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Kreislandvolkverband Vechta bringt bundesweite Nährstoffzentrale an den Start

"www.nährstoffzentrale.de" steht allen offen, die Naturdünger abgeben oder aufnehmen wollen. Über das "Ebay für Wirtschaftsdünger" sollen aber vor allem landwirtschaftliche Betriebe interagieren.

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Dr.  Johannes Wilking (rechts), Dr. Friedrich Willms und Kathrin Albers stellten die Wirtschaftsdüngerbörse "www.nährstoffzentrale.de" vor. Foto: Kühn

Dr.  Johannes Wilking (rechts), Dr. Friedrich Willms und Kathrin Albers stellten die Wirtschaftsdüngerbörse "www.nährstoffzentrale.de" vor. Foto: Kühn

Die Wirtschaftsdüngerbörse "www.nährstoffzentrale.de" ist am Start. Hinter diesem "Ebay für Naturdünger" steht der Kreislandvolkverband Vechta mit seiner Naturdünger Verwertungsgesellschaft (NDV). Über die Börse kann jegliche Form von Naturdünger angeboten werden. Die Plattform steht privaten Anbietern ebenso offen wie landwirtschaftlichen Betrieben – kostenlos. Die Zentrale ist in erster Linie für die Schaffung eines Nährstoffkreislaufes konzipiert und zielt auf die Zusammenarbeit von Tiere haltenden und Ackerbau treibenden Betrieben und Regionen. 

Die Plattform ist auf bundesweite Handhabung ausgerichtet, soll aber zuvorderst die landwirtschaftlichen Betriebe im Norden Deutschlands vernetzen. "So kommen vielleicht der Mastbetrieb im Kreis Vechta und der Ackerbau treibende Bauer in der Magdeburger Börde zusammen", hofft der Vorsitzende des Kreislandvolks Vechta, Dr. Johannes Wilking. Die Börse soll "über die Länder hinweg" Kreisläufe natürlicher Dünger initiieren und dauerhaft installieren. Zugleich soll so der Einsatz mineralischer Dünger in der Landwirtschaft reduziert werden. "Die Internetseite ist allerdings nicht als Cash Cow für das Kreislandvolk Vechta gedacht", fügt er erklärend hinzu.  

Unterstützt wurde die technische Entwicklung der Plattform durch Gelder aus einem regionalen "Leader"-Förderprogramm. 34.000 Euro gab es an öffentlichen Mitteln. Für die bisherigen Ausbaustufen der Internetseite, entwickelt von Klein EDV in Vechta,  veranschlagt der Kreislandvolkverband insgesamt Kosten im "mittleren fünfstelligen Bereich", so Dr. Friedrich Willms. Der Geschäftsführer des Kreislandvolks Vechta erläuterte bei der Vorstellung die Technik und die Nutzung der Seite, die nach rund einem Jahr Ideenausarbeitung und Umsetzung frei geschaltet wurde.

Anbieter können über die Börse jegliche Form von Naturdünger anbieten

Anbieter können jegliche Form von Naturdünger nach einer Registrierung über die Plattform anbieten. Das kann Schweinegülle ebenso sein wie trockener Hühnerkot oder Pferdemist. Die Qualität des Düngers kann – muss aber nicht – über Zertifikate geprüfter Labore nachgewiesen werden.

Ähnlich wie bei der Anzeigenbörse Ebay kommunizieren der Anbieter eines Naturdüngers und der Abnehmer per E-Mail unabhängig und direkt über die Börse, haben sie sich über die "Anzeige" des Anbieters erst einmal gefunden. Dabei legen sie selbst die Bedingungen für die Anlieferung oder Bezahlung fest. Auch Abnehmer können inserieren. Für den Transport können die Partner auf registrierte Lohnunternehmen zurückgreifen.

Sollten die Partner oder teilnehmenden Betriebe Beratungsleistungen im Zusammenhang mit ihrem Düngerangebot oder -austausch für erforderlich halten, steht die GDV zur Verfügung und wird helfen, so Kathrin Albers. Diese Leistungen sind allerdings ein "kann" und kein "muss" betont sie. "Die Nutzung der Zentrale selbst bleibt freiwillig und kostenlos." 

"Bislang herrschte in diesem speziellen Markt kaum Transparenz."Dr. Johannes Wilking, Vorsitzender des Kreislandvolks Vechta

Nachdem die "Düngeverordnung 2017 bei uns eingeschlagen hat wie eine Bombe", so Wilking, "wollen wir mit der Nährstoffzentrale unseren Teil zu diesem speziellen Markt beitragen", erklärt der Kreislandwirt. Dabei ging es zunächst darum, ein Nährstoffkreislaufangebot für die eigenen 800 dem Kreislandvolk Vechta angeschlossenen Betriebe zu schaffen.  Nun, mit der Freischaltung der Seite, sollten sich zahlreiche Anbieter und Abnehmer finden, denn bislang "herrschte in diesem Markt kaum Transparenz, Anbieter von Wirtschaftsdünger und deren Abnehmer kamen eher zufällig zusammen". Das soll sich nun ändern.

Bislang kann der Internetauftritt "mit eigenen Bordmitteln des Kreislandvolks betrieben werden", erklärt Wilking.  Geplant sind aber bereits jetzt weitere, zeitnahe Ausbaustufen der Zentrale, die sich unter anderen mit der Dokumentation und den Meldepflichten rund um die verbrachten Nährstoffe beschäftigen werden. 

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