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Krieg in der Ukraine betrifft auch Böseler Putenvermehrer Kartzfehn

Die Folgen des Kriegs spürt auch die heimische Wirtschaft. Das Moorgut Kartzfehn pflegt mit einheimischen Vertriebsmitarbeitern geschäftliche Beziehungen in die Ukraine und nach Russland.

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Kartzfehn: Vor dem Verwaltungsgebäude des Betriebs in Bösel steht eine große Pute. Foto: Pille

Kartzfehn: Vor dem Verwaltungsgebäude des Betriebs in Bösel steht eine große Pute. Foto: Pille

Der Krieg in der Ukraine geht nicht spurlos an der deutschen Wirtschaft vorbei. Auch Böseler Unternehmen pflegen Beziehungen in die Ukraine und nach Russland. Der Putenvermehrungsbetrieb Moorgut Kartzfehn hält bereits seit 20 Jahren geschäftliche Kontakte in die Ukraine, berichtet Pressesprecher Thorsten Mahlstedt.

Aktuell seien durch den Krieg die Lieferungen gestört und Kartzfehn müsse jeden Tag schauen, wie man mit den neuen Entwicklungen umgeht. "Wir hoffen, dass sich die Lage in der Ukraine schnell wieder beruhigt. Keiner hat zuvor erwartet, dass es so weit kommt“, zeigt Mahlstedt sichtlich schockiert. 

Geschäftskontakt nach Russland durch Sanktionen erschwert

Das Unternehmen beschäftigt zwei Vertriebsberater vor Ort und stehe noch in Kontakt mit ihnen. Den beiden Ukrainern gehe es den Umständen entsprechend gut, erzählt der Pressesprecher. "Sie wohnen eher in ländlichen Gebieten und nicht in den Ballungszentren."  

Neben den Hauptvertriebsgebieten innerhalb Deutschlands und der EU hat der Betrieb auch Kundenbeziehungen nach Russland. Diese seien aktuell durch die wirtschaftlichen Sanktionen erschwert. "Es kann keine Ware fließen, wenn kein Geld fließen kann", erläutert Mahlstedt. Die geplante Bruteiererzeugung könne man aber auch nicht einfach stoppen. Kartzfehn wollte Putenbruteier nach Russland liefern, die für die Fleischerzeugung notwendig sind. Der Pressesprecher befürchtet, dass die Sanktionen auch die einfachen Menschen in Russland stark treffen werden. 


Fakten:

  • Das Moorgut Kartzfehn liefert Puteneintagsküken, Jungputen und Bruteier. Die Geschichte des Unternehmens Moorgut reicht bis 1922 zurück, als Kartz von Kameke das Moorgut nach seinem Vornamen und der Bezeichnung für ein mooriges Gelände benannte. Das Böseler Unternehmen ist auch in der Kartz-von-Kameke-Alllee ansässig.
  • Die Firma hat neben der Zentrale in Bösel noch einen weiteren Brüterei- und sechs Elterntierstandorte in Deutschland und beschäftigt 500 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Zudem ist Kartzfehn nicht nur in der Ukraine und Russland durch Außendienstmitarbeiter vertreten, auch in Polen und Tschechien arbeiten Vertriebler. 

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