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Kreis Vechta und Stadt Lohne fördern Start-up-Center auf dem Innovationscampus

Die frühere Druckerei Rießelmann wandelt sich zum modernen Digitalstandort. Die Eröffnung ist für den 1. September terminiert. Existenzgründer können sich zum Start für 75 Euro monatlich einmieten.

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Eine neue Heimat für Existenzgründer und die digitale Welt: ein Blick in die Start-up-Area auf dem neuen Innovationscampus in Lohne. Grafik: Helmes + Schwerter, die Architekten

Eine neue Heimat für Existenzgründer und die digitale Welt: ein Blick in die Start-up-Area auf dem neuen Innovationscampus in Lohne. Grafik: Helmes + Schwerter, die Architekten

Die Arbeiten für den neuen Innovationscampus am Industriering in Lohne machen Fortschritte. Am 1. September öffnet das große Loftbüro mit Coworking Space, Start-up-Area und Meetingräumen sowie einem angrenzenden Event-Studio – ergänzt um klassische Büros und einen Campusgarten – erstmals seine Türen. Der Dienstleister Shopjektiv um den Lohner Geschäftsmann und mehrfachen Unternehmensgründer Philipp Niehues als künftiger Hauptmieter treibt die Transformation der früheren Druckerei Rießelmann zu einem modernen Digitalstandort gemeinsam mit den Eigentümern Irmtrud und Hermann Rießelmann emsig voran.

Ein Kernstück des neuen Innovationscampus ist das Start-up-Center, das an das "Start:Punkte"-Netzwerk der Gründerregion Oldenburger Münsterland angebunden wird. Es handelt sich dabei um einen Bereich auf dem Campus, in dem sich Existenzgründer gute und günstige Arbeitsplätze mieten können. Die Stadt Lohne und der Landkreis fördern dies mit zwei separaten Programmen, die in Kombination attraktive Konditionen für Start-ups bieten.

Die Rechnung: Ein Shared-Desk-Arbeitsplatz im Start-up-Center kostet 350 Euro pro Monat. Der Landkreis übernimmt nach Angaben von Daniel Kathmann (Wirtschaftsförderung) auf Antrag im Rahmen der Existenzgründungsförderung in den ersten 2 Jahren 50 Prozent der Mietkosten. Die Stadt beteiligt sich – ebenfalls auf Antrag – 5 Jahre lang mit 100 Euro pro Monat und Arbeitsplatz. Daraus ergibt sich eine monatliche Miete für Existenzgründer von anfangs gerade einmal 75 Euro.

Auf dem Holzrahmen entsteht später der Coworking Space: Philipp Niehues (Mitte) informierte Daniel Kathmann von der Wirtschaftsförderung des Landkreises und Lohnes Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet über die Baufortschritte auf dem neuen Innovationscampus. Foto: TimphausAuf dem Holzrahmen entsteht später der Coworking Space: Philipp Niehues (Mitte) informierte Daniel Kathmann von der Wirtschaftsförderung des Landkreises und Lohnes Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet über die Baufortschritte auf dem neuen Innovationscampus. Foto: Timphaus

Lohnes Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet nennt die Option der Doppelförderung "den Clou für Gründer". Niehues betont vor allem die Langfristigkeit dieser Förderung. "Ich möchte behaupten, dass dieses Angebot deutschlandweit einmalig ist."

Das ist nach seiner Einschätzung auch notwendig. "Wir konkurrieren schließlich mit den Start-up-Centern in den Großstädten", sagt der Unternehmer, der mit dem kollaborativen Ansatz vor allem den digitalaffinen Nachwuchs ansprechen möchte. "Wir schaffen das Büro der Zukunft. Das bedeutet auch, dass man den Leuten einen Grund gibt, ins Büro zu kommen."

Start-up-Center ist auf dem Campus prominent platziert

Im Detail ist die Förderung der Stadt etwas komplizierter: Existenzgründern, die sich im Start-up-Center einmieten, gewährt Lohne einen Mietkostenzuschuss von 100 Euro pro Monat und Arbeitsplatz. Die Förderung ist begrenzt pro Unternehmen auf maximal 3 Arbeitsplätze, ein Unternehmensalter von 5 Jahren und 10.000 Euro. Die Abrechnung erfolgt direkt mit dem Start-up-Center über ein Gutscheinsystem. Und weiter: Niehues wurden 40.000 Euro als Vorschuss für die Einrichtung des Start-up-Centers gewährt. Der Mietzuschuss der Stadt an die Gründer wird mit diesem Vorschuss verrechnet. Sollten sich die 40.000 Euro über die Gutscheine nach 5 Jahren nicht refinanziert haben, erstattet der Lohner Geschäftsmann die verbliebene Summe zurück.

In der Miete enthalten sind unter anderem der Arbeitsplatz selbst, die Nutzung von Gemeinschaftsbereichen und Besprechungsräumen sowie das Mentoringprogramm des Innovationscampus. Mietet der Gründer einen Nischenarbeitsplatz (400 Euro monatlich) oder ein abgeschlossenes Doppelbüro (450 Euro monatlich), muss er die Mehrkosten selbst tragen.

Das Start-up-Center ist laut Niehues in der früheren Druckhalle bewusst prominent im Eingangsbereich platziert. Optisch hebt sich die Ausstattung vom klassischen Büromobiliar ab. Im Zentrum prangt ein "Open Table" mit 8 Arbeitsplätzen. "Das ist der offene Bereich. Zusätzlich gibt es 3 halb-offene Nischen sowie 3 abgeschlossene Büros", sagt Niehues.

"Natürlich ist dieses Projekt auch ein Experiment."Philipp Niehues, Inhaber des Dienstleisters Shopjektiv und mehrfacher Unternehmensgründer aus Lohne

Der Innovationscampus selbst ist zunächst auf 60 Arbeitsplätze ausgelegt. Auf dem Gelände gibt es aber Potenzial für weitere Ausbaustufen. "Wir sind auf jede Art von Ansturm vorbereitet", sagt der Lohner. Derzeit liegen ihm nach eigenen Angaben 15 Anfragen vor – vom jungen Start-up bis zum klassischen Dienstleister. "Das zeigt, dass der Bedarf da ist", urteilt Voet.

Sie sieht in der bewussten Auflösung von Privatem und Beruflichem einen Ansatz, den vor allem junge Menschen sich wünschen. Dazu tragen dann auch die Pflückbeete, die Beachclub-Hütte oder das "Flunkyball-Feld" im Campusgarten bei. Niehues spricht vom "Homeoffice, nur ohne die Nachteile". Aus Sicht der Bürgermeisterin ist der gemeinsame Austausch ein wertvolles Plus, mit dem der Innovationscampus aufwartet. "Vor Ort entwickelt sich rasch ein Netzwerk. Durch das Mentorenprogramm haben Gründer einen erfahrenen Ansprechpartner – und erhalten so praxisnahe Ratschläge."

Niehues gesteht: "Natürlich ist dieses Projekt auch ein Experiment." Die Stadt Lohne teilt jedoch seine Ansicht, dass der Innovationscampus ein "Leuchtturmprojekt mit überregionaler Strahlkraft" werden könnte, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

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