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Mit eigenem Start-up der Krise trotzen

Tanja Gelhaus aus Garrel hat sich in Zeiten von Corona mit ihrem Kreativlabel „PauliDesign“ selbstständig gemacht.  Die 34-Jährige verziert Geschenke mit Namen und originellen Sprüchen.

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Individualität trifft Kreativität: Tanja Gelhaus erstellt die Designs für Produkte selbst. Foto: Högemann

Individualität trifft Kreativität: Tanja Gelhaus erstellt die Designs für Produkte selbst. Foto: Högemann

Kreativität ist ihr Ding. Kein Wunder also, dass Tanja Gelhaus aus Garrel mit einer kreativen Geschäftsidee in den wirtschaftlichen schweren Corona-Zeiten ein neues Kapitel aufschlägt. Die 34-Jährige, die gebürtig aus Bösel stammt, hat sich Mitte Oktober mit dem Start-up „PauliDesign“ selbstständig gemacht und vertreibt selbst gestaltete und mit individuellen Namen oder originellen Sprüchen verzierte Gegenstände aller Art. Vom Türkranz über den Mund-Nase-Schutz bis zur Weihnachtskugel ist alles dabei, was zum Geschenk taugt.

Nach der Ausbildung zur Mediendesignerin in Hamburg, habe es sie wieder Richtung Heimat gezogen. 15 Jahre lang arbeitete Gelhaus als Veranstaltungskauffrau in Oldenburg – zunächst beim VfB Oldenburg und später in einer Indoor-­Soccerhalle, wo sie Turniere und Veranstaltungen wie Firmen­events organisierte.

Gelhaus: "Das war ein Riesenschock"

„Wahrscheinlich würde ich das jetzt auch noch machen“, so Gelhaus. Mitten in der Corona­krise sei ihr jedoch gekündigt worden. Zu organisierende Veranstaltungen gab es nicht mehr. „Das war im ersten Moment ein Riesenschock“, betont die 34-Jährige.

Doch es ging weiter für sie: Gelhaus, die die F-Mädchen beim BV Garrel trainiert, hatte noch ihr Nebengewerbe „Fußballkram“. Unter diesem Label vertreibt sie selbst gestaltete Geschenke für Fußballfans: Bücher, Turnbeutel, Brotdosen, Kissen,... Zudem musste sie sich – coronabedingt – um das Homeschooling ihrer Tochter Paula (8) und die die Betreuung ihrer Tochter Leni (3) kümmern. Von montags bis donnerstags sei sie quasi alleinerziehend, so Gelhaus schmunzelnd. Dann sei ihr Mann Torsten als Zimmermann auf Montage.

Anfragen häufen sich

Freundinnen hätten sie in dieser Zeit auf die Idee gebracht, das Konzept von „Fußballkram“ – das Personalisieren von Gegenständen – auszuweiten. „Es kamen immer mehr Anfragen von Freunden.“ So sei „PauliDesign“ entstanden – der Name greift die Vornamen ihrer Töchter auf. Die nowendigen Gerätschaften, wie zum Beispiel eine Transferpresse, habe sie bereits zu Hause gehabt, berichtet die Garrelerin.

Innerhalb kurzer Zeit habe sie 650 Follower auf ihrer Instagram-Seite „paulidesigngarrel“ für ihre Geschäftsidee begeistern können. „So viel habe ich mit ‚Fußballkram‘ nicht hingekriegt“. sagt die 34-Jährige schmunzelnd.

Gründerzuschuss ermöglicht Holzschneiderei

Ein Gründerzuschuss ermöglichte es ihr, noch ein Gerät anzuschaffen, mit dem sich Holz schneiden lässt. Keines ihrer Designs werde eingekauft. „Ich erstelle alles selbst“, betont die Jungunternehmerin. „Ich hab noch tausende Ideen“, sagt sie. Anregungen kämen auch immer wieder von Kunden. „Ich kann das alles noch gar nicht so begreifen. Ich hätte nicht gedacht, dass das so gut ankommt“, freut sich Gelhaus über ihren Erfolg – trotz großer Konkurrenz im Internet. Ihr Kundenkreis erstrecke sich bislang vor allem auf den Landkreis Cloppenburg.

Ob sie sich ihrem Start-up langfristig im Hauptberuf widmen wird, steht für die Garrelerin noch nicht fest. „Langfristig muss es sich auch rentieren. Ich liebe immer noch meinen alten Job.“ Aktuell freue sie sich aber, unter ihrem neuen Label experimentieren zu können.

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