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Landfrauen stützen Jungbauern

Der Weser-Ems-Verband fordert Maßnahmen, damit die junge Generation auf den Höfen eine Zukunft hat. Auf vielen Höfen herrscht derzeit Unsicherheit, wie es weitergehen soll.

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Machen auf sich aufmerksam: Seit Wochen fordern Landwirte eine faire Bezahlung - so wie vergangene Woche, als einige von ihnen aus dem Kreis Cloppenburg nach Lingen aufbrachen.  Foto: Meyer

Machen auf sich aufmerksam: Seit Wochen fordern Landwirte eine faire Bezahlung - so wie vergangene Woche, als einige von ihnen aus dem Kreis Cloppenburg nach Lingen aufbrachen.  Foto: Meyer

Wenn junge Landwirte Investitionen für mehr Tierwohl, Klimaschutz und Umweltschutz tätigen sollen, muss das nötige Geld dafür da sein. Und das müssen die Landwirte durch ihre Arbeit auf dem Hof mit ihren Tieren, ihrem Boden und ihrem Know-how verdienen. Doch ohne faire Bezahlung ihrer streng kontrollierten Produkte könnten keine Investitionen zum Wohl der Tiere, des Klimas und der Umwelt stattfinden, bedauert Ina Janhsen, Präsidentin des Niedersächsischen Landfrauenverbands Weser-Ems.

Ein junger Bauer stehe vor der Frage: Lohnt es sich noch, meinen elterlichen Betrieb zu übernehmen? Soll ich dafür kämpfen, andere Wege einschlagen, ignorieren oder aufgeben? Denn Landwirte leben in Generationen: Was die Vorfahren auf ihrer Scholle aufgebaut haben, will die junge Generation bewahren und entwickeln. Das sei ein Auftrag, der im Blut der Landwirte fließe.

Beruf des Landwirts systemrelevant

Der wichtigste Auftrag der Landwirte sei es aber, die Weltbevölkerung mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen. Nur der Landwirt sorge für die ­Ernährung der Menschen und verdiene Wertschätzung und Anerkennung in der Gesellschaft, denn dieser Beruf sei systemrelevant.

Ohne gerechte Bezahlung kann das nach Ansicht der Landfrauen nicht funktionieren. Auf vielen Höfen herrsche Unsicherheit. Investitionen mussten gemacht werden und Kredite müssen dafür aufgenommen werden. Diese müssen bedient werden - doch, wenn ständig neue Auflagen drohen, droht ein Teufelskreis - es gibt keine Planungssicherheit mehr.

Neue Standbeine müssten her, aber das brauche auch Gelder. ­Viele Höfe kommen in einen finanziellen Engpass und stehen mit dem Rücken zur Wand. Verzweifelte Landwirtsfamilien holen Rat bei Sorgentelefonen und suchen nach Lösungen.

Ina Janhsen, Präsidentin des Landfrauenverbands Weser-Ems   Foto: © Janhsen Ina Janhsen, Präsidentin des Landfrauenverbands Weser-Ems   Foto: © Janhsen 

Die Landwirte, die Politik und der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland müssten nach Meinung der Landfrauen in Weser-Ems miteinander sprechen und einsehen, dass Lösungen für eine faire Bezahlung der weltweit am meisten kontrollierten Lebensmittel gefunden werden müssen. "Ohne Landwirte wird der ländliche Raum arm sein", mahnt Ina Janhsen.

Eben dafür seien die Bauern auf der Straße, um sich zu wehren und für ihre Berufung und den länd­lichen Raum zu kämpfen, damit die Verbraucher regionale und hochwertige Lebensmittel auf ihre Teller bekämen. "Wir Landfrauen aus Weser Ems unterstützen diese Forderungen, denn ‚Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt'", so Janhsen.

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