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Mit diesen beiden Frauen fängt ein neues Kapitel in Visbek an

Verena Varnhorn ist die neue Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins mit dem neuen Namen "Visbek macht". Lisa Hake übernimmt das Ortsmarketing. Beide stellen sich motiviert den neuen Aufgaben.

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Arbeiten viel für "Visbek macht" zusammen: Verena Varnhorn (links) ist die Vorsitzende des Vereins, Lisa Hake ist für das Ortsmarketing zuständig. Beide möchten dazu beitragen, die Gemeinde attraktiver zu machen. Foto: C. Meyer

Arbeiten viel für "Visbek macht" zusammen: Verena Varnhorn (links) ist die Vorsitzende des Vereins, Lisa Hake ist für das Ortsmarketing zuständig. Beide möchten dazu beitragen, die Gemeinde attraktiver zu machen. Foto: C. Meyer

Diese beiden Frauen nehmen sich eine Menge vor. Hochmotiviert sprechen sie von kurz- wie auch langfristigen Zielen. Verena Varnhorn ist kürzlich bei der Generalversammlung des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Visbek zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Mit diesem Führungswechsel einher geht auch eine Änderung des Namens. Der Verein nennt sich künftig „Visbek macht“, hat sich komplett neu aufgestellt und möchte viel verändern. Für die Umsetzung der ehrgeizigen Ziele des neuen Vorstands erhält dieser Unterstützung durch die neu eingerichtete, hauptamtliche Stelle der Event- und Marketingmanagerin. Für 10 Stunden die Woche wird Lisa Hake bei „Visbek macht“ eingestellt. Varnhorn wie auch Hake sind die beiden treibenden Kräfte hinter dem Wandel des Vereins.

Schon länger signalisierte der alte HGV-Vorstand, dass er die Verantwortung in neue Hände geben möchte. Doch die Suche gestaltete sich schwieriger als angenommen. Hinzu kamen die Probleme, die mit der Corona-Pandemie einhergingen. Das Vereinsleben insgesamt litt darunter. „Die Luft war raus“, fasst Verena Varnhorn es zusammen. Ihr habe zuletzt als Mitglied auch der Austausch und die Transparenz gefehlt, gibt Lisa Hake zu. Beide Frauen waren sich einig, dass sich grundlegend etwas ändern müsse, ehe sie sich im Vorstand engagieren. Dafür konnte das Konzept nun ein Jahr lang reifen.

Mit dem Sommermarkt fing es an

Ins Rollen gebracht wurde dies im Rahmen eines Online-Meetings des HGV im Februar 2021. Während dieses virtuellen Treffens äußerte Lisa Hake Kritik an der Gemeinde. Es gebe zu wenig Unterstützung. Kurz darauf habe Bürgermeister Gerd Meyer den Kontakt zu ihr gesucht, erzählt die 33-jährige Innenarchitektin und Inhaberin von Lisma Design. Dieser habe seine Begeisterung für ihre Ideen geäußert. Bei darauf folgenden gemeinsamen Treffen mit dem HGV-Vorstand steuerte Hake ihre Anregungen bei, stieß den Umbau des Vereins an, wie sie erzählt.

Es sei nötig gewesen, dem Verein zu zeigen, dass etwas passieren muss, um das wirtschaftliche Leben vor Ort attraktiver zu machen, sagt Hake. Zunächst habe man sie mit der Umsetzung des Sommermarktes im vergangenen Jahr betraut. „Das war dann etwas ganz anderes als in den Vorjahren“, erzählt sie. Ihre Ideen, wie beispielsweise die Beachbar vor dem Rathaus, seien gut angekommen. Auf diese Erfahrung habe man aufgebaut. Es sei aber viel Überzeugungsarbeit beim Vorstand nötig gewesen, sagt die Mutter eines Sohns und lacht. „Die hatten da ja erst einmal nur mich sitzen.“ Deshalb sei sie froh gewesen, als Verena Varnhorn zur Unterstützung hinzukam.

Varnhorn arbeitet seit 7 Jahren als selbstständige Journalistin und Mediengestalterin. Durch ihre Arbeit an dem Magazin „Visbek macht“ habe sie ohnehin schon viel Kontakt zum HGV gehabt, erzählt die Mutter von drei Söhnen. Ebenso habe sie aufgrund ihrer Tätigkeit Kontakt zu vielen Unternehmen und damit gleichzeitig zu mehreren HGV-Mitgliedern in Visbek. Da habe sie schon zwischendurch vernommen, an welchen Stellen es hakt.

Gemeinde unterstützt den Verein finanziell

Das Ziel sei, alle in Visbek zu involvieren und dafür zu sorgen, dass alle von den Ergebnissen profitieren, sagt Varnhorn. Das gelinge aber nur in der Gemeinschaft und die gelte es jetzt, zu stärken. „Es bringt nichts, wenn immer nur die gleichen fünf Mitglieder aktiv sind.“ Ein „Gamechanger“, wie sie sagt, sei, dass die Gemeinde nun „mit im Boot“ sei. Von den Mitgliederbeiträgen allein lasse sich das Konzept, das die beiden ausgearbeitet haben, nicht finanzieren, so Varnhorn. Also warben die Frauen beim Gemeinderat dafür, den Verein dieses und nächstes Jahr mit jeweils 30.000 Euro zu unterstützen – mit Erfolg.

Finanziert wird damit nun unter anderem das hauptamtliche Ortsmarketing, das auch schon der alte HGV-Vorstand angeregt hatte. Der HGV sei ein Verein, der Vorstand arbeite ehrenamtlich, verdeutlicht Verena Varnhorn. Die heutigen Herausforderungen, um einen Ort attraktiv zu halten, schaffe man mit Ehrenamt alleine nicht, sagt sie. Auch andere Kommunen haben sich hauptamtliche Unterstützung besorgt, weiß die 32-Jährige. Die 10 Stunden, die Lisa Hake nun übernimmt, reichten sicherlich noch nicht aus, aber seien ein Anfang.

Die Konkurrenz zum örtlichen Einzelhandel habe jeder „in der Hosentasche“, sagt Varnhorn und meint damit den Online-Handel. Zudem erwarten die Menschen heutzutage mehr als noch vor 30 Jahren, weiß auch Lisa Hake. Visbek müsse „lebendiger und sichtbarer“ werden. Deshalb möchte der neue Vorstand Veranstaltungen und Erlebnisse schaffen, damit die Gemeinde sich von anderen abhebt, sagt Varnhorn. Die kommenden Monate und Jahre werden es zeigen. Verena Varnhorn und Lisa Hake stellen sich hochmotiviert der Herausforderung: „Es fängt ein neues Kapitel an.“

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