Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Landesregierung unterstützt Großprojekte

Auf Initiative von Umweltminister Olaf Lies hatte Friesoythes Bürgermeister die Investoren kurzfristig zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen. Alle Beteiligten betonten die Chancen für die Region.

Artikel teilen:
Rückendeckung: Umweltminister Olaf Lies (Mitte) spricht mit Revis-Geschäftsführer Simon Detscher (links) und Kaskum-Chef Gert Stuke  über die geplanten Anlagen zur Verarbeitung von Wirtschaftsdünger am C-Port. Foto: Stix

Rückendeckung: Umweltminister Olaf Lies (Mitte) spricht mit Revis-Geschäftsführer Simon Detscher (links) und Kaskum-Chef Gert Stuke über die geplanten Anlagen zur Verarbeitung von Wirtschaftsdünger am C-Port. Foto: Stix

Die Diskussion um die geplanten Großanlagen am C-Port wird auch in der Landespolitik wahrgenommen. Umweltminister Olaf Lies hatte Friesoythes Bürgermeister Sven Stratmann kurzfristig darum gebeten, ein Gespräch mit den Investoren Revis Bioenergy (Münster) und Kaskum (Friesoythe) zu organisieren. „In solchen Diskussionen muss auch die Regierung einen Standpunkt beziehen“, erläuterte er seine Bitte.

Lies warnt davor, Themen zu vermischen

Bei dem Gespräch in der Alten Wassermühle ließ der Umweltminister keinen Zweifel daran, dass er die Projekte positiv bewertet. „Wir müssen gezielter mit Nährstoffüberschüssen umgehen und verhindern, dass sie in das Grundwasser gelangen“, betonte er. Dazu gehöre, Wirtschaftsdünger intelligent zu verwerten und beispielsweise für die Energieerzeugung zu nutzen.

"Die Zahl der Tiere im Landkreis hat nichts mit den geplanten technischen Lösungen zu tun."Olaf Lies, niedersächsischer Umweltminister

In der Diskussion dürfe man nicht versuchen, Themen miteinander zu vermischen. „Die Zahl der Tiere im Landkreis hat nichts mit den geplanten technischen Lösungen zu tun“, betonte er. Man müsse vielmehr versuchen, den Landwirten auch mit weniger Tieren ein vernünftiges Auskommen zu sichern und gleichzeitig den nicht zu vermeidenden Wirtschaftsdünger sinnvoll zu verwerten.

Er versicherte, dass das Land die Projekte intensiv begleiten und dabei dem Schutz von Umwelt, Natur, Gewässern und Bürgern höchste Priorität einräumen werde. Eine Einleiterlaubnis für anfallendes Abwasser beispielsweise, erläuterte er mit Blick auf die Wasserqualität in der Sagter Ems, sei nicht ohne Weiteres zu bekommen. „Da gibt es unglaublich hohe Anforderungen.“

Einleiterlaubnis Voraussetzung für weitere Planungen

Landrat Johann Wimberg verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass eine Einleiterlaubnis immer der erste Schritt für die Planung einer solchen Anlage sein müsse. „Ohne Einleiterlaubnis ist alles Schall und Rauch“, sagte er. „Wenn man die nicht hat, kann man sich alle anderen Schritte sparen.“

Auch die in der Verbandsausschusssitzung des C-Port am 9. Juni geplante Zustimmung zu den Grundstücksverkäufen sei keine Vorabentscheidung für die Projekte. „Wenn die Anlagen dann, aus welchen Gründen auch immer, nicht genehmigt werden können, fallen die Grundstücke an den C-Ports zurück“, betonte Wimberg.

Geschäftsführer möchten Chancen stärker betonen

Kaskum-Geschäftsführer Gert Stuke und Simon Detscher, Geschäftsführer der Revis Bioenergy GmbH, machten deutlich, dass ihnen in der Diskussion um die geplanten Anlagen die daraus entstehenden Chancen für die Region zu kurz kommen. „Ich bin davon überzeugt, dass wir bei einer sinnvollen Kombination von Technik und Veränderungen in der Landwirtschaft in ein paar Jahren keine Nährstoffüberschüsse mehr haben werden“, sagte Stuke.

Detscher wiederum verwies auf die Arbeitsplätze für qualifizierte Mitarbeiter und auf die Chance, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Für Olaf Lies schließlich bieten die beiden Projekte die Möglichkeit, einen Imagewandel für die Region zu erreichen. „Die Region ist der Hotspot bei der Grundwasserbelastung“, betonte er. „Wir sollten der Hotspot für die Lösung dieses Problems werden.“


Kommentar von Heiner Stix (Reporter):

Es ehrt den Umweltminister, dass er sich in einer landwirtschafts-, technologie- und umweltpolitischen Diskussion im Landkreis Cloppenburg positioniert. Das Gespräch mit den Investoren allerdings wurde so zu einem Treffen unter Freunden und damit zu einer vergebenen Chance. Denn es gibt es auch bei den Gegnern der zwei Mist- und Gülle verarbeitenden Anlagen durchaus intelligente, gut informierte Köpfe, denen es nicht um Krawall und Likes in den Sozialen Medien geht, sondern um die Sache. Eine Diskussion mit ihnen im kleinen Kreis und unter Beteiligung der Presse als kritische Öffentlichkeit hätte dem Thema mehr gebracht als die demonstrative Rückendeckung aus Hannover.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Landesregierung unterstützt Großprojekte - OM online