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Lockdown schlägt sich noch nicht auf Arbeitsmarktzahlen nieder

Die Arbeitslosigkeit im Oldenburger Münsterland ist nur leicht gestiegen - bleibt aber wegen der Corona-Krise auf einem hohen Niveau. Der Lockdown hat (noch) keine Auswirkungen auf die Zahlen.

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Symbolfoto: dpa

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Der Anstieg der Arbeitslosenzahl im Oldenburger Münsterland im Dezember war deutlich moderater als in den Vorjahren. Das teilt die Arbeitsagentur Vechta am Dienstag mit. Dafür gibt es offenbar gleich mehrere Gründe, wie Tina Heliosch, Leiterin der Agentur für Arbeit Vechta, erklärt: "Einerseits blieb die Arbeitskräftenachfrage stabil. Andererseits war die Arbeitslosigkeit aufgrund der Corona-Pandemie insgesamt schon auf einem höheren Niveau. Zudem federt der verstärkte Einsatz der Kurzarbeit die üblichen saisonalen Ausschläge in der Arbeitslosenstatistik ab."

Auch die zeitliche Erfassung der Arbeitslosenzahlen spielt eine wichtige Rolle. Stichtag ist der 10. Dezember gewesen. Der Lockdown trat allerdings erst 6 Tage später in Kraft. Dementsprechend werden die Auswirkungen der Maßnahmen im Dezember-Bericht nicht erfasst. 

Erste Auswirkungen der Corona-Krise seien bereits in der Beschäftigungsstatistik sichtbar. Das zeigen die Daten für das zweite Quartal 2020. Im Vergleich zum ersten Quartal 2020 ist die Zahl der Beschäftigten im Oldenburger Münsterland leicht gesunken. „Eine ungewöhnliche Entwicklung für diese Jahreszeit. In den vergangenen Jahren gab es von März bis Juni regelmäßig einen Anstieg der Beschäftigung zwischen einem und drei Prozent. In diesem Jahr ging die Zahl der Beschäftigten jedoch aufgrund der Pandemie um 0,4 Prozent zurück“, sagt Heliosch. 

  • Oldenburger Münsterland: Mit insgesamt 7991 Personen waren im Dezember 38 Arbeitslose bzw. 0,5% mehr gemeldet als im November. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,2%, während sie im Vorjahr 3,7% betrug. Im Vergleich zum Dezember 2019 stieg die Arbeitslosigkeit um 1171 bzw. 17,2%.
  • Landkreis Vechta: Mit insgesamt 3575 Personen waren im Dezember 41 Arbeitslose bzw. 1,1% weniger gemeldet als im November. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,0%, während sie im Vorjahr 3,5% betrug. Im Vergleich zum Dezember 2019 stieg die Arbeitslosigkeit um 501 bzw. 16,3%.
  • Landkreis Cloppenburg: Mit insgesamt 4416 Personen waren im Dezember 79 Arbeitslose bzw. 1,8% mehr gemeldet als im November. Die Arbeitslosenquote ist leicht gestiegen auf 4,4% (Vormonat: 4,3%), während sie im Vorjahr 3,9% betrug. Im Vergleich zum Dezember 2019 stieg die Arbeitslosigkeit um 670 bzw. 17,9%.
  • Geschäftsstelle Cloppenburg: Mit insgesamt 2654 Personen waren im Dezember 2 Arbeitslose bzw. 0,1% mehr gemeldet als im November. Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert bei 3,9%, während sie im Vorjahr 3,3% betrug. Im Vergleich zum Dezember 2019 stieg die Arbeitslosigkeit um 452 bzw. 20,5%.
  • Geschäftsstelle Friesoythe: Mit insgesamt 1762 Personen waren im Dezember 77 Arbeitslose bzw. 4,6% mehr gemeldet als im November. Die Arbeitslosenquote ist gestiegen auf 5,5% (Vormonat: 5,3%), während sie im Vorjahr 4,9% betrug. Im Vergleich zum Dezember 2019 stieg die Arbeitslosigkeit um 218 bzw. 14,1%.

Anzeigen für Kurzarbeit nehmen wieder zu

Die Zahl neuer Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit hat nach dem Höchststand im März/April 2020 in den Folgemonaten deutlich abgenommen. Aber: Seit November ist wieder ein merklicher Anstieg an neuen Anzeigen zu verzeichnen, wie die Agentur berichtet. Im Dezember zeigten 209 Betriebe aus dem Oldenburger Münsterland Kurzarbeit für insgesamt 3236 Beschäftigte an.

Seit April haben insgesamt 4115 Betriebe für insgesamt 55.085 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 42 Betriebe mit 1764 Beschäftigten. Die Zahl der Anzeigen sagt jedoch noch nichts über die Inanspruchnahme der Kurzarbeit aus, wie die Agentur erläutert. Das Ergebnis steht erst nach drei Monaten fest, wenn die Betriebe ihre tatsächliche Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit abgerechnet haben.

Hier liegen inzwischen die tatsächlich abgerechneten Daten für Juni vor. Demnach haben in diesem Monat im Oldenburger Münsterland 1413 Betriebe für insgesamt 15.174 Arbeitnehmer Kurzarbeit abgerechnet. Im Mai waren es 1831 Betriebe für 18.992 Arbeitnehmer. Unter den Kurzarbeitern im Juni waren 9570 Männer und 5604 Frauen.

Ergänzend zur gesetzlich definierten Zahl der Arbeitslosen veröffentlicht die Agentur für Arbeit auch regelmäßig Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber zum Beispiel im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Nach vorläufigen Angaben waren im Dezember einschließlich der arbeitslos gemeldeten Personen insgesamt 10.432 Menschen unterbeschäftigt. Das ist ein Plus von 7,9 Prozent gegenüber Dezember 2019.

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