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Landwirte sagen Dankeschön bei ihren Sponsoren

Die Bewegung „Land schafft Verbindung“ zieht auf ihrer bundesweiten Staffelfahrt auch durch den Landkreis Vechta. Der markante Anhänger wird von einem Tross begleitet.

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Zwischenstopp in der Kreisstadt Vechta: Die Landwirte dankten den Vertretern des Kreislandvolkverbandes Vechta für die Unterstützung. Foto: Speckmann

Zwischenstopp in der Kreisstadt Vechta: Die Landwirte dankten den Vertretern des Kreislandvolkverbandes Vechta für die Unterstützung. Foto: Speckmann

Hupkonzert im Grünen Centrum in Vechta: Mehrere Vertreter der Bewegung „Land schafft Verbindung“ machten mit ihren Traktoren am Freitagmittag Station an der Rombergstraße. Im Gegensatz zu den jüngsten Protesten schlugen die Bauern äußerst harmonische Töne an. Ihnen war daran gelegen, sich bei ihren Sponsoren für die Unterstützung bei bundesweiten Kundgebungen zu bedanken.

Mit ihrer Aktion beteiligten sich die heimischen Landwirte an einer Staffelfahrt. Den dazu gehörigen Anhänger mit der Aufschrift „Vielen Dank für Ihre Unterstützung“ hatten Julius Ellmann aus Lüsche und seine Wegbegleiter am Donnerstagabend bei einem Treffen am Dümmer von den Kollegen aus dem Osnabrücker Raum übernommen. Am Freitag zog der Tross durch den Kreis Vechta. Bereits am Vormittag standen sieben Stationen auf dem Programm.

"Es ist wichtig, dass wir zusammenhalten. Wir dürfen uns nicht auseinander dividieren lassen."Dr. Friedrich Willms, Geschäftsführer Kreislandvolkverband Vechta

"Wir wurden bei unseren Demonstrationen von mehr als 50 Firmen unterstützt", berichtete Ellmann bei dem Zwischenstopp. Ein Dank galt den anwesenden Vertretern des Kreislandvolkverbandes Vechta, der bei auswärtigen Kundgebungen mit der Bereitstellung von Bussen behilflich war. Geschäftsführer Dr. Friedrich Willms pflichtete den Landwirten bei: "Es ist wichtig, dass wir zusammenhalten. Wir dürfen uns nicht auseinander dividieren lassen."

Nach dem Termin in Vechta wollte die Gruppe noch ein halbes Dutzend weitere Firmen und Institutionen im Kreis besuchen. Sie hatten die Bauern mit finanziellen und auch naturellen Zuwendungen unterstützt. Dass dieser Zuspruch nicht an Kreisgrenzen endet, zeigt ein Blick in den Nachbarkreis Cloppenburg, wo die Bauern bereits Mitte der Woche mit dem Anhänger unterwegs waren. Sie machten dabei auf ihre Geschäftslage aufmerksam.

Landwirte waren auch in Löningen zu Gast

Trotz allem Unmut ließ Birgit Lorenz nicht außer Acht, dass der Verkauf regionaler Produkte seit dem vergangenen Jahr um bis zu 30 Prozent gestiegen sei. „Die Verbraucher lassen uns nicht hängen“, lobte die Bäuerin aus Lennestadt. Diese Erfahrung hätten auch andere Direktvermarkter gemacht. Obwohl Gaststätten und Restaurants ab Mitte März wochenlang geschlossen waren, zeigte sich Spargelbauer Berthold Niehaus aus Ehren mit den Preisen zufrieden. Deutlich mehr Spargel als sonst sei vor Ort verkauft worden, sagte er. Auf der anderen Seite hätten sich seine Kosten wegen der aufwändigen Corona-Maßnahmen stark erhöht.

Löningens Bürgermeister Marcus Willen begrüßte die Landwirte in seiner Stadt und sprach ihnen Mut zu. Er hob die Bedeutung der Landwirtschaft für die Region hervor und hofft, dass Landwirte künftig fairer behandelt und nicht mehr „unter Generalverdacht“ gestellt würden. Die Bewegung „Land schafft Verbindung“ hatte sich zuletzt gegen den Vorwurf zur Wehr gesetzt, dass die Bauern am Artensterben Schuld seien.

Spargel, Erdbeeren und vieles mehr: Die Landwirte wurden in Löningen von Bürgermeister Marcus Willen begrüßt.   Foto: MeyerSpargel, Erdbeeren und vieles mehr: Die Landwirte wurden in Löningen von Bürgermeister Marcus Willen begrüßt.   Foto: Meyer

Auf seinem Weg durchs Land sammelt die Bewegung Spenden für die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“. Für Landwirt Christian Lüllmann ist das eine gute Sache, die er gern unterstützt. Aber es gehe auch darum, in der Bevölkerung um Verständnis für die Sorgen der Branche zu werben. Die Probleme sind seit Jahr und Tag dieselben. Die neue Düngeverordnung, das Verbot von Pflanzenschutzmitteln und neue Restriktionen bei der Tierhaltung liegen den Bauern im Magen. Veränderungen müssten sein, betonte Gerold Brümmer, „aber sie müssen zusammen mit uns umgesetzt und nicht von oben herab beschlossen werden.“

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