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Neue Geflügelpest-Ausbrüche in Garrel und Bösel: Landkreis Cloppenburg lässt 37.500 Puten töten

Dem Veterinäramt liegen neue Nachweise der hochpathogenen Aviären Influenza vor. Für Geflügelzüchter im Kreisgebiet gelten bereits harte Einschränkungen.

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Foto: dpa

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Der Landkreis Cloppenburg meldet am Donnerstag zwei neue Geflügelpest-Ausbrüche. Betroffen sind demnach zwei Betriebe in den Gemeinden Garrel und Bösel. Das Veterinäramt hat die Tötung von insgesamt 37.500 Tieren angeordnet. Konkret trifft das einen Bestand in Garrel mit 22.800 Putenhähnen. Die Tiere seien bereits am Mittwochabend tierschutzgerecht getötet worden. Der Bestand in Bösel mit 14.700 wird am Freitag geräumt.

Das Cloppenburger Veterinäramt legt rund um die betroffenen Betriebe neue Sperrbezirke mit einem Radius von mindestens 3 Kilometern und Beobachtungsgebiete im Radius von mindestens 10 Kikometern fest. In den Restriktionsbereichen gelten harte Einschränkungen für Geflügelhalter, um eine weitere Ausbreitung des hochansteckenden Erregers H5N8 zu verhindern. Einschränkungen betreffen etwa den Transport von Tieren und Geflügelprodukten. Nach Einschätzung des Landkreises seien die Restriktionsgebiete geeignet, um das HPAI H5-Virus schnell und wirksam einzudämmen.

Mit den neuen Fällen in Garrel und Bösel zählt der Landkreis Cloppenburg inzwischen 30 Ausbruchsbetriebe mit insgesamt 454.700 Tieren: 365.800 Puten, 71.900 Hähnchen und 17.000 Enten.

Ställe müssen in 5 Kommunen 30 Tage leer bleiben

Der Landkreis Cloppenburg hat nach den jüngsten Ausbrüchen – zuletzt am Mittwoch – bereits eine tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung erlassen. Nach dieser Anordnung gilt ein Verbot der Wiedereinstallung zum Schutz gegen die Geflügelpest. Das heißt laut Landkreis konkret: Bestände innerhalb des Gebietes der Gemeinden Bösel, Garrel und Molbergen sowie der Städte Cloppenburg und Friesoythe dürfen frühestens 30 Tage nach einer Entfernung des Geflügels aus dem jeweiligen Bestand oder der jeweiligen Vogelhaltung wiederbelegt werden. Dies gelte im Falle leerstehender Gebäude oder Einrichtungen zur Haltung von Vögeln frühestens 30 Tage nach Inkrafttreten der Allgemeinverfügung wiederbelegt werden. Das Wiedereinstallungsverbot gilt demnach für Truthühner, die in Gefangenschaft aufgezogen oder gehalten werden.

Der Landkreis begründet die Allgemeinverfügung mit der enorm hohen Geflügeldichte in den betroffenen Kommunen: Am geringsten ist die Geflügeldichte demnach in der Gemeinde Molbergen mit 6.455,814 Tieren pro Quadratkilometer. Am höchsten sei die Dichte im Friesoyther Stadtgebiet mit 18.904,601 Tieren pro Quadratkilometer. Die Bereiche mit vielen und großen Beständen gelten als besonders Anfällig für einen Ausbruch der Vogelseuche.

Ein Grund: Bei der wiederholt nachgewiesenen Influenza handele es sich nach Kreisangaben um eine hoch ansteckende und anzeigepflichtige Viruserkrankung bei Geflügel und anderen Vogelarten. Der Erreger breite sich sehr stark aus und sei für einen großen Teil der betroffenen Tiere tödlich. Die Verbreitung des Virus nehme sehr schnell epidemische Ausmaße an. "Aufgrund der zwingend vorzunehmenden Tötung eines infizierten Bestandes sind hohe wirtschaftliche Schäden die Folge", erklärte Kreissprecher Frank Beumker.

Scharfe Regeln bereits seit Dezember

Der Landkreis Cloppenburg weist außerdem darauf hin, dass die tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung zur Anordnung der Aufstallung von Geflügel zum Schutz gegen die Aviäre Influenza weiterhin gültig ist. Sämtliches im Landkreis Cloppenburg gehaltene Geflügel (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse) ist demnach in geschlossenen Ställen oder in einem nach oben abgedichteten Unterstand zu halten, der auch zu den Seiten gegen das Eindringen von Wildvögeln gesichert ist.

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