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Mangel an Konsequenz

Thema: Debatte um Stromversorgung – der Rückgang des Anteils erneuerbarer Energien ist auf politische Versäumnisse zurückzuführen. Allein auf die Windflaute zu verweisen, ist zu einfach.

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Die Gegner der Energiewende sehen sich bestätigt. Denn der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix war 2021 rückläufig. Es wehte zu wenig Wind. Dadurch wuchs die Bedeutung von Kohle und Öl. All das liefert aber keine stichhaltigen Argumente für einen „Rollback“.

Solch eine Rückkehr zur Atomkraft und zur Kohle ergibt angesichts der Notwendigkeit, die Klimaziele zu erreichen und die Umwelt zu schützen keinen Sinn. Kohle zu verheizen treibt die fatale Erderwärmung weiter voran. Und nukleare Energie ist bei weitem nicht als möglicher Teil der Energiewende zu bewerten.

Gleichwohl hält sich der Irrglaube, dass Kernkraft eine quasi klimaneutrale Form der Energieerzeugung ist. Nein. Der Bau von neuen Meilern – der für eine Atom-Renaissance notwendig wäre – bedeutet erhebliche CO2-Emissionen. Enorme Sicherheitsrisiken und der auf Millionen Jahre radioaktive Müll sind weitere schwerwiegende Belastungen.

Die Energiewende muss endlich mit aller Entschlossenheit angegangen werden

Freilich: Zu wenig verfügbare erneuerbare Energie für die Stromversorgung der Nation – das darf nicht sein. Doch: Das Problem ist allein politischer Natur. Es mangelte an der notwendigen Konsequenz, die 2011 beschlossene Energiewende voranzubringen. Es fehlen Leitungen, weil das Planungsrecht nicht vereinfacht wurde. Es fehlt an Energiespeichern, obwohl die Technologie existiert, um bei Flaute verlässlich die Versorgung mit Windenergie zu gewährleisten.

Es sind diese Versäumnisse, die auch dazu führen, dass die Preise für Strom aus fossilen Quellen steigen. Die Energiewende muss endlich mit aller Entschlossenheit angegangen werden. Dann wird übrigens auch der Strom günstiger.

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