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Landvolk-Präsident sieht bei Milch CO₂-Einsparpotenziale

Dazu müssten neue Ställe gebaut werden, in denen Harn und Kot schnell voneinander getrennt werden. Die Klimaeffizienz in der niedersächsischen Produktion sei aber besser als anderswo, so Hennies.

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Symbolfoto: dpa

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Der Präsident des Landvolks Niedersachsen sieht bei Milchviehbetrieben noch großes Potenzial, klimaschädliche Emissionen zu senken – ohne den Tierbestand zu verringern. „In den nächsten zehn bis 15 Jahren könnten 20 bis 30 Prozent Treibhausgase bei der Milchproduktion eingespart werden“, sagte Holger Hennies am Dienstag bei einem Forum mit Branchenvertretern in Varel.

Dazu müssten auf den Höfen zum Beispiel neue Ställe gebaut werden, in denen Harn und Kot schnell voneinander getrennt werden oder zügig von der Oberfläche verschwinden. Auch sei es notwendig, Gülle gasdicht zu lagern und im besten Fall tagesfrisch in einer Biogasanlage zu verwerten. „Und wir müssen die Milchleistung pro Kuh erhöhen“, sagte er.

Die Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft in Deutschland sollen bis zum Jahr 2030 auf 56 Millionen Tonnen sogenannter CO₂-Äquivalente gesenkt werden. 2021 lag der Wert bei 61,1 Millionen Tonnen. „Die Einsparziele sind groß“, sagte Jan Heusmann, Vorstand der Landesvertretung der Milchwirtschaft Niedersachsen. Aber sie seien zu schaffen, auch ohne die Zahl der Milchkühe stark zu reduzieren.

In Niedersachsen werden in mehr als 8100 Betrieben knapp 800.000 Milchkühe gehalten

Seit 2016 können sich Milchbetriebe in Niedersachsen von der Landwirtschaftskammer ihre Klimaeffizienz errechnen lassen. Seit kurzem stellen zudem Molkereien den Milchbauern ein Online-Instrument zur Verfügung, um ihre Klimabilanz selbst zu erstellen. „Jeder Landwirt kann dann ganz einfach erkennen, wo seine Stellschrauben sind, um die Bilanz zu verbessern“, sagte Heusmann. Er rechne damit, dass die Möglichkeit künftig rege genutzt werde. Die Branche wisse um die Notwendigkeit des Klimaschutzes.

Die Klimaeffizienz in der niedersächsischen Milchproduktion sei schon jetzt besser als anderswo, sagte Hennies. Weltweit sei der CO₂-Fußabdruck bei der Herstellung von einem Liter Rohmilch mehr als doppelt so hoch wie in Niedersachsen. In Niedersachsen werden nach Angaben der Landwirtschaftskammer in mehr als 8100 Betrieben knapp 800.000 Milchkühe gehalten. Sie produzieren rund 6,2 Millionen Tonnen Milch pro Jahr. „Das ist ein Fünftel der deutschlandweit produzierten Milchmenge“, sagte Dirk Albers von der Landwirtschaftskammer.

Der Anteil der Landwirtschaft in Deutschland an den Treibhausgasemissionen liegt derzeit nach Angaben des Umweltbundesamtes bei neun Prozent. 80 Prozent des erzeugten Methans in Deutschland sind auf die Landwirtschaft zurückzuführen, für die Lachgasemissionen gilt das zu fast 60 Prozent.

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