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Land gibt grünes Licht für Konzept der Diepholzer Zentralklinik

Für die Beteiligten bedeutet der Feststellungsbeschluss aus Hannover mehr Planungssicherheit. Eine Zusage für die Erhoffte Millionen-Förderung ist das aber noch nicht.

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Hier soll das neue Zentralklinikum für den Landkreis Diepholz entstehen: Die Stadt Twistringen hat ein Grundstück an der Bundesstraße 51 angeboten. Foto: Kreiszeitung/Wilke

Hier soll das neue Zentralklinikum für den Landkreis Diepholz entstehen: Die Stadt Twistringen hat ein Grundstück an der Bundesstraße 51 angeboten. Foto: Kreiszeitung/Wilke

Der Landkreis Diepholz und der Klinikverbund Diepholz machen einen weiteren Schritt bei den Planungen für eine neue Zentralklinik in Twistringen. Laut Mitteilung des Klinikverbunds hat das Land Niedersachsen dem Vorhaben grundsätzlich grünes Licht gegeben. Demnach weise jetzt ein Feststellungsbescheid für das neue Krankenhaus 344 Betten aus. Auf dieser Basis lasse sich das bereits entwickelte Raum- und Funktionsprogramm weiter konkretisieren.

Der Bescheid ist allerdings noch keine Zusage für die erhofften Finanzmittel aus Hannover. Die Diepholzer Partner erwarten für den Klinik-Neubau Kosten in Höhe von 187 Millionen Euro und hoffen dafür auf hohe Zuschüsse aus dem Strukturfonds des Landes Niedersachsen. Allerdings konkurrieren gleich mehrere Kommunen um die auf 355 Millionen Euro begrenzten Mittel im Fördertopf – auch der Landkreis Vechta.  Nach Angaben aus dem Sozialministerium stehen dem Budget Anträge mit einem Volumen von einer Milliarde Euro gegenüber.

Die Schwester-Euthymia-Stiftung, Mehrheitsgesellschafter der Krankenhäuser in Vechta und Lohne, plant die Zusammenlegung der beiden Häuser in einem Neubau in Vechta. Erwartete Kosten: Rund 220 Millionen Euro. Der von der Stiftung sowie auch von den beiden Städten vom Landkreis favorisierte Standort für die neue Zentralklinik mit insgesamt 450 Betten ist eine bewaldete Fläche an der Diepholzer Straße unweit der B69. Das hatten die Beteiligten Anfang November bekannt gegeben. Politische Beschlüsse für den Standort gibt es aber noch nicht.

In Diepholz ist die Standortfrage geklärt

Der Landkreis Diepholz scheint den Vechtaern in diesem Punkt voraus. Die Beteiligten haben sich nach einem aufwendigen Auswahlverfahren bereits im Sommer auf den Standort geeinigt. Der Beschluss des Kreistags liegt vor. Die Stadt Twistringen treibt die Bauleitplanung voran. Und Landrat Cord Bockhop sieht sich unter Zeitdruck, auch um an die Fördermittel des Landes zu kommen.

In der Debatte um den geplanten Standort im Twistringer Stadtteil Borwede hatte der Verwaltungschef laut dem Diepholzer Kreisblatt gegenüber Kritikern erklärt: Möglichst bis Ende 2021 solle die Detailplanung abgeschlossen sein, spätestens aber bis Mitte 2022. Schließlich habe der Krankenhausplanungsausschuss die vorrangige baufachliche Prüfung des Projekts zugelassen und die Größe von 344 Planbetten beschlossen. 2027 soll die neue Klinik nach dem Willen der Beteiligten bereits in Betrieb gehen. Und ohne eine abgeschlossene Planung gibt es auch keine Förderung vom Land.

Wie auch im Landkreis Vechta wird auf Diepholzer Seite die Zusammenlegung von Krankenhäusern geplant: Sobald der Betrieb in der geplanten Zentralklinik startet, soll in den bestehenden Häusern in Bassum, Diepholz und Sulingen das Licht ausgehen.

Von einer Kinderklinik ist keine Rede mehr

In Twistringen soll es dann 174 Betten für die Innere Medizin, 75 für die Chirurgie, 28 für die Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie 28 Betten für die Orthopädie, 28 für die Urologie und 11 für die plastische Chirurgie geben. Von den Altstandorten soll nur das Zentrum für seelische Gesundheit in Bassum übrig bleiben. Dort stellt der Landkreis mit 130 Betten die psychiatrische und psychosomatische Versorgung sicher. Von der ursprünglich geplanten Kinderklinik mit 30 Betten am neuen Krankenhausstandort ist nun allerdings keine Rede mehr.

Der jetzt erteilte Feststellungsbescheid für ein 344-Betten-Haus gilt für den Diepholzer Klinikverbund als Grundlage für die weiteren Gespräche mit zuständigen Ministerien des Landes. Alles weitere hänge nun von der Höhe der Förderung durch das Land ab, sagt der Sprecher der Verbunds-Geschäftsführung Uwe Lorenz. Im nächsten Schritt stünden demnach die Vergabe der Planungsleistungen und ein Architektenwettbewerb bevor.

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Diepholzer Klinikverbunds, der Erste Kreisrat des Landkreises Diepholz Wolfram van Lessen, sagte zu dem Feststellungsbescheid des Landes: „Dies ist nicht nur ein weiterer Meilenstein für die weitere Planung der Zentralklinik sondern auch eine Bestätigung für das Konzept des Klinikverbunds. Wir haben die nächste Stufe in dem 187-Millionen-Euro-Projekt erklommen“, sagte er.

Für die Realisierung geht der Landkreis Diepholz allerdings auch finanziell in Vorleistung. Bis 2023 hat der Kreis bereits 20 Millionen Euro eingeplant, unter anderem für die aufwendigen Planungen.

Drei große Klinik-Fusionen konkurrieren um Millionen vom Land

Der Erfolg ist keineswegs garantiert. Um Mittel aus dem Fördertopf bewerben sich neben Vechta aktuell zwei weitere Landkreise. Im Heidekreis sollen die bisherigen Krankenhäuser Walsrode und Soltau in ein Gesamtklinikum münden. Und die Zentralklinik im ostfriesischen Georgsheil (Gemeinde Südbrookmerland) soll die Krankenhäuser in den umliegenden Städten Aurich, Emden und Norden ersetzen. Im Fall Vechta wollte ein Sprecher des Gesundheitsamts Anfang Dezember noch keine Prognose abgeben. Grund: Das Projekt sei noch in einer relativ frühen Planungsphase. Allerdings hat der Krankenhausplanungsausschuss des Landes auch für das Vechtaer Projekt die vorrangige baufachliche Prüfung beschlossen.

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