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Kaufleute sagen verkaufsoffenen Sonntag ab

Nach der erfolgreichen Ladenöffnung am 13. September fällt die Absage dem HGV Friesoythe schwer, denn die Umsatzeinbußen wiegen nach wie vor schwer.

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Hoffen auf November: Die Absage des verkaufsoffenen Sonntags am 4. Oktober war für den HGV Friesoythe eine schwere Entscheidung. Georg Pugge, Frank Hanneken und Markus Block (von links) wollen am 8. November einen neuen Anlauf nehmen.   Foto: Stix

Hoffen auf November: Die Absage des verkaufsoffenen Sonntags am 4. Oktober war für den HGV Friesoythe eine schwere Entscheidung. Georg Pugge, Frank Hanneken und Markus Block (von links) wollen am 8. November einen neuen Anlauf nehmen.   Foto: Stix

Ein Erntedankfest in der gesamten Innenstadt hätte er werden sollen, der verkaufsoffene Sonntag am 4. Oktober in Friesoythe. Corona hat der Veranstaltung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Freitag hat der erweiterte Vorstand des Handels- und Gewerbevereins beschlossen, auf die geplante Öffnung der Läden zu verzichten.

„Die mit der Ladenöffnung verbundene Verantwortung und die steigenden Infektionszahlen haben uns zu diesem Schritt bewogen“, erläutert Frank Hanneken, der kommissarische Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins. „Die Entscheidung war nicht einfach, aber wir sind uns der Verantwortung gegenüber den Kunden und den Mitarbeitern bewusst.“

Man habe nach den positiven Erfahrungen aus dem jüngsten verkaufsoffenen Sonntag mit einem hohen Kundenansturm gerechnet, sagt Markus Block, Vorstandmitglied im HGV. „Wir können nicht sicherstellen, dass wir dann die geltenden Vorgaben einhalten können“, begründet er die Absage. „Wir haben keine Panik vor Corona, aber wir gehen mit Respekt damit um“, ergänzt Hanneken.

­Erntedankfest sollte aus der Kirche in die Stadt getragen werden

Geplant war, regionalen Lebensmittelproduzenten in der Innenstadt durch zahlreiche Marktstände eine Bühne für die Präsentation heimischer Produkte zu geben und dadurch das Erntedankfest aus dem kirchlichen Raum hinaus auch in die Stadt zu tragen. „Wir waren uns nicht sicher, wie das bei den potenziellen Beschickern der Stände ankommt“, erzählt Block. „Anfangs dachten wir, wenn zehn zusagen, ist das gut. Letztendlich mussten wir sogar einigen Interessenten absagen.“

Das große Interesse an der Teilnahme führen Hanneken, Block und ihr Vorstandskollege Georg Pugge auch auf den Erfolg des jüngsten verkaufsoffenen Sonntags am 13. September zurück. „Das war für die Stadt und die Innenstadt eine ganz hervorragende Werbung und sicher ein neues Niveau“, sagt Hanneken. „Meiner Wahrnehmung nach waren die Kunden hellauf begeistert, was den Auftritt der Stadt und auch die ausgestellten Kunstwerke des Kunstkreises betrifft.“ Das Umland, so seine Wahrnehmung, blicke interessiert auf Friesoythe. „Das Feedback ist toll, und dafür lohnt sich die Arbeit.“

Bei der positiven Außenwahrnehmung spiele, so Block, sicher auch die erfolgreiche Innenstadtsanierung eine große Rolle. „Wir sind froh, dass die Stadt und der Stadtrat trotz Corona die Sanierung so vorantreiben“, sagt er. „Das finden wir toll, und das muss man dann auch mal sagen.“

Vorstandsteam stellt sich am 8. November neu auf

Nach der Absage des verkaufsoffenen Sonntags am 4. Oktober richtet der HGV seine Aufmerksamkeit nun auf den 8. November. Für diesen Tag ist anlässlich des Friesoyther Lichtersonntags die nächste Veranstaltung dieser Art geplant und genehmigt.

„Umsätze hängen wegen Corona im Vergleich zu  ­anderen Jahren hinterher.“Georg Pugge, HGV-Vorstand

Der HGV-Vorstand hofft, im Rahmen der Stadtillumination, die Läden für einen Sonntagnachmittag öffnen zu können. „Wir werden die Infektionszahlen weiter beobachten und schauen, ob das Anfang November möglich ist“, sagt Block. Sicher sei es noch nicht, man habe zuletzt ja gesehen, wie schnell sich die Zahlen ändern.

Allerdings würde die Kaufmannschaft nur ungern auf die Möglichkeit verzichten, durch einen verkaufsoffenen Sonntag zusätzliche Umsätze zu generieren. „Die Umsätze hängen wegen Corona im Vergleich zu anderen Jahren hinterher“, sagt Pugge. Die Einbußen seien zwar von Branche zu Branche unterschiedlich, insgesamt aber sei die Kundenfrequenz rückläufig. Man könne feststellen, wie sich das Einkaufsverhalten den Infektionszahlen anpasse. „Wenn mehr Menschen infiziert sind, bleiben die Leute aus Vorsicht zu Hause. Sie passen ihr Einkaufsverhalten den Umständen an.“

Am 8. November wird dann auch der neue Vorstand des HGV im Amt sein. Nach dem plötzlichen Tod der bisherigen Vorsitzenden Marion Arnkens muss sich das Vorstandsteam neu aufstellen. Die dafür erforderlichen Wahlen sollen auf der Mitgliederversammlung am 26. Oktober durchgeführt werden.

Wie sich der neue Vorstand zusammensetzen wird, sei derzeit noch unklar, versichert Hanneken. Noch sei man auf der Suche.„Erste Ideen gibt es“, bestätigt auch Block. „Aber es ist auch für uns schwierig, Leute zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren wollen.“

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