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In Emstek werden Auszubildende frei Haus geliefert

Eine Broschüre mit den Emsteker Abschlussschülern wird in den nächsten Tagen an rund 200 Betriebe verteilt. Beide Seiten sollen von dieser Form der Nachwuchsgewinnung profitieren.

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Motiviert: Sandra Meyer, Diplom Sozialpädagogin/-arbeiterin (FH, Mitte),  mit zwei Schülerinnen am Aushang mit den freien Ausbildungsplätzen. Foto: Thomas Vorwerk

Motiviert: Sandra Meyer, Diplom Sozialpädagogin/-arbeiterin (FH, Mitte), mit zwei Schülerinnen am Aushang mit den freien Ausbildungsplätzen. Foto: Thomas Vorwerk

Ihre Auszubildenden bekommen rund 200 Firmen aus der Gemeinde Emstek in den nächsten Tagen frei Haus geliefert. In der neuen Broschüre „Gesucht? – Gefunden!“ stellen sich die Jugendlichen vor, die im Sommer die Oberschule (OBS) verlassen werden. Neben einem kurzen Steckbrief stehen Vorlieben und Berufswünsche im Mittelpunkt und so kann ein gezielter Kontakt aufgenommen werden.

Ausbildungsplatz zum Maler gefunden

Parallel gibt es auch die Jobbörse in der Aula. Dort werden freie Ausbildungsstellen von den Unternehmen angepriesen und die Schüler können sich eine Übersicht über die Vielzahl an unterschiedlichen Berufsfeldern ein Bild machen. Unterstützung gibt es dabei von der Schulsozialarbeiterin Sandra Meyer. Einen Schüler hat sie erst kürzlich bei einem Online-Bewerbungsgespräch begleitet und nach einem Probearbeiten im Betrieb stehen alle Zeichen auf eine Ausbildung zum Maler.

Schüler setzten sich mit Stärken und Schwächen auseinander

Schon im Vorfeld werden die jungen Leute nicht allein gelassen. Der Steckbrief für die Broschüre wird im Deutschunterricht erarbeitet und vorher setzten sich die künftigen Arbeitskräfte mit ihren Stärken und Schwächen auseinander. Die fertige und von der Caritas finanzierte Ausgabe kommt gänzlich ohne Bewerbungsfotos aus. Dies ist heutzutage nicht unüblich und richtet den Fokus ganz auf die Fakten, begründet Schulsozialarbeiterin Franziska Diekmann, federführend in diesem Projekt, diesen Schritt.

Keinen Umweg über ein weiteres Schuljahr nehmen

Mit dem Bemühen, die jungen Frauen und Männer direkt ins Berufsleben einsteigen zu lassen, soll ein Trend durchbrochen werden. Es hat sich in den vergangenen Jahren nämlich gezeigt, dass viele lieber noch ein Jahr an einer Berufsbildenden Schule dranhängen, als den Arbeitsalltag zu erleben. Dafür mag es gute Gründe geben, aber oft sei es auch so, dass dies aus einer Bequemlichkeit heraus geschehe, weil man die geregelten Strukturen einer Schule kenne und sie dann – wenn auch an einem anderen Ort – fortsetzen könne, meint die Didaktische Leiterin der OBS, Heike Kloster.

Firmen können Angebote in der Schule publik machen

Das Engagement von Schule und Schülern ist aber nur die eine Seite. Firmen sind ausdrücklich angesprochen, ihre freien Lehrstellen in der Schule publik zu machen. „Betriebe können mit einer Stellenausschreibung an uns herantreten, so dass wir die zukünftigen Abschlussschüler darüber informieren und auch für eine konkrete Ausbildungsstelle motivieren können“, heißt es in dem Anschreiben an die Unternehmen. So hat es auch der Malerbetrieb aus Höltinghausen gemacht – und Erfolg gehabt.

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