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Loeffelnuss gibt es jetzt auch in Weiß

Das Start-up von Jens Eschke entwickelt sich immer weiter - nun hat er das Sortiment erweitert. Zu finden sind die Produkte des Goldenstedters mittlerweile nicht mehr nur in der Region.

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Hat viel Freude an der Arbeit: Jens Eschke produziert mittlerweile eine weiße Loeffelnuss-Creme. Foto: C. Meyer

Hat viel Freude an der Arbeit: Jens Eschke produziert mittlerweile eine weiße Loeffelnuss-Creme. Foto: C. Meyer

 „Das Baby wächst“, sagt Jens Eschke und schmunzelt. Der Goldenstedter blickt in eine seiner 4 Maschinen. Die jüngste Entwicklung ist zwischen den zahlreichen Stahlkugeln direkt zu erkennen. Es gibt jetzt eine weiße Haselnuss-Creme bei Loeffelnuss. Seit Dienstag ist sie im Handel und hat bereits viele Fans. Das überrascht Eschke dann doch. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so eine Nachfrage nach einer weißen Creme gibt“, sagt er.

Generell erreiche der 44-Jährige mit seinen Produkten mehr Menschen, als er vermutet hätte. Ursprünglich habe er mit Loeffelnuss eine Nische gefüllt – die Cremes sind laktose- und palmölfrei. Die Zielgruppe sei also überschaubar, sagt der Goldenstedter, der selbst laktoseintolerant ist. Doch unter seinen Kunden seien viele, die nicht unter Laktoseintoleranz leiden und Loeffelnuss einfach wegen des Geschmacks kaufen, berichtet er stolz.

„Die Maschine wird immer wieder mit Öl durchgespült und gereinigt."Jens Eschke

Wenn die Nachfrage stimmt, muss die Produktion angepasst werden. Hatte Eschke im vergangenen Jahr noch 2 Maschinen im Einsatz, sind es jetzt 4 – für die braune Haselnuss-Creme 2, eine für die Mandel-Creme und eine für die weiße Haselnuss-Creme. Letztere hatte Eschke nach eigenen Angaben schon von Anfang an auf dem Plan. Das Rezept habe er früh gehabt, viel rumexperimentiert. Doch in die Produktion konnte er vorerst aus ganz pragmatischen Gründen nicht gehen. Wenn in einer Maschine eine braune Creme hergestellt werde, lasse sich nicht einfach auch eine weiße darin machen. „Die Maschine wird immer wieder mit Öl durchgespült und gereinigt“, erklärt Eschke. Dabei lassen sich Reste nicht vermeiden. Heißt: Für eine andere Sorte braucht es eine separate Maschine.

Vergrößert: Mittlerweile lässt Eschke 4 Maschinen für sich rühren. Foto: C. MeyerVergrößert: Mittlerweile lässt Eschke 4 Maschinen für sich rühren. Foto: C. Meyer

Mit dem Umzug an den neuen Standort kamen also die 2 weiteren Maschinen hinzu. Zuvor produzierte Eschke im Keller einer ehemaligen Chipsfabrik an der Barnstorfer Straße. Dort musste er allerdings wegen diverser Unstimmigkeiten raus. Schnell musste etwas Neues her. „Okay, wir haben ein großes Grundstück“, dachte sich Eschke, und relativ zügig bekam er die Genehmigung, bei sich daheim eine „größere Garage“ zu bauen, wie er sagt. Auf 60 Quadratmetern finden alle Zutaten wie auch die Maschinen genügend Platz. Derzeit kann Eschke mit den 4 Maschinen innerhalb von 2 Stunden 20 Kilogramm produzieren. In seinem neuen Domizil wäre aber genügend Platz für 4 Maschinen der nächstgrößeren Generation, die zusammen eine Produktion von 250 Kilogramm ermöglichen würden. „Vielleicht gibt es nächstes Jahr die erste größere Maschine“, überlegt der 44-Jährige laut.

Aktuell seien alle 4 Maschinen voll ausgelastet. Die Nachfrage werde von Monat zu Monat größer. Im Dezember seien etwa 2.000 Gläser gefüllt worden, sagt Eschke. Seit etwa 2 Wochen produziert er zusätzlich die weiße Haselnusscreme. Den neuen Standort hatte er zuvor Ende Januar, Anfang Februar bezogen. 3 Wochen lang konnte er gar nicht für Loeffelnuss arbeiten. „Ich habe mir dann eine Woche Urlaub genommen, um den Rückstand wieder aufzuholen“, sagt Eschke, der hauptberuflich im Außendienst tätig ist. Denn: Leben kann er von Loeffelnuss nach wie vor nicht. Immerhin sei das Geschäft kostendeckend, sagt er.

Erhältlich in örtlichen Fachgeschäften

Noch ist Loeffelnuss sozusagen ein Hobby. „Das bleibt wahrscheinlich auch mindestens noch ein Jahr so“, sagt der 44-Jährige. Bislang habe er aber viel Freude daran, und wenn sich das Geschäft weiter so gut entwickle, dann könne er sich vielleicht in 2 Jahren voll darauf konzentrieren, hofft der Goldenstedter. „Man investiert natürlich, weil man den Plan hat, sich selbstständig machen zu können“, verrät er. Zurzeit arbeitet Eschke vor allem abends und an den Wochenenden in seiner „Garage“. „Andere gucken abends Netflix, ich gucke in rührende Schüsseln“, sagt er und lacht. Eine 450-Euro-Kraft unterstützt Eschke hin und wieder, wenn seine Freizeit an Grenzen stößt.

Zu kaufen gibt es die Loeffelnuss-Produkte wie gehabt in mehreren örtlichen Fachgeschäften. Zwar sei das Wachstum dadurch geringer, als wenn es Loeffelnuss in den großen Supermärkten gebe, aber das Konzept gefalle ihm bislang so ganz gut, sagt Eschke. Die Cremes gibt es aber auch im Rewe in Wildeshausen und bald auch im Famila in Diepholz. Für Eschke seien das Tests. Denn er befürchtet, dass Loeffelnuss inmitten des umfangreichen Sortiments in den Supermarktregalen untergehen könnte. In den verschiedenen Fachgeschäften sei das seiner Meinung nach anders. Vor allem könnten die Verkäufer dort viel mehr auf das Produkt eingehen und Fragen der Kunden beantworten, findet Eschke. Aber noch habe man sich auf kein Konzept festgelegt.

Das aktuelle Sortiment: Bei Loeffelnuss gibt es eine Mandel-Creme, eine weiße Haselnuss-Creme sowie eine braune Haselnuss-Creme zu kaufen. Foto: C. MeyerDas aktuelle Sortiment: Bei Loeffelnuss gibt es eine Mandel-Creme, eine weiße Haselnuss-Creme sowie eine braune Haselnuss-Creme zu kaufen. Foto: C. Meyer

Mittlerweile gebe es sogar Anfragen aus Großstädten wie Berlin, Chemnitz oder Flensburg, berichtet der Goldenstedter stolz. Das sei völlig neu für ihn, dass neuerdings täglich Händleranfragen aus ganz Deutschland kämen, sagt er. Vorher sei das andersherum gewesen. Dabei spiele Social Media eine große Rolle, gibt er zu. Auf Instagram postet Eschke regelmäßig über seine Produkte. Dadurch werden immer mehr Menschen auf die Cremes aufmerksam.

„Alles, was in den Handel kommt, ist nie älter als eine Woche.“Jens Eschke

Produziert werde aber weiterhin auf Bestellung. Lagerware findet man bei Eschke nicht. „Alles, was in den Handel kommt, ist nie älter als eine Woche“, sagt er. Geplant werde die Produktion immer eine Woche im Voraus. Diese Frischegarantie möchte Eschke auch so lange wie möglich aufrechterhalten, gesteht er. Auch, wenn das ab einer gewissen Größe wahrscheinlich nicht mehr zu gewährleisten sei.

Ganz ohne Pannen läuft es dann doch nicht bei Loeffelnuss, lässt Eschke durchblicken. Kurz vor Weihnachten habe er bei der Produktion von Kristallzucker auf Puderzucker umgestellt. Dies war eine Empfehlung des Maschinenherstellers. Dadurch könnte die Creme schneller hergestellt werden. „Das war für die Kunden schon ärgerlich, denn die Cremes waren deutlich flüssiger“, erzählt Eschke. „Ich bin kein Lebensmittelchemiker. Ich dachte, Zucker ist Zucker“, gibt er zu.

Doch aus Fehlern lässt sich nur lernen, und Jens Eschke hat schon viele weitere Ideen im Hinterkopf. Die weiße Haselnusscreme kommt bei den Kunden so gut an. Wie wäre es mit einer laktosefreien, weißen Schokolade?

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