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Musk übernimmt: Das Ende von Twitter, wie wir es kannten

Thema: Elon Musk kauft Twitter jetzt doch – Der Tech-Milliardär wird die Plattform für Extreme und Spinner weiter öffnen. Das verheißt nichts Gutes – auch nicht für die Demokratie.

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Freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut. Es gilt stets, sie zu verteidigen. Und das nicht nur im realen Leben, sondern gerade auf Plattformen wie Twitter.

Ausnahmen bestätigen die Regel: Wenn durch vermeintlich freie Meinungsäußerung die Demokratie untergraben wird, steht ein Unternehmen wie Twitter nämlich in der Verantwortung, Beiträge zu moderieren und gegebenenfalls Personen zu sperren. Genauso hat es der Nachrichtendienst beim Ex-US-Präsident Donald Trump getan, als dieser Lügen zur Corona-Pandemie verbreitete oder die US-Wahl als "gestohlen" bezeichnete.

"Für alle Dinge gibt es einen Preis, offenbar auch für die freie Meinungsäußerung."Max Meyer

Tesla-Chef Elon Musk hält die Sperre von Trump nach wie vor für falsch. Das offenbart nicht nur Musks Demokratieverständnis, sondern ist ein Wegweiser für das, was mit Twitter künftig passieren wird, nachdem der Tech-Milliardär zum Kauf der Plattform gezwungen wurde: Die Plattform könnte ausreichend Platz für Menschen bieten, die Falschäußerungen als Wahrheit verkaufen wollen. Damit würde er die eigene Meinung um das Recht auf eigene Fakten erweitern.

Das hätte gravierende Auswirkungen für eine Kommunikationsplattform, die rund um den Globus von 230 Millionen Menschen täglich genutzt wird. Und nicht zuletzt würde es auch die Gewaltenteilung treffen, denn schon lange wird auf Twitter Politik gemacht. Es ist daher durchaus verwunderlich, dass es keine großartigen Proteste gegen die Übernahme von Musk gibt.

Für alle Dinge gibt es einen Preis, offenbar auch für die freie Meinungsäußerung. Die Frage ist nur: Wie hoch ist er und wer zahlt ihn alles?

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