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Kunststofffolien werden ab November in Harme wiederverwertet

Erster Spatenstich für Unternehmen SL Recycling erfolgt. 20 Millionen Euro Investitionsvolumen. 30 Arbeitsplätze geplant.

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Packen an beim ersten Spatenstich: Sebastian Hogt (von links), Jürgen Moormann, Herbert Hermes, Dr. Stephan Siemer, Ludger Ostendorf, Tobias Averbeck und Engelberg Schwenz. Foto: Ebert

Packen an beim ersten Spatenstich: Sebastian Hogt (von links), Jürgen Moormann, Herbert Hermes, Dr. Stephan Siemer, Ludger Ostendorf, Tobias Averbeck und Engelberg Schwenz. Foto: Ebert

In Harme entsteht eine Anlage für das Recyceln von Kunststoffen. Das Unternehmen SL Recycling will hier ab November etwa 20000 Tonnen Granulat aus gewerblichen Umverpackungen herstellen. Insgesamt werden 20 Millionen Euro in das Werk investiert. Zunächst wollen die Geschäftsführer Dr. Stephan Siemer und Ludger Ostendorf 30 Arbeitsplätze schaffen. Im ersten Bauabschnitt sind eine Produktionshalle mit einer Grundfläche von 5000 Quadratmetern sowie eine Lagerhalle auf 3000 Quadratmetern geplant.

Am Mittwoch erfolgte der erste Spatenstich für die Industriegebäude des Unternehmens SL Recycling unter Anwesenheit der beiden Geschäftsführer, Bakums Bürgermeister Tobias Averbeck und des Technischen Leiters des Unternehmens, Engelbert Schwenz. Ebenfalls anwesend waren der Architekt Sebastian Hogt sowie Herbert Hermes von der Volksbank Vechta und Jürgen Moormann von der DZ Bank in Oldenburg.

Das Recyclingwerk will aus Folien Kunststoffgranulat herstellen, sagten Siemer und Schwenz im Gespräch mit dieser Zeitung. Da dazu nur gewerbliche Folien benutzt würden, etwa aus der Verpackung von Ware und Paletten, sei keine Geruchsbelästigung der Anlieger zu befürchten, sagten sie.

In der Vergangenheit sei Kunststoffmüll zu großen Teilen nach China und Südostasien exportiert worden, erklärte Siemer. Dort seien vielfach die verwertbaren Kunststoffe von nicht-verwertbarem Plastikmüll getrennt worden. Dieser sei dann in Gewässern entsorgt worden. In den vergangenen Jahren haben die asiatischen Staaten den Import von Plastikmüll aber verboten.

Daher sollen nun in Harme Folien „aus dem ganzen Norddeutschen Raum“ recycelt werden, sagte Siemer. Das dafür entwickelte „hoch-automatisierte“ Verfahren sei in Deutschland „einmalig“, so der Co-Geschäftsführer und ergänzte, das Unternehmen passe gut zum Kunststoffprofil der Region Oldenburger Münsterland.

Bürgermeister Averbeck betonte, dass der Verkauf der etwa 3,7 Hektar großen „der größte einzelne Gewerbeflächenverkauf“ in der Geschichte Bakums sei. Nach derzeitigen Plänen soll ab 2023 eine zweite Lagerhalle mit 3000 Quadratmetern Grundfläche entstehen. Auch sollen dann weitere zehn Mitarbeiter eingestellt werden. Die Produktionskapazität würde dann auf 25000 Tonnen Granulat pro Jahr wachsen.


Meine Meinung: Weniger!

Von Philipp Ebert

Es wurde Zeit, dass der in Deutschland produzierte Kunststoffmüll auch wirklich hier aufbereitet wird. Die Praxis, Abfall nach Asien zu exportieren, war umweltpolitischer Sondermüll. Dass Geschäftsleute vor Ort die Chance erkannt haben, kann den Standort Oldenburger Münsterland stärken. Trotzdem muss gelten, dass jedermann sich prüfen möge, ob nicht noch mehr Plastikmüll vermieden werden kann; egal, ob privat oder im gewerblichen Warenaustausch.

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