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"Kreativer Wirbelwind" im Werkhaus

Melanie Noormann hat sich auf die Ausrichtungen von Hochzeiten spezialisiert. Da in Coronazeiten dieses Standbein wegfällt, ist sie im Werkhaus Pancratz den Schritt in die Selbstständigkeit gegangen.

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Traut sich: Melanie Noormann hat sich auf die Ausrichtungen von Hochzeiten spezialisiert. Da in Coronazeiten dieses Standbein wegfällt, ist sie im Werkhaus Pancratz den Schritt in die Selbstständigkeit gegangen. Foto: cl

Traut sich: Melanie Noormann hat sich auf die Ausrichtungen von Hochzeiten spezialisiert. Da in Coronazeiten dieses Standbein wegfällt, ist sie im Werkhaus Pancratz den Schritt in die Selbstständigkeit gegangen. Foto: cl

Pastelltöne, Neonfarben, schlicht weiß oder schwarz-gold: Die einen lieben es klassisch, andere knallig und wieder andere edel, aber natürlich. Wer sein Ja-Wort auch in Sachen Dekoration unvergesslich werden lassen möchte, findet mit Melanie Noormann aus Friesoythe eine erfahrene Ansprechpartnerin.

Hochzeiten sind seit Jahren ihr großes Thema, jetzt hat sie sich getraut, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. "Als zweites Standbein, weil das erste mit der Planung von Events und Feierlichkeiten in Coronazeiten weggebrochen ist", erzählt die 43-Jährige.

Ackerbürgerhaus mit geschichtsträchtigem Charme

Im Werkhaus Pancratz ist der "kreative Wirbelwind", wie sie sich selbst bezeichnet, sesshaft geworden. Das knapp 120 Jahre alte Ackerbürgerhaus an der Kirchstraße bietet sich mit seinem geschichtsträchtigen Charme als ideale Wirkungsstätte für individuelles Design an. "Ich habe mich hier sofort wohlgefühlt", sagt die Floristin, die am 13. April die Türen öffnete. Nicht zuletzt, „weil die 13 meine Glückszahl ist“.

Mit Frischblumen möchte sie künftig Akzente setzen, Trockenvarianten sind jedoch zurzeit der Trend. Darüber hinaus hält sie ein breites Angebot an Dekorationsartikeln bereit. Auch Fans des Hümmlinger Hofladens, dessen Nachfolge sie angetreten hat, kommen auf ihre Kosten, denn ein paar Köstlichkeiten aus dem Sortiment hat Melanie Noormann übernommen.

Pläne zu schmieden haben viele ihrer Kunden aufgegeben

Die Friesoytherin, die vor einigen Jahren bereits einen Blumenladen führte, möchte jedoch nicht nur verkaufen, sondern auch beraten und plant Workshops. Im Obergeschoss soll es dann um Tipps und Tricks gehen: Wie gestaltet man Blumenkronen, wie könnte die Herbstdeko aussehen, was passt zum Kindergeburtstag oder welcher Kranz wird im Advent gebunden sind Fragen, die in lockerer Runde professionell beantwortet werden.

Wann sie Brautpaaren wieder ein Blumen- und Farbkonzept unterbreitet und an Wochenenden auch für Veranstaltungen weit über die Region hinaus unterwegs ist, steht nicht fest.

Pläne zu schmieden haben viele ihrer Kunden aufgegeben. "Ein Paar hat seine Trauung nun zum vierten Mal verschieben müssen", berichtet die Floristin. Im ihrem Kalender ist noch für Oktober ein Fest nahe Lübeck terminiert. 150 Gäste sollen teilnehmen. Ob es so kommen kann, "ist völlig offen und bleibt abzuwarten".

Schaufenster wurde wohl 1910 eingebaut

Bis dahin konzentriert sie sich voll und ganz auf ihren neuen Laden im alten Ambiente. Der Gegenwart angepasst wurde kurz vor ihrem Einzug das Schaufenster. Wie der Verein "Werkhaus Pancratz" als Vermieter mitteilte, habe Glasermeister und Kirchenmaler Johann Pancratz, der das Haus ab 1910 bewohnte und dort arbeitete, das Fenster vermutlich noch selbst eingebaut.

Nach 111 Jahren sei es dann doch in die Jahre gekommen und grundsätzlich natürlich ohne energetische Effekte ausgestattet. Gute Gründe für die Mitglieder, aktiv zu werden.

Auf Eisblumen muss Melanie Noormann deshalb im Winter verzichten, aber die Optik ist insgesamt geblieben. So wurde das Fenster mit Isolierglas originalgetreu nachgebaut und eingesetzt und soll nun für die kommenden 111 Jahre halten. Seit 1998 engagiert sich der Verein um Vorsitzende Kerstin Kramer dafür, das Gebäude, das im Innern unter anderem durch Ornament- und Schablonenmalerei sowie durch Freihandmotive besticht, zu erhalten und mit handwerklichem und gesellschaftlichem Leben zu füllen. Denn: Ein Museumscharakter ist ausdrücklich nicht gewünscht.

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