Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Immer mehr Menschen überschulden sich

Die Beobachtungen der Schuldnerberater in Barßel sind bedrückend. Die Schuldner- und Insolvenzberatung der Arbeiterwohlfahrt freut sich über einen Scheck der LzO.

Artikel teilen:
Damit die soziale  Schuldnerberatung  durch die AWO Barßel fortgeführt werden kann, gab es einen  Scheck von der Landessparkasse zu Oldenburg. Es freuten sich: (von links) Frank Naber, Brigitte Siebum, Marianne von Garrel und Eric Janssen. Bild: C. Passmann

Damit die soziale Schuldnerberatung durch die AWO Barßel fortgeführt werden kann, gab es einen Scheck von der Landessparkasse zu Oldenburg. Es freuten sich: (von links) Frank Naber, Brigitte Siebum, Marianne von Garrel und Eric Janssen. Bild: C. Passmann

Die Schuldner- und Insolvenzberatung der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Cloppenburg in Barßel stellt in der Schuldenfalle keine größeren Tendenzen in der Vergangenheit fest. Es geraten aber immer wieder Menschen in die Überschuldung. Und das hat nicht einmal mit der Corona-Situation zu tun. Darüber sind sich die Vertreter der Landessparkasse zu Oldenburg und der Schuldnerberatung in Barßel einig.

Frank Naber, Leiter Firmenkunden der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) im Landkreis Cloppenburg und Barßel, und  Zweigstellenleiter Eric Janssen überbrachten der AWO in Barßel jetzt einen Förderscheck in Höhe von 6600 Euro. Die LzO Oldenburg unterstützt die Schuldnerberatungsstelle in Barßel aus Mitteln des Lotteriespiels "Sparen und Gewinnen". Die Beteiligung der Sparkasse basiert auf einer langjährigen Vereinbarung zwischen dem Sparkassenverband Niedersachsen und dem Land Niedersachsen.

"Die Unterstützung des Engagements der sozialen Einrichtung und Vereine in unserer Region bedeutet uns viel und ist sehr wichtig."Frank Naber, LzO

"Die Unterstützung des Engagements der sozialen Einrichtung und Vereine in unserer Region bedeutet uns viel und ist sehr wichtig", so Naber: "Wir freuen uns, dass wir unsere Förderungen für die sozialen Schuldnerberatungsstellen auch in diesem Jahr fortführen können und hoffen, dass wir damit einen Teil zur Erfüllung dieser verantwortungsvollen Arbeit beitragen können." Die offizielle Übergabe der Förderung erfolgte an Brigitte Siebum, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt, und an die Schuldnerberaterin Marianne von Garrel.

"Unsere Beratungen haben bis Ende Oktober insgesamt 470 Familien und Einzelpersonen in Anspruch genommen. Es handelte sich dabei um Einmalberatungen und mehrmalige Beratungen pro Fall." Diese Bilanz zieht die Schuldnerberaterin Marianne von Garrel. Im Vergleich zur letzten Statistik zeichnen sich bei der AWO Barßel, die Menschen im gesamten Nordkreis und teilweise auch aus Cloppenburg betreut, nur leichte Veränderungen ab.

Es verschulden sich immer mehr über 60-Jährige

Aber ein anderes Phänomen sei festzustellen. Während die Altersklasse der 30 bis 40-Jährigen mit rund 27 Prozent gleich bleibt, steigt auf der anderen Seite die der über 60-Jährigen kontinuierlich. Es sind etwa 16 Prozent. Das Durchschnittsalter liege bei 43 Jahren. Weibliche und männliche Ratsuchende halten sich die Waage. Als Ursache der Verschuldung nennt Marianne von Garrel die Arbeitslosigkeit und das längerfristige Niedrigeinkommen. "Da meistens mehrere Gründe als Verschuldungsursache genannt werden, fällt hier der hohe Anteil der Personen auf, die Trennung und eigenes Konsumverhalten als Grund der Notlage angeben", so die Schuldnerberaterin der AWO.

Die Wurzeln der Verschuldung liegen aber weit zurück. "Das beginnt schon in jungen Jahren im Elternhaus", so Brigitte Siebum. Bei der Schuldenhöhe stellt der Anteil der Menschen (47 Prozent) mit einer verhältnismäßig geringen Verschuldung (bis 10.000 Euro) die größte Gruppe dar. Es gibt rund 34 Personen, die über 20 Gläubiger haben. Der Durchschnitt der Gläubigeranzahl beträgt pro Haushalt 8 und die Schuldenhöhe rund 24.200 Euro", so von Garrel.

Die Anzahl der Bezieher von Lohn und Gehalt inklusive einer geringfügigen Beschäftigung sei deutlich gesunken. Betrug die Prozentzahl 2020 noch 41,05, sind es jetzt nur noch rund 23 Prozent. Das Einkommen reiche gerade noch so zur Bestreitung des Lebensunterhaltes. Gestiegen sei auch die Nachfrage im Bereich "Bescheinigungen für P-Konto". Die AWO führt auch die Insolvenzberatung durch. Der Anteil ist leicht gestiegen. Bislang wurden 32 Anträge (Vorjahr 25) gestellt.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Immer mehr Menschen überschulden sich - OM online