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Kritik an Verdi: Das sind die Vorwürfe der Wirtschaftsgemeinschaft

Hintergrund sind Klagen der Gewerkschaft gegen verkaufsoffene Sonntage. Neben weiteren Städten und Gemeinden hat es auch Cloppenburg getroffen.

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Symbolfoto: dpa

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Deutliche Kritik übt die Cloppenburger Wirtschaftsgemeinschaft an der Gewerkschaft Verdi. Hintergrund sind Klagen gegen verkaufsoffene Sonntage, die bereits in anderen Städten und Gemeinden für Einschränkungen oder Absagen gesorgt hatten.

„Mit derartigen Aktionen vernichtet die Gewerkschaft Verdi Arbeitsplätze vor Ort und macht sich zum Handlanger des Online-Handels“, hieß es in der Mitgliederversammlung der Wirtschaftsgemeinschaft. Gleichzeitig forderten die Kaufleute die Politik auf, hier endlich klare Regeln zu schaffen.

Klage gegen Cloppenburg Anfang Mai

Kritisiert wurde, dass sich die Gewerkschaft nach dem Gießkannenprinzip immer mal wieder Städte herauspicke und gegen sie klage. „Es war klar, dass wir irgendwann dran sind“, sagte dann auch Bürgermeister Neidhard Varnhorn, der Gast in der Mitgliederversammlung war.

Verdi hatte die Stadt Anfang Mai wegen der Genehmigung der verkaufsoffenen Sonntage im September (Mariä-Geburtsmarkt) und November („Cloppenburg tut Gutes“) verklagt. Nachträglich war auch Klage gegen den durchgeführten verkaufsoffenen Sonntag Ende April („Radtrends“) eingereicht worden. Die Stadt hatte daraufhin die Genehmigung zurückgezogen.

„Das ist auf Dauer das Ende der verkaufsoffenen Sonntage.“Cloppenburger Wirtschaftsgemeinschaft

„Wir haben inzwischen neue verkaufsoffene Sonntage beantragt und sind optimistisch, dass diese genehmigt werden“, sagte CM-Geschäftsführer Hubert Kulgemeyer. Allerdings müsse man, wie andere Städte auch, die „Kröte schlucken“, dass die Sonntagsöffnung nur im direkten Umfeld des Ereignisses stattfinden darf. Das gelte in den meisten Fällen für den Innenstadtbereich. Das Gebiet um Famila oder am Lankumer Ring dürfe nicht öffnen, so Kulgemeyer.

„Das ist auf Dauer das Ende der verkaufsoffenen Sonntage“, kritisieren die Kaufleute. Wenn nur noch Teile der Stadt geöffnet sein dürfen, würden die Kunden einfach wegbleiben. Hier fordern die Kaufleute eine „klare Linie des Gesetzgebers“, hieß es in der Versammlung. Es gebe Sonntage wie Ostern, Pfingsten oder den Advent, die ohnehin tabu seien. Für den Rest des Jahres sollte es jeder Kommune überlassen bleiben, wohin sie ihre vier verkaufsoffenen Sonntage lege.

Treffen mit der Gewerkschaft geplant

Dass die Oldenburger Gewerkschaft durch einen Anwalt aus Leipzig immer noch „das Haar in der Suppe“ suche, kritisieren die Kaufleute scharf. „Unsere Mitarbeiter, die Verdi eigentlich vertreten sollte, wollen sehr gern verkaufsoffene Sonntage, denn die bringen ihnen mehr Geld“, hieß es in der Versammlung. Sicherlich sei ein verkaufsoffener Sonntag auch für die Geschäftsleute attraktiv. „Gerade in der heutigen Zeit brauchen wir jeden Cent, und wenn die Gewerkschaft uns dann noch Einnahmemöglichkeiten nimmt, spielt sie mit den Arbeitsplätzen ihrer Mitglieder“, sagte Kulgemeyer.

Blumen als Dankeschön: Mit einem Strauß dankte Vorsitzender Rick Schouten (rechts) dem ausgeschiedenen Stellvertreter Bernd Höne. Foto: KulgemeyerBlumen als Dankeschön: Mit einem Strauß dankte Vorsitzender Rick Schouten (rechts) dem ausgeschiedenen Stellvertreter Bernd Höne. Foto: Kulgemeyer

In der Versammlung wurde angeregt, dass sich der Vorstand mit Verdi und der Stadt treffen solle, um hier Klarheit zu schaffen. Gleichzeitig soll versucht werden, über die örtliche Politik einen Antrag in den Landtag einzubringen, der das Ladenschlussgesetz vereinfacht und jeder Kommune mit jedem Geschäft die Möglichkeit bietet, viermal im Jahr sonntags zu öffnen. „Bei Amazon und Co. wird 7 Tage die Woche rund um die Uhr gearbeitet, da macht die Gewerkschaft nichts, bei uns geht es nur um vier Sonntage“, hieß es in der Versammlung.

Bei den anstehenden Wahlen gab es nur einen Wechsel im Vorstand. Für Bernd Höne, der nach 9 Jahren nicht wieder kandidierte, wurde Dionysios Ypsilos zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Im Amt bestätigt wurden Vorsitzender Rick Schouten, Stellvertreter Heinz-Josef-Schröder, Kassenwart Matthias Hermeling und Schriftführer Jürgen Ahrens.

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