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Lieber bei Anne als bei Aldi

Thema: Lebensmittelpreise – Lebensmittel sind in Deutschland mit Blick auf die tatsächlichen Produktionskosten zu billig. Doch der Ruf nach dem Staat greift hier zu kurz.

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Im Baugewerbe funktioniert der Markt: Ist das Angebot knapp und die Nachfrage hoch, steigt der Preis. Im Lebensmittelhandel hingegen klappt das gar nicht. Die Nachfrage ist hoch, gleichzeitig sind sich die meisten Akteure einig, dass die Verkaufspreise vor allem die indirekten Produktionskosten nicht abdecken. Dafür müssten die Lebensmittelpreise deutlich höher sein, doch das scheint mit Marktmechanismen nicht umsetzbar zu sein. 

Der Ruf nach dem Staat, nach neuen Regeln und Verboten greift indes zu kurz. Zum einen haben niedrige Lebensmittelpreise auch eine soziale Funktion, zum zweiten helfen in der global organisierten Nahrungsmittelwirtschaft nationale Regeln nicht wirklich: Selbst wenn alle deutschen Landwirte für die tierwohl- und umweltgerechte Haltung ihres Federviehs auskömmlich subventioniert würden, könnten sie das Preisniveau der polnischen Weihnachtsgans nicht halten. Der Preis aber ist beim Lebensmittelkauf immer noch das entscheidende Kriterium.

Vielleicht findet irgendjemand irgendwann noch den Stein der Weisen. Bis dahin bleibt nur die Feststellung, dass allein die Verbraucher mit ihrem Einkaufsverhalten einen Wandel herbeiführen können. Eine erste Lösung hat Bauernpräsident Joachim Rukwied ausgerufen: den Einkauf direkt beim Erzeuger. Die Möglichkeiten dafür sind nirgendwo so gut wie in unserer Region. Und selbst wenn die Lebensmittel im Hofladen nicht billiger sind, das Geld landet direkt in der Tasche von Elmar, Thomas, Sven oder Anne, statt bei Aldi, Lidl oder Edeka. Und das ist doch auch ein gutes Gefühl.

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