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Jörg Waskönig: Deutschland "besser verwalten, führen und denken"

Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Oldenburg formuliert mit Blick auf die Bewältigung der Coronakrise deutliche Worte. Der Bauunternehmer Martin Steinbrecher komplettiert den Vorstand.

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Jörg Waskönig fand deutliche Worte zum Ablauf der Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland. Foto: Hibbeler

Jörg Waskönig fand deutliche Worte zum Ablauf der Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland. Foto: Hibbeler

Zum Führungsgremium des Arbeitgeberverbandes Oldenburg (AGV) gehört nun auch Martin Steinbrecher, Bauunternehmer aus Wittmund. Mit seiner Wahl auf der Mitgliederversammlung in der Weser-Ems-Halle Oldenburg wurde der amtierende Vorstand des Verbandes um den Vorsitzenden Jörg Waskönig (Saterland) komplettiert. Steinbrecher ist auch Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Oldenburg – "Der kleine Kreis".

Auch im Oldenburger Land seien die wirtschaftlichen Spuren der Corona-Pandemie sichtbar, erklärte Waskönig in seinem Bericht. Einzelhandelsgeschäfte, Reisebüros, Hotel- und Gaststättenbetriebe sowie zahlreiche Soloselbstständige habe es hart getroffen. Auch größere Industriebetriebe wie die Kfz-Zulieferer, der Flugzeug- sowie der Maschinenbau und die Werften hätten spürbar gelitten. Sorgen bereiten Waskönig die gestiegenen Material- und Rohstoffpreise. "Diese könnten auch zu einer Bedrohung für den Wiederaufschwung nach der Corona-Krise werden", warnte er.

Kinder und Jugendliche sind in der Pandemie vergessen worden

"Was können wir aus dieser Krise lernen und was müssen wir in Zukunft besser machen?", fragte Waskönig. Seine Antwort: Deutschland müsse "grundsätzlich besser verwaltet, geführt und gedacht werden". Besonders kritisierte der Verbandschef die Schulschließungen: Die Kinder und Jugendlichen seien vergessen worden – "monatelang". Es habe keinerlei Konzepte gegeben, wie man Schulen möglichst für alle in Präsenz offenhalten könne. Von der Politik seien viele Versprechungen gemacht worden, aber geschehen sei kaum etwas. "Eine Gesellschaft muss für ihre Kinder und Jugendlichen Bildung möglich machen – gegen jeden Widerstand. Geschieht das nicht, dann rächt sich das", mahnte Waskönig.

Die Deutschen seien durch die Krise ein Stück staatsgläubiger geworden, konstatierte Waskönig. Die Politik suggeriere, dass allein der Staat die Krise bewältigt habe. "Auf Dauer hilft aber nur Eigeninitiative", meinte der AGV-Vorsitzende.

Arbeitgeberverband Oldenburg hat jetzt rund 560 Mitglieder – und wächst weiter

Hauptgeschäftsführer Jürgen Lehmann berichtete, dass der größte Arbeitgeberverband im Nordwesten auf gutem Kurs sei und die Mitgliederzahl beständig wachse. Zuletzt habe der Oldenburger Verband rund 560 Unternehmen gezählt – mit weiter steigender Tendenz. Das vergangene Jahr sei für den Verband eine Herausforderung gewesen. Das habe sowohl für die juristische Betreuung der Mitglieder als auch den Wandel hin zu digitalen Kommunikationsformaten gegolten. Videokonferenzen, Livestreams, Podcasts und Videos gehörten zu den Formaten, die der Verband seit Corona verstärkt nutzt und auch in Zukunft nutzen wird.

Zum Schluss der Versammlung berichtete Professor Dr. Hans-Gerd Nothwang, Dekan der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften der Uni Oldenburg, über die Perspektiven der Universitätsmedizin.

Martin Steinbrecher komplettiert den Vorstand des Arbeitgeberverbandes Oldenburg. Foto: PrivatMartin Steinbrecher komplettiert den Vorstand des Arbeitgeberverbandes Oldenburg. Foto: Privat

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