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Krankenhaus soll möglichst noch wachsen

Der neue Geschäftsführer Dr. Niklas Cruse arbeitet an der Stärkung und der Zukunftssicherung der Klinik. Seine  Einarbeitung läuft bereits.

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Gemeinsam für die gute Sache: Dr. Niklas Cruse (links) und Gustav Peters wollen das Krankenhaus weiter stärken. Foto: Lammert

Gemeinsam für die gute Sache: Dr. Niklas Cruse (links) und Gustav Peters wollen das Krankenhaus weiter stärken. Foto: Lammert

Die 12-jährige Leni und der 2 Jahre ältere Paul in Düsseldorf werden ihren Vater in Zukunft in erster Linie wohl an Wochenenden sehen. Das hat einen triftigen Grund: Dr. Niklas Cruse hat am 1. März seine neue Stelle als Geschäftsführer des Dammer Krankenhauses St. Elisabeth angetreten. Seine Frau Dr. Inga Cruse, die als niedergelassene Radiologin tätig ist, bleibt mit den Kindern in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt.

Zum täglichen Pendeln ist die Entfernung zwischen den beiden Städten, deren Name mit „D“ beginnt und die beide Carnevalshochburgen sind, einfach zu weit. Aber, sagt Dr. Niklas Cruse, die Trennung der Familie unter der Woche sei für seine Kinder nichts Neues. Denn das war schon so, als er bei der Helios-Gruppe beschäftigt war und in Krankenhäusern in Lengerich, Oberhausen, Niederberg, Wuppertal, Siegburg und Bochum als Geschäftsführer arbeitete. Insgesamt 15 Jahre war er für die Gruppe tätig.

Ein Grund für den Neustart: Der Wunsch, für ein konfessionelles Krankenhaus zu arbeiten

Dass er nie sehr lange in einem Krankenhaus blieb, begründet er damit, dass er meist nur bestimmte Projekte umsetzen sollte. So war es in Lengerich und Oberhausen seine Aufgabe, die seinerzeit neu gekauften Häuser in die Gruppe zu integrieren. Die Wechsel seien von Vorteil, aber auch von Nachteil gewesen, meint der promovierte Diplom-Betriebswirt. Nachteilig sei es, dass es kaum möglich sei, Netzwerke zu knüpfen sowie engere Beziehungen zur Politik vor Ort und zu den Mitarbeitern aufzubauen. Der Vorteil: Zahlen, Daten und Fakten würden stets mit frischem Geist betrachtet.

Die Gefahr, eine gewisse Betriebsblindheit zu entwickeln, bestehe nicht. Ihm selbst seien die häufigen Wechsel auch deswegen leicht gefallen, weil er sich schnell in neue Sachverhalte einarbeiten könne. Bevor er 2006 zur Helios-Gruppe wechselte, war Dr. Cruse – und das durchaus längerfristig – beim Bundesverband der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) mit Sitz in Bonn beschäftigt. Dass er nach 4 Jahren seinerzeit den Arbeitgeber wechselte, hatte auch damit zu tun, dass der AOK-Bundesverband seinen Sitz von Bonn nach Berlin verlegte. „Meine Familie und ich wollten aber sehr gerne im Rheinland bleiben“, sagt der in Werther bei Bielefeld aufgewachsene Dr. Cruse.

Es klappte Dank Helios. Die Gruppe unterhält derzeit 89 Kliniken und mehr als 120 Medizinische Versorgungszentren. „Vor 2 Jahren wuchs in mir der Wunsch, in einem konfessionellen Krankenhaus zu arbeiten“, erklärt der Nachfolger Ralf Grieshops, der sich als Geschäftsführer verabschiedet hat. Es sei ihm wichtig, den Mensch in den Mittelpunkt der Arbeit im Krankenhaus zu stellen, sowie Werte wie Achtsamkeit und der Respekt vor den Mitarbeitern sowie Patienten zu leben. Dafür stünden konfessionelle Häuser.

Erste Erfahrungen in einem konfessionellen Krankenhaus sammelte der heute 47-jährige Katholik bereits nach seinem Abitur: Damals absolvierte er seinen Zivildienst in seinem solchen Krankenhaus. Wahrscheinlich lernte er schon damals, dass sich die Aufgaben in einem Krankenhaus dann gut bewältigen lassen, wenn die Mitarbeiter sich als Team sehen. Der Aufgaben harren viele auf ihn. Nur: „Ich brauche wahrscheinlich 3 bis 4 Monate, bis ich die Zahlen und Daten kenne und weiß, wie ich wo tätig werden kann.“

Dr. Cruse geht auf die Suche nach Verbündeten

Eines aber weiß er schon knapp 14 Tage nach seinem Dienstantritt: Er möchte sondieren, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit es mit anderen Krankenhäusern gibt. Natürlich herrsche unter den Häusern ein Wettbewerb, dennoch böten Verbünde Vorteile. So könnten Krankenhäuser bei einem gemeinsamen Einkauf ganz andere Rabatte aushandeln, als wenn jedes alleine auftritt. Verbünde machten aber auch Sinn, weil die in ihnen kooperierenden Einrichtungen Krisen in der Regel besser überstehen.

An einem lässt der neue Geschäftsführer allerdings keinen Zweifel aufkommen: „Wichtig ist, dass der Krankenhausstandort Damme stark bleibt und möglichst noch wächst.“ Da stimmt ihm der Ärztliche Direktor des Hauses, Chirurg Gustav Peters, zu. Eine bedeutende Erkenntnis der Corona-Pandemie sei die, dass es gut ist, dass es im Landkreis Vechta mehrere Krankenhäuser gibt.

Für Dr. Cruse steht darüber hinaus fest: Die medizinische Qualität im Krankenhaus St. Elisabeth mit seinen Leuchttürmen wie der Neurologie und der Gynäkologie sei gut, es gehe trotzdem darum, sie in Zukunft weiter zu steigern. Wie das zu bewerkstelligen ist, überlegt sich der neue Geschäftsführer vielleicht auch manches Mal außerhalb des Krankenhauses, wenn er in den Dammer Bergen unterwegs ist. Und das in flotten Tempo. Er ist ein begeisterter Läufer.

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