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Kaum Tickets verkauft: Stadt Friesoythe sagt Kulturwochenende ab

Die Eintrittskarten können zurückgegeben werden, das Geld wird erstattet. Unabhängig davon plant der HGV seinen verkaufsoffenen Sonntag mit Kunstausstellung und erinnert an 55 Jahre.

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Mangels Nachfrage: Das Kulturwochenende musste abgesagt werden. Fotos: Claudia Wimberg

Mangels Nachfrage: Das Kulturwochenende musste abgesagt werden. Fotos: Claudia Wimberg

Das von der Stadt Friesoythe geplante Kulturwochenende fällt aus. 4 Veranstaltungen hatte die Verwaltung von heute (Donnerstag) an als Alternative zum Eisenfest im Innenhof des Rathauses organisiert. Mangels Nachfrage sei jetzt jedoch die Entscheidung gefallen, das „Open-Air-Event“ abzusagen, heißt es in einer Pressemitteilung. Eine Verschiebung komme nicht infrage, bereits erworbene Tickets können bei den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden, bei denen sie gekauft wurden. Das Geld wird erstattet.

Wie berichtet, waren als Programmpunkte eine plattdeutsche Theateraufführung der August-Hinrichs-Bühne, ein Poetry Slam in Kooperation mit der Volkshochschule Cloppenburg, ein Auftritt von Comedian und Bauchredner Jörg Jará sowie eine Zaubershow von Fabian Rabe geplant. Trotz des Ausfalls soll das Gelände in den kommenden Jahren vermehrt als Veranstaltungsort für Freiluftveranstaltungen genutzt werden.

55 Jahre HGV – HGV kann auf eine Schnapszahl anstoßen

Unabhängig vom städtischen Bestreben lädt der Handels- und Gewerbeverein (HGV) zu seinem verkaufsoffenen Sonntag ein, den die Kaufleute in Kooperation mit dem Kunstkreis für den 19. September organisiert haben. Die Besucher haben dabei die Gelegenheit, sich von den Angeboten in den Geschäften zu überzeugen und können sich gleichzeitig von der ausgestellten Kunst in den Schaufenstern inspirieren lassen.

Auszug aus der MT: Die Gründungsversammlung vom 4. August 1966.Auszug aus der MT: Die Gründungsversammlung vom 4. August 1966.

Zusätzlich kann der HGV auf eine Schnapszahl anstoßen: Der Verein wird 55 Jahre alt. Auf Initiative von Heinrich G. Kuhlmann schlossen sich Gewerbetreibende 1966 langfristig zusammen, um den „Ausbau der Stadt als Marktfläche zu unterstützen und zu verstärken.“ 1952 war bereits ein erster Anlauf unternommen worden, doch der damals gegründete Verein war „nach 2 Jahren wieder von der Bildfläche verschwunden“, wie die MT damals berichtete. Am 4. August 1966 dann also in der Gaststätte Krose „das Erwachen aus dem Dornröschenschlaf“. Erster Vorsitzender war Heinrich Bünnemeyer. Die Satzung wurde schließlich in der Mitgliederversammlung am 30. September im Hotel Thoben verabschiedet.

Im November 1966 wurde das 1. Konzept veröffentlicht

Angesichts der ins Leben gerufenen Attraktionen schließt sich im 55. Jahr ein Kreis: Das in der Gründungszeit angeschaffte „Zirkuszelt“ als besondere Weihnachtsbeleuchtung in der Stadtmitte soll eine Renaissance erfahren und zur kommenden Adventszeit in neuer Ausführung installiert werden. Im November 1966 wurde das 1. Konzept detailliert veröffentlicht: An 4 Meter hohen Stangen werden Sterne angebracht, von denen dann wiederum Lichterketten über den Mittelpunkt in 10 Metern Höhe geführt werden. Die Finanzierung erfolgte über ein zinsloses Darlehen zweier Banken, denn aus dem Rathaus hieß es damals, der HGV möge sich mit Blick auf einen kommunalen Zuschuss „keine großen Hoffnungen machen“, die Finanzlage sei zu angespannt. Heute ist die Stadt mit einer Förderung dabei, die in der vergangenen Woche politisch beschlossen wurde.

Gleiches gilt für die Gutscheinkarte, die zum 55. Geburtstag in den Fokus rückt und am Sonntag mit einem eigenen Stand und einem Bonus beworben werden soll. 555 Gutscheine mit einem Guthaben von 55 Euro können für 50 Euro den Besitzer wechseln.

Verkaufsoffene Sonntage, die anlassbezogen sein müssten, zu organisieren, werde immer schwieriger, bestätigte der Oldenburger IHK-Vertreter Lars Litzkow die Erfahrungen des Friesoyther HGV. Die erforderliche behördliche Genehmigung verliefe problemlos, allerdings erschwere die Gewerkschaft immer wieder die Pläne der Einzelhändler. Die Friesoyther wünschten sich für ihre 4 pro Jahr terminierten Sonntage grundsätzlich „mehr Planungssicherheit und weniger Wettbewerbsverzerrung“.

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