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In Höltinghausen wird geforscht - und alle profitieren

Wissenschaftler untersuchen in den Höltinghauser Industriewerken, wie der Baustoff Kalksandstein optimiert werden kann. Von den Ergebnissen profitiert die gesamte Branche.

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Infos aus erster Hand: Silvia Breher ließ sich von Geschäftsführer Edmund Brinkmann (rechts) und dem technischen Betriebsleiter Siegbert Golze die Produktion von Kalksandsteinen zeigen.  Foto: Schrimper

Infos aus erster Hand: Silvia Breher ließ sich von Geschäftsführer Edmund Brinkmann (rechts) und dem technischen Betriebsleiter Siegbert Golze die Produktion von Kalksandsteinen zeigen. Foto: Schrimper

Konkurrenz belebt das Geschäft, heißt es. In den Höltinghausener Industriewerken ist man überzeugt, dass Zusammenarbeit nicht weniger wichtig ist. Denn dort, wo seit mehr als 100 Jahren Kalksandsteine verarbeitet werden, werden laufend Forschungsprojekte durchgeführt, die der gesamten Branche zugute kommen.

Im vergangenen Jahr wurde in dem Betrieb an der Brinkmannstraße beispielsweise erforscht, wie die Produktqualität von Kalksandsteinen verbessert werden kann: nämlich durch die Zugabe von fein gemahlenem Kalksandstein-Recycling-Material. Alle 77 Kalksandsteinwerke in Deutschland können diese Erkenntnisse nun für sich nutzen und in die Praxis umsetzen.

101 Forschungsvereinigungen in AiF organisiert 

Hinter Forschungsprojekten wie diesen steht die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke", kurz: AiF. Das Netzwerk ist Dachverband von 101 gemeinnützigen Forschungsvereinigungen, die von A wie Antriebstechnik bis Z wie Ziegelindustrie alles erforschen, was kleine und mittelständische Unternehmen voranbringen und ihre Produkte weltmarktfähig machen kann. "Das ist einmalig in der Welt", betonte die Geschäftsführerin Forschungspolitik der AiF, Andrea Weißig.

Im Rahmen der vom Bund geförderten Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) kümmert sich die in der AiF organisierte Forschungsvereinigung Kalk-Sand auch um Belange des Höltinghauser Betriebs. Die gemeinsame Forschung finde "vorwettbewerblich" statt, so Weißig. Was untersucht wird, bestimme die Industrie selbst. Das sorge für "bodenständige" Ergebnisse. Finanziell gefördert werden die Projekte mit Bundesmitteln, die die AiF ausschüttet.

Lob für Kooperation von Industrie und Wissenschafft

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher besuchte die Höltinghauser Industriewerke am Dienstag und informierte sich über die diversen Projekte. "Das ist angewandte Wissenschaft", lobte die Parlamentarierin. Das bringe alle Unternehmen nach vorne. Auch Edmund Brinkmann, Geschäftsführer des Unternehmens, hob die Wichtigkeit der Kooperation mit der Wissenschaft hervor. "Das macht einen nicht ärmer. Es macht einen ärmer, wenn man nicht vorne mit dabei ist", betone er.

Wie Dr. Wolfgang Eden, Leiter der Forschungsvereinigung Kalk-Sand erläuterte, wurde in Höltinghausen unter anderem in diesem Jahr untersucht, wie der bauliche Schallschutz von Kalksandstein-Mauerwerk verbessert werden kann - nämlich durch die Optimierung der Herstellparameter. Auch in den anderen Produktionsstätten in Deutschland für Kalksandstein würden regelmäßig Forschungsprojekte durchgeführt.

Nach Angaben der AiF flossen im vergangenen Jahr rund 180 Millionen Euro an die Forschungseinrichtungen, am stärksten gefördert wurden laut Andrea Weißig die Branchen Textil, Schweißen und Ernährungsindustrie. "2019 wurden für 17,4 Millionen Euro IGF-Vorhaben an niedersächsischen Forschungseinrichtungen umgesetzt", sagte die Geschäftsführerin.

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