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In Schwichteler wird die Lokalrunde virtuell geordert

Seit Ostermontag hat die Klosterschänke einen Online-Shop eingerichtet. Das Angebot reicht vom kleinen Bier bis zum Fass. Sogar aus Bayern kommen Unterstützer.

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Bestellung auf Knopfdruck: Beim virtuellen Bier reicht das Angebot vom kleinen Pils bis hin zur Lokalrunde. Es kann ruhig etwas mehr sein, denn Kopfschmerzen hat man davon nicht zu befürchten. Foto: Thomas Vorwerk

Bestellung auf Knopfdruck: Beim virtuellen Bier reicht das Angebot vom kleinen Pils bis hin zur Lokalrunde. Es kann ruhig etwas mehr sein, denn Kopfschmerzen hat man davon nicht zu befürchten. Foto: Thomas Vorwerk

Das Fässchen Bier ist der Renner. Aber auch der Meter Gerstensaft wird nachgefragt und wer es bei einem Glas Pils belassen möchte, kommt ebenfalls zum Zug – alles aber nur virtuell und alles nur in der digitalen Klosterschänke in Schwichteler. Seit Sonntag ist die Theke unter www.klosterschaenke-schwichteler.de geöffnet.

Gruppe aus dem Ort betreibt die Kneipe

Der Klosterschänke geht es nicht anders als den anderen Kneipen zu Corona-Zeiten. Und doch ist diese Wirtschaft etwas Besonderes, denn sie wird von einer Gruppe aus der Dorfgemeinschaft betrieben. Ohne dieses Engagement würde in dem Kirchdorf eine wichtige Anlaufstelle fehlen. Nicht nur für das Feierabendbier und den Frühschoppen, sondern auch für Feste.

Einnahmen sollen die laufenden Kosten decken

"Die Einnahmen werden für die Miete und Nebenkosten verwendet, damit es nach der Pandemie noch eine Gastwirtschaft in unserem schönen Ort gibt", schreibt Geschäftsführer Jens Haase auf der Homepage. Man habe in der Vergangenheit gut gewirtschaftet, stoße nun aber an unsere Grenzen, so Haase. "Deshalb haben wir uns überlegt, wie Geld in die Kasse kommen kann. Durch das Dorf zu laufen, um Spenden zu sammeln, das wollten wir nicht." Nun wurde eine Plattform geschaffen, bei der sich auch Stammtischrunden treffen. Das "Fässchen" kommt in den Warenkorb und per Whatsapp wird "prost" gesagt. Das funktioniert gut, wie die Rückmeldungen zeigen. Gezahlt wird digital per Paypal oder klassisch als Überweisung.

Die Einladungen haben sich über Ostern in Windeseile über die sozialen Netzwerke verbreitet. "Viele aus Schwichteler, aber auch aus der ganzen Gemeinde Cappeln haben bislang mitgemacht", freut sich Haase über die Solidarität. Die Strahlkraft ist sogar noch deutlich größer. Sogar aus Bayern wurde bereits ein Bier bestellt. Pils. Kein Weizen.

Es kann auch ausschließlich Trinkgeld gegeben werden

Ansprüche für die Zeit nach Corona sind mit den Bestellungen nicht verbunden. Es ist eine reine Unterstützungsmaßnahme. Wer es deshalb lieber alkoholfrei mag, der kann auch ausschließlich Trinkgeld geben.

Vor gut 10 Jahren wurde die Klosterschänke als Gemeinschaftsprojekt übernommen. Die Thekenkräfte arbeiten kostenlos und was übrig bleibt, wird wiederum in Renovierungsarbeiten und den Unterhalt gesteckt.

Karte bewusst übersichtlich gehalten

Wer auf der Getränkekarte nicht fündig wird, der kann auch Wünsche äußern. Man habe das Angebot aber bewusst übersichtlich gehalten. Wenn es aber auch in den kommenden Wochen ähnlich gut weiterläuft, dann könnte sich Jens Haase auch vorstellen, Merchandising mit diesem Projekt zu verbinden, damit es zu den Bestellungen doch eine symbolische Gegenleistung gibt. Denn niemand weiß, wann wieder wie gewohnt geöffnet werden kann. Haase: "Jeder Euro hilft uns weiter."

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