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Initiative legt "Kneipenretter"-Shirts für Lohner Gastronomie auf

Das Citymarketing des Handels- und Gewerbevereins und der Sportverein Blau-Weiß Lohne haben sich für die Aktion zusammengetan. Unterstützung erhalten sie von Sportgala-Moderatorin Jessica Bloem.

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Da sind die Dinger! (von links) Nicki Rösener (HGV-Citymarketing), Sportgala-Moderatorin Jessica Bloem und Thorsten Jehle (Blau-Weiß Lohne) präsentieren die stylischen „Kneipenretter“-Shirts. Foto: Runnebom

Da sind die Dinger! (von links) Nicki Rösener (HGV-Citymarketing), Sportgala-Moderatorin Jessica Bloem und Thorsten Jehle (Blau-Weiß Lohne) präsentieren die stylischen „Kneipenretter“-Shirts. Foto: Runnebom

Der Gedanke, den Schlüssel umzudrehen und endgültig Schluss zu machen, durchzuckte Heinz Hilbert nochmals am vergangenen Wochenende – wie so oft in den vergangenen Wochen. Der coronabedingte Lockdown zehrte an den Nerven des Lohner Gastronomen, Inhaber des "Heinz" in der Innenstadt. 

Zwei Monate lang waren Bistro und Kneipe verwaist. Nun dürfen Gaststätten, Restaurants und Cafés wieder öffnen – aber unter strengen Auflagen. "Das ist immer noch das Ende für uns", sagt Hilbert, der am Mittwoch seinen 60. Geburtstag feiert.

Er erläutert, dass die Schließung zwar ein Minus brachte. Mit dem festen Betrag habe er aber zumindest rechnen können. "Wenn ich vorher 5000 Euro Verlust gemacht habe, lege ich jetzt womöglich noch weitere 5000 Euro drauf", sagt Hilbert.

In den vergangenen Tagen ging es für ihn drunter und drüber. Er hat mit dem Zollstock sein Lokal vermessen, mit dem Landkreis einige Gespräche über die neuen Verordnungen geführt – und sich weiterhin über Finanzhilfen von Bund und Land informiert. Auch die Corona-Soforthilfe für Selbstständige hat er in Anspruch genommen. "Die 15.000 Euro waren schneller verpufft als man gucken konnte."

Plus-Minus-Null-Geschäft ... "wenn's gut läuft"

In das "Heinz" passen nach seinen Angaben unter Einhaltung der Corona-Vorgaben maximal 20 Personen. Selbst bei voller Auslastung könnte er unter diesen Bedingungen keinen Gewinn erzielen. Doch Hilbert gibt nicht kampflos auf. Vor dem Lokal – dort, wo sonst die großen Sonnenschirme stehen – hat der Lohner am Dienstag ein 100 Quadratmeter großes Zelt aufstellen lassen. "Am Donnerstag eröffnen wir wieder", kündigt er an. Der Lohner rechnet in den ersten Wochen – "wenn es gut läuft" – mit einem Plus-Minus-Null-Geschäft.

Drastisch wirkt sich für Hilbert aus, dass Veranstaltungen wie das Stadtfest, das Schützenfest oder die Kirmes in diesem Jahr nicht stattfinden werden. Auch die Events im Obergeschoss seines Bistros seien weggebrochen. "Ich überlege, diesen Bereich nun ebenfalls als Lokal zu nutzen", sagt er und dankt seinem Vermieter, der sich in der schweren Zeit entgegenkommend gezeigt habe.

Heinz Hilbert gibt nicht auf: Vor Bistro und Kneipe hat der Lohner Gastronom am Dienstag ein Zelt aufstellen lassen. So sind Besucher vor Wind und Regen geschützt – und Hilbert kann die Corona-Vorgaben besser einhalten. Foto: TimphausHeinz Hilbert gibt nicht auf: Vor Bistro und Kneipe hat der Lohner Gastronom am Dienstag ein Zelt aufstellen lassen. So sind Besucher vor Wind und Regen geschützt – und Hilbert kann die Corona-Vorgaben besser einhalten. Foto: Timphaus

So wie Heinz Hilbert geht es allen Gastronomen. Um ein Zeichen der Solidarität zu setzen und den Blick auf die Sorgen und Nöte der Gastwirte zu werfen, können die Lohner jetzt zu „Kneipenrettern“ werden.  Die Idee stammt unter anderem aus dem nordrhein-westfälischen Kamen. Jeder, der ein "Kneipenretter"-Shirt zum Preis von 25 Euro erwirbt, spendet gleichzeitig an die Lohner Gastronomie. Der Großteil des Erlöses geht direkt an die Restaurants, Gaststätten und Kneipen.

Das Besondere: Jeder Käufer entscheidet selbst, wem er sein Shirt widmen möchte, also für wen er spenden will. Dies wird schon bei der Bestellung vermerkt. Für die Aktion haben sich der Handels- und Gewerbeverein (HGV) Citymarketing Lohne und der Sportverein Blau-Weiß Lohne zusammengetan. Außerdem hilft Sportgala-Moderatorin Jessica Bloem mit.

Weitere Unterstützer bringen sich tatkräftig ein: Die Werbeagentur 1710 aus Vechta kümmerte sich um das Design. Sem Stadel von der Firma Stadel gestaltete die Homepage. Ali Yilmaz, Werbetechniker und gleichzeitig als Gastronom selbst betroffen, war sofort bereit, die Shirts zum Selbstkostenpreis zur Verfügung zu stellen.

„Solidarität zeigen für seinen Lieblingsladen, das ist jetzt sehr wichtig.“Jessica Bloem, Sportgala-Moderatorin

Die blauen T-Shirts gibt es in allen Größen. Sie können über die Webseite www.lohner-kneipenretter.de bestellt werden. Das Bezahlen läuft über PayPal oder per Überweisung. Anschließend werden die Shirts von den Initiatoren kontaktlos nach Hause geliefert.

Bloem, die inzwischen in Kamen lebt, aber mit dem Herzen immer noch an Lohne hängt, verbindet laut eigener Aussage viele tolle Erinnerungen mit den örtlichen Restaurants und Kneipen. "Mit Freunden im Sommer draußen im Heinz sitzen bis die Sonne untergeht, im Volldampf am Wochenende feiern und tanzen oder einfach mal auf eine gute Portion Tortellini zu Al Gambero – das fehlt. Mir bricht es seit Wochen das Herz zu sehen, wie alles geschlossen hat. Solidarität zeigen für seinen Lieblingsladen, das ist jetzt sehr wichtig.“

Gemeinsam für die Lohner Gastronomie ein Zeichen setzen in der Corona-Krise – das haben sich die Organisatoren der Aktion auf die Fahne geschrieben und hoffen, dass jetzt viele Lohner mitziehen. Damit Gastronomen wie Heinz Hilbert auch nach der Corona-Krise noch da sind.


  • Info: Für Rückfragen stehen Jessica Bloem (Telefon 0170/2020443) und Nicki Rösener (0176/70045290) zur Verfügung. Die T-Shirts können im Internet unter www.lohner-kneipenretter.de bestellt werden.

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