Gewässern Rastplätze finden und Landkreise mit einem hohen Geflügelbestand gelten als gefährdet.

In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern seien bereits größere Legehennenhaltungs- und Putenbetriebe betroffen, sagte Oltmann. Insofern müssten die Landwirte wachsam sein und die Hygienemaßnahmen auf ihren Betrieben strikt beachten.

Furcht vor Ausbruch wie vor 4 Jahren

Bei der Vogelgrippe-Welle vor vier Jahren gab es Ausbrüche gerade in den Hochburgen der Putenhaltung in den Landkreisen Oldenburg und Cloppenburg. «Da hatte der Virus massiv zugeschlagen», sagte Oltmann. Allein der Tierseuchenkasse sei damals ein Schaden von bis zu 17 Millionen Euro entstanden. Der tatsächliche wirtschaftliche Schaden sei aber größer gewesen, weil auch die Folgen etwa von Exportverboten hinzukommen. So sei zum Teil der Export von Bruteiern und Eintagesküken nicht möglich gewesen. Tiere aus Sperrbezirken, die um die Ausbruchsbetriebe herum errichtet wurden, seien auch deutlich schwerer zu vermarkten gewesen.

Um die Ansteckung von Hausgeflügelbeständen zu vermeiden, gilt inzwischen in 25 Landkreisen und Städten sowie dem Land Bremen generell die Pflicht, Geflügel in die Ställe zu bringen. In vier Landkreisen und der Region Hannover gilt die Stallpflicht zum Teil oder wird für einzelne Betriebe angeordnet.

In Niedersachsen gibt es rund 100 Millionen Stück Geflügel, einschließlich der Hobbyhaltungen - eine Zahl, die seit Jahren in etwa konstant ist. Etwa 2200 bis 2500 Betriebe erzielen ihr Erwerbseinkommen aus der Geflügelhaltung, sagte Oltmann.

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