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„Moin Vechta“ knackt die Millionen-Marke

Der Stadtmarketingverein registriert eine große Nachfrage nach den Bonus- und Gutscheinkarten. Woran es aktuell mangelt, ist eine Perspektive in der Pandemie.

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Beliebtes Zahlungsmittel: Der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins "Moin Vechta", Peter gr. Beilage, und Geschäftsführerin Birgit Beuse sind mit der Akzeptanz des Kartensystems sehr zufrieden. Foto: Speckmann

Beliebtes Zahlungsmittel: Der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins "Moin Vechta", Peter gr. Beilage, und Geschäftsführerin Birgit Beuse sind mit der Akzeptanz des Kartensystems sehr zufrieden. Foto: Speckmann

In der Stadt Vechta gewinnt ein Zahlungsmittel aus Plastik immer mehr an Beliebtheit. In vielen Geldbörsen stecken inzwischen die Bonus- und Gutscheinkarten, die vom Stadtmarketingverein "Moin Vechta" im Herbst 2019 eingeführt wurden. Sie bieten den Kunden zusätzliche Vorteile beim Einkauf und tragen zur Stärkung des örtlichen Einzelhandels bei.

Die Initiatoren können jetzt auf das erste komplette Geschäftsjahr mit dem Kartensystem zurückblicken. Die Bilanz ist für den Vorstand mehr als zufriedenstellend  und ein Lichtblick in der Corona-Krise. "Wir können stolz auf das Kartenprojekt zurückschauen, denn gemeinsam haben wir mehr als eine Million Euro Umsatz im vergangenen Jahr in Vechta gebündelt", berichtet Vorsitzender Peter gr. Beilage.

Fast 2.000 Kunden haben die Bonuskarte

Die Bonuskarte „Vechta punktet“ bietet die Möglichkeit, bei jedem Einkauf Punkte zu sammeln, die auf einem Konto gespeichert und bei Bedarf eingelöst werden. Davon machen inzwischen fast 2.000 Kunden Gebrauch. Diese Zahl ist auf jeden Fall noch steigerungsfähig. Was die Initiatoren aber schon jetzt beeindruckt, ist der erzielte Umsatz: Im vergangenen Jahr sind mit der Karte Einkäufe im Gesamtwert von fast 740.000 Euro getätigt worden. Davon entfällt ein Prozent auf das Kundenguthaben.

Einen regelrechten Ansturm hat es zuletzt auf die Gutscheinkarte „Vechta schenkt“ gegeben. Vor dem Jahreswechsel sei die Nachfrage besonders groß gewesen, berichtet Geschäftsführerin Birgit Beuse. Allein im Dezember habe das Volumen etwa 55.000 Euro betragen. Offenbar haben viele Kunden die Gutscheine, die in den beteiligten Betrieben ganz flexibel eingelöst werden können, mit Blick auf das Weihnachtsfest erworben.

Im Geschäftsjahr 2020 hat das Aufladevolumen für die Gutscheinkarte etwa 345.000 Euro betragen. Die ersten Monate seit der Einführung im Vorjahr mitgerechnet, sind es sogar 420.000 Euro. "Da sind wir ein bisschen stolz drauf. Das ist mehr als wir gedacht hatten", sagt gr. Beilage. Der große Vorteil sei auch hier, dass die Umsätze direkt vor Ort blieben, sei es in Einzelhandel oder Gastronomie.

Auch Unternehmen nutzen das Angebot

Der Stadtmarketingverein begrüßt die Unterstützung der Stadt Vechta, die die Gutscheinkarte bei verschiedenen Anlässen an Bürger vergibt, etwa an Erstsemester der Universität Vechta. Mittlerweile nutzen auch 14 Unternehmen das Angebot. Sie haben die Karte an fast 500 Mitarbeiter weitergegeben, überweisen jeden Monat einen Betrag zum Aufladen der Karte und leisten somit auch einen Beitrag für die heimische Wirtschaft.

Aktuell verfügen 41 Mitgliedsbetriebe von „Moin Vechta“ über Akzeptanzsstellen für die Gutscheinkarte. Hier gibt es noch Potenzial, wie Beuse mit Blick auf die heimische Geschäftswelt feststellt: "Wir arbeiten daran, dass sich dieser Kreis erweitert." Neben Einzelhandel und Gastronomie wären auch kulturelle Einrichtungen denkbar. Ziel sei es, die Partner mehr zu unterstützen, aber mit der Umsetzung der Aktivitäten solle bis zum Ende des Lockdowns abgewartet werden.

"Das Problem ist die Perspektivlosigkeit. Das macht sich in den Gesprächen bemerkbar.""Moin Vechta"-Vorsitzender Peter gr. Beilage

Die Pandemie ist zurzeit die große Unbekannte, die dem Einzelhandel in Vechta und im ganzen Land zu schaffen macht. Wie geht es weiter? Wann dürfen die Geschäfte wieder öffnen? Was wird die nächste Verordnung zulassen? Auf Antworten warten die Betroffenen bisher vergebens. "Das Problem ist die Perspektivlosigkeit. Das macht sich in den Gesprächen bemerkbar", sagt gr. Beilage.

Die Wirtschaft gehe die Maßnahmen der Regierung mit, aber viele Einzelhändler und Gastronomen stellten sich die Frage, warum sie ihre Türen wieder schließen mussten, obwohl sie sich intensiv um den Hygieneschutz gekümmert hätten. Dass finanzielle Hilfen nicht wie angekündigt fließen würden, trage zur weiteren Verschlechterung der Stimmung bei. Betriebe hätten Existenzängste, auch Mitarbeiter würden sich Gedanken machen.

Planungen für Veranstaltungen laufen weiter

Eine gewisse Frustration macht sich naturgemäß auch in der Geschäftsstelle von "Moin Vechta" breit. Das Team hat im vergangenen Jahr viele Ideen entwickelt, um den Handel zu stärken und den Kunden eine Wohlfühlatmosphäre in der Innenstadt zu bieten. Doch unterm Strich seien mehr Aktionen abgesagt als durchgeführt worden, bedauert Beuse. Nun beruhen die Hoffnungen auf einem baldigen Re-Start.

Überlegungen für erste Aktionen gibt es. Auch traditionelle Veranstaltungen rücken auf die Agenda, etwa das Frühlingsfest, der Thomasmarkt oder die Moin-Gärten. Vermutlich werden einige Termine aufgrund der Pandemie nicht stattfinden können, aber die Planung muss frühzeitig anlaufen, um bei der etwaigen Realisierung nicht in Not zu geraten. "Eine schwierige Gemengelage", sagt der Vorsitzende.

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