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Kompostierbare Kapseln stoßen an bürokratische Grenzen

Das Böseler Unternehmen entwickelt Verpackungen aus sogenanntem Biopolymer. Der Stoff ist biologisch abbaubar und kann in der Biotonne entsorgt werden. Doch noch scheitert das an rechtlichen Hürden.

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Anlass für Ärger: Kaffeekapseln. Foto: Landkreis Cloppenburg

Anlass für Ärger: Kaffeekapseln. Foto: Landkreis Cloppenburg

Kunststoff wird überall in unserem Leben eingesetzt, vor allem wegen seiner vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten. Allerdings ist die Weiterverwertung schwierig, seine Haltbarkeit ein Entsorgungs-Problem. Durch eine Innovation des Böseler Unternehmens fm Kunststofftechnik könnte der Markt der Verpackungen revolutioniert werden, teilt nun der Landkreis Cloppenburg mit.

Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Biopolymer, das die Form von Kaffeekapseln, Verpackungen, Kaffeebechern, Trinkhalmen oder ähnlichem annehmen und zusammen mit Lebensmittelresten in die Biotonne oder auf den Kompost geworfen werden könnte. Denn dieses Produkt, das aus den Schalen von Sonnenblumenkernen hergestellt wird, kann vollständig verrotten.

Einsatz der Produkte ist bisher nur eingeschränkt möglich

"Einige unserer Kunden haben bereits ein Produkt mit unserer Entwicklung auf dem Markt. Zum Beispiel einen Pflanztopf, der zusammen mit der gekauften Pflanze eingegraben wird und sich dann nach kurzer Zeit auflöst und zu Humus wird", sagt Geschäftsinhaber Ulrich Meyer, der den neuen Werkstoff "Sun Circle" vermarktet.

Doch noch sind die fast grenzenlosen Einsatzmöglichkeiten vielfach nur Theorie, die enormen, seit 2014 geleisteten Investitionen des mittelständischen Unternehmens nicht durchschlagend genug. "Wir scheitern an rechtlichen Vorgaben, unser Produkt verrottet, darf aber trotzdem nicht in die Biotonne", sagt Meyer. Das Unternehmen steht vor einer Hürde, bestehend aus Bundesvorschriften und Normen, die den Einsatz eines solchen Werkstoffs nicht vorsehen.

Landkreis versucht zu vermitteln

Landrat Johann Wimberg hat daher ein Treffen mit dem Unternehmer und der Bundestagsabgeordneten Silvia Breher organisiert, an dem auch der stellvertretende Böseler Bürgermeister Ludger Beeken und Bau- und Umweltdezernent Ansgar Meyer teilgenommen haben. "Wir haben hier ein sehr innovatives Unternehmen, das in Kontakt mit der Bundespolitik kommen muss, um seine Ziele erreichen zu können", sagt Landrat Johann Wimberg. "Allein die über 2 Milliarden Kaffeekapseln, die pro Jahr in Deutschland anfallen, sorgen für Müll, der vermeidbar wäre", stimmt Breher zu. Und Bau- und Umweltdezernent Ansgar Meyer ergänzt: "Kaffeekapseln werden schon jetzt ständig falsch getrennt. Da sie Kunststoff und den Kaffeesatz enthalten, gehören sie weder in die gelbe Tonne noch in die braune, sondern ausschließlich in die schwarze."

Geschäftsinhaber Meyer sagt: "Die Kapseln sind mit unserem Granulat bereits auf dem Markt. Man kann sie kompostieren, aber die Genehmigung für die braune Tonne fehlt leider noch." Breher versicherte, das Thema in Berlin auf die Agenda zu setzen.

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