Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Neue Geflügelpest-Fälle in Garrel und Bösel: Kreis Cloppenburg verbietet Wiedereinstallung

Das Veterinäramt legt neue Sperr- und Beobachtungsgebiete fest. Die Geflügelhaltung in weiten Teilen des Kreises ist lahmgelegt.

Artikel teilen:
Wieder zwei neue Fälle: Der Landkreis Cloppenburg erlässt ein Wiedereinstallungsverbot. Foto: dpa/Jaspersen

Wieder zwei neue Fälle: Der Landkreis Cloppenburg erlässt ein Wiedereinstallungsverbot. Foto: dpa/Jaspersen


Der Landkreis Cloppenburg meldet zwei neue Geflügelpest-Ausbrüche. Demnach haben Labore den Erreger H5N8 der tödlichen Aviären Influenza in zwei weiteren Betrieben in Garrel und Bösel nachgewiesen. Der Bestand in Garrel mit 10.800 Putenhähnen im Alter von 15 Wochen wurden bereits am Dienstagabend getötet. Der Stall wird am Mittwoch geräumt. Der Bestand in Bösel mit 9300 Putenhähnen im Alter von 17 Wochen soll am Mittwoch tierschutzgerecht getötet werden.

Für die Geflügelhalter im Landkreis Cloppenburg hat das weitreichende Folgen: Das Cloppenburger Veterinäramt legt um die betroffenen Betriebe Sperrbezirk mit einem Radius von mindestens 3 Kilometern und ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von mindestens 10 Kilometern fest. In den Gebieten gelten scharfe Beschränkungen für den Transport von Geflügel und Geflügelprodukten - etwa auch Eier.

9 Städte und Gemeinden von Allgemeinverfügung betroffen

Der Landkreis Cloppenburg hat außerdem eine tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung zur Anordnung eines Verbots der Wiedereinstallung zum Schutz angeordnet, um eine weitere Ausbreitung der Geflügelpest zu verhindern. Geflügelbestände in den Gemeinden Bösel, Cappeln, Emstek, Garrel, Molbergen, Lastrup und Lindern sowie in den Stadtgebieten Cloppenburg und Friesoythe dürfen Ställe frühestens 30 Tage nach einer Entfernung des Geflügels aus dem jeweiligen Bestand oder der jeweiligen Vogelhaltung wiederbelegt werden. Im Falle aktuell leerstehender Gebäude oder Einrichtungen zur Haltung von Vögeln dürfen neue Tiere frühestens 30 Tage nach Inkrafttreten der Allgemeinverfügung eingestallt werden. Das Wiedereinstallungsverbot gilt für Truthühner, die in Gefangenschaft aufgezogen oder gehalten werden.

Seit dem ersten Geflügelpest-Fall im Kreisgebiet in Kellerhöhe (Stadt Cloppenburg) kurz vor Weihnachten zählt die Cloppenburger Behörde inzwischen 28 Ausbruchsbetriebe. Das Veterinäramt hat die Tötung von 417.200 Tieren angeordnet - 328.300 Puten, 71.900 Hähnchen und 17.000 Enten.

Nach Angaben des Landkreises handelt es sich bei der hochpathogenen Aviären Influenza um eine hochansteckende und anzeigepflichtige Viruserkrankung bei Geflügel und anderen Vogelarten, die schnell epidemische Ausmaße annimmt. Die Geflügelpest verursache hohe Tierverluste und immense wirtschaftliche Folgen für alle Geflügelhalter, Schlachtstätten und verarbeitende Industrien. Die Festlegung der Restriktionsgebiete - als Sperr- und Beobachtungsgebiete - sei geeignet und erforderlich, um das HPAI H5-Virus schnell und wirksam einzudämmen. "Vor dem Hintergrund weitreichender negativer Auswirkungen bei einer Verbreitung des Virus müssen einzelne Interessen hinter dem Wohl der Allgemeinheit zurückstehen", erklärte Kreissprecher Frank Beumker.

Die meisten Ausbrüche in Putenbeständen

Nach Angaben des Landkreises sei das hochpathogene Virus H5N8 bereits in nunmehr 26 Putenbeständen verteilt auf fünf Gemeinden des Landkreises Cloppenburg und je in einem Entenbestand in der Gemeinde Garrel und einem Hühnerbestand in der Gemeinde Lastrup festgestellt worden. Außerdem sind zahlreiche Ausbrüche in mehreren Bundesländern bekannt. Der Landkreis geht davon aus, dass sich die Eindämmung der Geflügelpest nur erreichen lässt, wenn neben der genauen Beachtung der Restriktionen im festgesetzten Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet und einer konsequenten Bekämpfung festgestellter Seuchenbestände die Populationsdichte in nennenswertem Umfang verringert werden kann. Die dadurch erreichten Abstandsvergrößerungen unter den Beständen erschweren dem Virus die weitere Ausbreitung.

In betroffenen Städten und Gemeinden gibt es laut Mitteilung der Behörde außerhalb der festgelegten Restriktionsgebiete noch zahlreiche geflügelhaltende Betriebe mit Truthühnern. Aufgrund der Nähe zum bestehenden Restriktionsgebiet ist das Infektionsrisiko für diese Betriebe hoch. Dies zeige die "aktuelle, hochdynamische Lage". Der Landkreis geht davon aus, dass durch Wiedereinstallungsverbotsgebiete weitere Restriktionszonen durch neue Ausbrüche mit zeitlichen Überlappungen vermieden werden. Dies solle für eine Entlastung der Betriebe sorgen, die ansonsten zum wiederholten Male von einer Restriktionszone betroffen wären. Die Anordnung sei daher aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung erforderlich.

Weiterhin verschärfte Regeln für alle Geflügelhalter

Der Landkreis Cloppenburg weist außerdem darauf hin, dass die tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung zur Anordnung der Aufstallung von Geflügel zum Schutz gegen die Aviäre Influenza weiterhin gültig ist. Sämtliches im Landkreis Cloppenburg gehaltene Geflügel (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse) ist demnach in geschlossenen Ställen zu halten. Alternative brauche es eine  Vorrichtung mit einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenabgrenzung bestehen muss.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Neue Geflügelpest-Fälle in Garrel und Bösel: Kreis Cloppenburg verbietet Wiedereinstallung - OM online