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Land will Bauern keine Ställe abkaufen

Muss der Staat eingreifen, um die Tierzahlen zu senken?  Das Landwirtschaftsministerium in Hannover lehnt diese Maßnahme ab.  In den Niederlanden finanziert die Regierung Bauern den Ausstieg.

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Unter Druck: Die Schweinehalter in Niedersachsen haben momentan mit den Auswirkungen der Coronakrise und der Afrikanischen Schweinepest zu kämpfen. Foto: dpa/Schuldt

Unter Druck: Die Schweinehalter in Niedersachsen haben momentan mit den Auswirkungen der Coronakrise und der Afrikanischen Schweinepest zu kämpfen. Foto: dpa/Schuldt

Das Land Niedersachsen wird Tierhaltern keine Ställe abkaufen, um diese anschließend stillzulegen. Eine finanzielle Förderung nach niederländischem Vorbild sei derzeit nicht geplant, bestätigte die Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums, Natascha Manski, gegenüber OM online. Hintergrund für die Anfrage ist die aktuelle Corona-Situation in manchen Schlachthöfen.

Der Ausfall von Mitarbeitern führt mittlerweile zu Engpässen bei Schlachtung und Zerlegung, weshalb Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) auf eine Reduzierung der Schweinezahlen drängt. Dies offenbar aber nur als temporäre Maßnahme, um den Tierschutz in den Ställen zu gewährleisten.   Für den kompletten Ausstieg aus der Schweinehaltung wird die Regierung jedoch kein Geld geben – auch, wie die Sprecherin erklärte, um möglichen Mitnahmeeffekten der Betriebe, die ohnehin aufhören wollen, vorzubeugen. „Das Landwirtschaftsministerium hat in Gesprächen mit Vertretern des Berufsstandes im Übrigen auch das Signal erhalten, dass Förderungen mit dem Ziel, die Tierzahlen zu senken, nicht als zielführend erachtet werden“, fügt Manski hinzu. Ergänzende marktstützende Maßnahmen würden in die Zuständigkeit des Bundes fallen, der mögliche Entscheidungen mit der europäischen Kommission abstimmt.

In den Niederlanden finanziert die Regierung Landwirten inzwischen den Ausstieg aus der Schweinezucht. 180 Millionen Euro legte die Regierung für ihr Ausstiegsprogramm zur Seite. Das Angebot richtet sich vor allem an Bauern in den ländlichen Regionen im Osten des Landes. Hier ist die Dichte an Höfen und Tieren besonders hoch. Anfang des Jahres konnten sich die Landwirte um eine Teilnahme an dem Programm bewerben. Statt der erwarteten 300 Betriebe haben sich mehr als 500 gemeldet. Abhängig von der Anzahl an Tieren und vom Alter der Ställe, die sie haben, macht der Staat ihnen ein konkretes Angebot. Stimmen die Bauern zu, fließt der erste Vorschuss und Anfang nächsten Jahres muss dann der Hof geräumt sein.  

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