Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Milchkontrollverein Vechta zieht eine positive Bilanz

Die Bauern vermelden eine höhere Milchleistung. Die Zahl der Betriebe bleibt konstant.

Artikel teilen:
Ausgezeichnete Milchleistungen: Ludger Espelage, Vorsitzender des Milchkontrollvereins Vechta (von links), mit Ludger Klausing, Judith Batke-Busse, Mechthild Heil, Ludger Borchers, Jan Kuhlmann, Jan Dwerlkotte und Markus Landwehr sowie Josef Brinkhus von Masterrind. Foto: Röttgers

Ausgezeichnete Milchleistungen: Ludger Espelage, Vorsitzender des Milchkontrollvereins Vechta (von links), mit Ludger Klausing, Judith Batke-Busse, Mechthild Heil, Ludger Borchers, Jan Kuhlmann, Jan Dwerlkotte und Markus Landwehr sowie Josef Brinkhus von Masterrind. Foto: Röttgers

Die Zahl der Milchbauern im Landkreis Vechta ist nahezu konstant geblieben, lediglich ein Milchbauer hat seinen Betrieb eingestellt: Während der Jahresversammlung der Mitglieder des Milchkontrollvereins Vechta (MKV Vechta ) im Landgasthaus Krimpenfort in Klein Brockdorf präsentierte Oberleistungsprüfer Gerd Lüken als Vertreter des Landeskontrollverbandes Weser-Ems (LKV) den Mitgliedern das jüngste Zahlenwerk.

An den monatlich stattfindenden Michleistungsprüfungen (MLP) nehmen aktuell 58 Betriebe teil. Die Herdengröße liegt bei einem Durchschnitt von 71,6 Tieren und 4155 Tieren insgesamt. Im Durchschnitt erzielten die Herden eine Leistung von 10326 Kilogramm Milch mit 4,03 Prozent Fett und 3,48 Prozent Eiweiß. Das ist ein Plus von 68 Kilogramm Milch im Vergleich zum Vorjahr.

Damit belegt der Milchkontrollverein Vechta Platz 10 in der Statistik der Milchkontrollregion Emsland und Südoldenburg. Spitzenreiter ist das Kirchspiel Veldhausen in der Grafschaft Bentheim. Hier lag die Durchschnittsleistung bei 10504 Kilogramm Milch. Damit liegt der Milchkontrollverein Vechta im Mittelfeld von insgesamt 21 Kontrollvereinen.

Ludger Klausing aus Steinfeld erhielt gleich zwei Urkunden, denn sowohl seine Kuh Bente“ als auch Donna“ hatten die Schallmauer von 100.000 Kilogramm Milch an Lebensleistung überschritten. Foto: RöttgersLudger Klausing aus Steinfeld erhielt gleich zwei Urkunden, denn sowohl seine Kuh „Bente“ als auch „Donna“ hatten die Schallmauer von 100.000 Kilogramm Milch an Lebensleistung überschritten. Foto: Röttgers

Die höchste Herdenleistung in der Gruppe bis 50 Kühe erzielte Hartmut Meyer aus Bergfeine bei Damme. Seine Tiere lieferten durchschnittlich 854 Kilogramm Fett und Milch bei 11.716 Kilogramm Milch. In der Gruppe bis 99 Kühe lag der Zuchtbetrieb Batke aus Visbek vorne. Hier lieferten die Tiere 872 Kilogramm Fett und Eiweiß bei 12.117 Kilogramm Milch.

In der nächst höheren Gruppe bis 150 Kühe erzielten die Tiere von Mechthild Heil aus Fladderlohausen bei Holdorf mit 935 Kilogramm Fett und Eiweiß bei 12.723 Kilogramm Milch. 900 Kilogramm Fett und Eiweiß bei 11.870 Kilogramm Milch waren es bei Bünger in Holthausen bei Steinfeld in der Gruppe bis 200 Tiere.

Höchstleistungen beim Ertrag

Franz-Bernd Meyer aus Sierhausen bei Damme erzielte in der höchsten Gruppe mit über 200 Kühen konkurrenzlos einen Ertrag von 886 Kilogramm Eiweiß und Fett bei 11.798 Kilogramm Milch. Die höchsten Werte in der 305-Tage-Leistung erzielte die Kuh namens „Seoul 104“ mit Vater „County“ von Andrea und Maximilian Varelmann in Düpe bei Steinfeld. Sie kam in ihrer 2. Laktation – zu Deutsch Melkphase – auf 1180 Kilogramm Fett und Eiweiß bei 16.339 Kilogramm Milch.

In 3. Laktation erzielte Kuh „5023“ aus dem Stall von Franz-Bernd Meyer in Sierhausen bei Damme bei gleichem Eiweiß- und Fettgehalt 14.872 Kilogramm Milch. „Stylist“-Tochter „Leandra 93“ von Mechthild Heil aus Fladderlohausen lieferte mit 1168 Kilogramm Fett und Eiweiß 15.409 Kilogramm Milch und belegte damit den 3. Platz.

Die höchste Lebensleistung

Die beste Färse, also ein weibliches Rind, das noch nicht gekalbt hat, steht bei Markus Arlinghaus in Dinklage von HELU-Zucht im Stall. Die „Beatstick“-Tochter namens „15“ lieferte 997 Kilogramm Fett und Eiweiß bei 11.584 Kilogramm Milch. Die Kuh mit der höchsten Lebensleistung mit 9 Abkalbungen und 139.669 Kilogramm Milch ist die „Minister“-Tochter „Nassau 63“; sie steht ebenfalls im Stall von Andrea und Maximilian Varelmann in Düpe bei Steinfeld.

Josef Brinkhus von Masterrind konnte darüber hinaus Urkunden für das Überschreiten der 100.000-Kilogramm-Grenze der jeweiligen Tiere an erfolgreiche Milchbauern überreichen. Judith Batke-Busse aus Visbek für „Karina“, Mechthild Heil aus Fladderlohausen für „Eika“, Ludger Borchers mit „Tanja“ aus Lehmden, Jan Kuhlmann mit „Florida“ aus Borringhausen, Jan Dwerlkotte aus Langwege nahm stellvertretend für seinen Vater Bernhard für „Silke“ die Urkunde in Empfang und Markus Landwehr aus Lohne wurde für „Aralie“ ausgezeichnet.

Die durchbrochene Schallmauer

Ludger Klausing aus Steinfeld erhielt gleich zwei Urkunden, denn sowohl seine Kuh „Bente“ als auch „Donna“ hatten die „Schallmauer“ der Lebensleistung durchbrochen. Die besten Zellzahlergebnisse in den Herden mit 136 ml lieferte im Jahresdurchschnitt der Betrieb Gerd Enneking aus Rottinghausen bei Damme. Die Zellzahl ist ein Anzeichen für Eutergesundheit, informierte der 1. Vorsitzende Ludger Espelage gegenüber dieser Zeitung.

Die beste Herde in Kombination der drei Faktoren Fett und Eiweißmenge als Kennzeichen der Leistung, Zellzahl als Parameter der Eutergesundheit und Lebensleistung als Maß der Wirtschaftlichkeit hatte Mechthild Heil aus Fladderlohausen bei Holdorf vorzuweisen.

Platz 2 belegte in dieser Wertung die Herde von Franz-Bernd Meyer aus Sierhausen bei Damme, den 3. Platz errang Bernhard Dwerlkotte aus Langwege bei Dinklage. Dr. Anke van Ohlen vom LKV Weser-Ems stellte sich nach pandemiebedingter Pause erstmalig den Mitgliedern vor. Sie gehört seit 2 Jahren zum LKV Weser-Ems und war zuvor 15 Jahre als Hoftierärztin tätig. Sie stellte die Trächtigkeitsuntersuchung (TU) aus den Milchkontrollwerten vor, die bereits „sehr früh ab 28 Tagen zu 99 Prozent sicher“ sei, „eine Genauigkeit wie Ultraschall“ habe und sehr einfach sei, da „kein Fixieren der Kühe“ mehr notwendig sei, da die „Probenahme während des Melkens“ stattfinde.

Wie sich Methanausstoß reduzieren lässt

Außerdem informierte die Doktorin über das Projekt „ReMissionDiary: Die Kuh und das Klima“. Durch eine entwickelte Formel lasse sich mittels des Fettsäuregehaltes in der Milch die Menge an ausgestoßenem Methan pro Kuh errechnen, was zum Klimawandel beitrage und daher zu reduzieren sei. 29 Projektbetriebe hätten eineinhalb Jahre lang Daten zu Mich- und Futterinhaltsstoffen sowie Milchfettsäure geliefert, so dass es möglich sein werde, die „Methanemission zu berechnen“, so Dr. van Ohlen.

Aktuelles aus Zucht und Vermarktung berichtete Josef Brinkhus von der Masterrind GmbH und stellte eine „positive Situation“ für den Milchvieh- und Rinderbereich fest. Er informierte über die Auktionen am 14. Juni in Cloppenburg, 28. Juni in Verden und am 29. Juni in Lingen.

Außerdem stehe am 19. Juni der „Tag des Hofes“ als niedersachsenweite Veranstaltung an, an dem sich der Betrieb Rolfes aus Bakum im Landkreis Vechta sowie Franz Thole aus Emstekerfeld aus dem Landkreis Cloppenburg beteiligen. Zur „Schau der Besten“ ab 9.30 Uhr lud er am 18. Juni (Samstag) nach Verden ein. Wiedergewählt in den Vorstand des MKV Vechta wurden allesamt einstimmig Markus Landwehr aus Brägel bei Lohne, Stefan gr. Prues aus Bieste bei Neuenkirchen und Franz Josef Behens aus Dinklage.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Milchkontrollverein Vechta zieht eine positive Bilanz - OM online