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Im Bastelbogen24 sind Wichteltüren der Renner

Elisabeth und Marleen Vink haben die Corona-Pandemie genutzt, um ihr Bastelfachgeschäft in Lohne digital aufzustellen. Dabei geholfen hat das Förderprogramm "Digital aufgeLaden" des Landes.

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Alles zum Thema Wichtel: Der Lohner Bastelladen Bastelbogen24 bietet einfache Türen, aber auch kleine Gegenstände und Bücher, um dem skandinavischen Brauch Leben zu verleihen. Foto: E.Wenzel

Alles zum Thema Wichtel: Der Lohner Bastelladen Bastelbogen24 bietet einfache Türen, aber auch kleine Gegenstände und Bücher, um dem skandinavischen Brauch Leben zu verleihen. Foto: E.Wenzel

Wer jüngst im Klosterwald in Mühlen spazieren war, hat es vermutlich entdeckt: Jeppe und Alva sind eingezogen. An Bäumen stehen die Türen zu ihren Wohnungen. Die beiden sind Weihnachtswichtel. Aber auch ihre Kumpanen treibt es umher. In Häusern rund um die Welt tauchen zur Weihnachtszeit kleine Wichtel auf. Sie ziehen in die Häuser der Menschen ein und bringen Leben in die Bude. Den Wichtel selbst bekommen die Menschen zwar nie zu sehen. Aber es gibt ein Zeichen, dass ein Wichtel im Haus wohnt: eine Tür – die Wichteltür.

Der Brauch stammt aus Dänemark und wird in Deutschland immer beliebter. Zur Adventszeit taucht über der Fußbodenleiste eine kleine Tür auf. Von dem Zeitpunkt an macht sich der neue Mitbewohner bemerkbar. Mal erhalten die Kinder Briefe mit kleinen Aufgaben, mal spielt der Gast einen Streich oder dekoriert das Haus um.

Laden am Neuen Markt hat sich auf Wichtel spezialisiert

"Das Thema spricht alle an – quer durch die Generationen. Die Kinder freuen sich, die Mütter toben sich aus und Oma und Opa machen mit, damit bei ihnen auch ein Wichtel ist", erklärt Elisabeth Fink, Inhaberin des Bastelfachgeschäfts Bastelbogen24 in Lohne. Der Laden am Neuen Markt hat sich auf Wichtel spezialisiert. So fand dieses Jahr eine "Wichtelwoche" statt, bei der jeden Tag ein anderes Bastelprojekt rund um das Thema Wichtel angegangen wurde.

Es muss nicht schwer sein: Eine einfache Wichteltür kann aus Holzspaten und einem kleinen Knauf gebastelt werden. Darauf können die Bastler dann aufbauen. E.WenzelEs muss nicht schwer sein: Eine einfache Wichteltür kann aus Holzspaten und einem kleinen Knauf gebastelt werden. Darauf können die Bastler dann aufbauen. E.Wenzel

Vinks Tochter Marleen ruft Familien dazu auf, selbst eine Wichteltür aufzustellen. "Das fördert die Vorstellungskraft, weil man den Wichtel nicht sehen darf. Sonst darf er nicht wiederkommen. Wenn er gesehen wird, verliert er die Zauberkraft", erklärt sie. Fantasie und Kreativität seien für Heranwachsende besonders wichtig.

Auch in den sozialen Medien wird die Begeisterung für die kleinen Weihnachtselfen ausgelebt. Auf Instagram können Bastelfreunde ihre eigene Wichteltür an den Laden schicken. Dort werden sie präsentiert. "Es sind teilweise Kunstwerke, die entstehen", sagt Elisabeth Vink.

Werbung funktioniere über soziale Medien ganz gut, mein Marleen Vink, die den vor einem Jahr eingerichteten Instagram-Account betreut. Foto: HeinzelWerbung funktioniere über soziale Medien ganz gut, mein Marleen Vink, die den vor einem Jahr eingerichteten Instagram-Account betreut. Foto: Heinzel

Erhältlich sind Wichteltüren auch im Internet. Unter www.bastelfink.de sind die Materialien in sogenannten Kreativboxen zu kaufen. Darin enthalten ist das Material für ein Bastelprojekt samt Anleitung. Die Idee eines eigenen Online-Auftritts und die Boxen sind erst während der Corona-Pandemie ein Teil des Angebotes geworden.

Zu Beginn der Krise hatte der Laden noch keinen richtigen Internetauftritt – der alte wurde aufgegeben. "Im Kreativbereich lohnt es sich nicht, Einzelteile über das Internet zu verkaufen", erklärt Elisabeth Vink. Doch dann kam Corona. "Wir haben festgestellt, dass wir uns nach außen mehr präsentieren müssen." Mit den beantragten Corona-Hilfen bauten sie eine neue Homepage auf. "Damit wir gefunden werden und um den Kunden zu zeigen, was wir haben", erläutert Marleen Vink. Ihre Mutter ergänzt: "Auch überregional."

Kunden finden Informationen über die neue Homepage

Unter www.bastelbogen24.de erhalten Kunden nun Informationen zum Laden und seinen Produkten, zum Team — und natürlich einige Basteltipps. "Bis jetzt ist die Resonanz gut", sagt Marleen Vink und ergänzt: "Früher wurden wir über Google nicht gefunden." Inzwischen kämen die Kunden in den Laden und würden ein Gespräch mit der Aussage beginnen: "Ich habe auf eurer Homepage gesehen ..."

"Der Kunde hat die Idee, wir das Material."Elisabeth Vink, Inhaberin des Bastelfachgeschäfts Bastelbogen24 in Lohne

Das Einzugsgebiet hat sich nach Angaben der Vinks ebenfalls vergrößert. Früher konzentrierte sich der Kundenstamm auf Lohne und Vechta. Aktuell kämen auch Anfragen aus der weiteren Umgebung. "Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Beratung, das macht einen Fachmarkt vor Ort aus", sagt Marleen Vink. Die Do-it-yourself-Bewegung sei stark gewachsen. "Der Kunde hat die Idee, wir das Material", sagt Elisabeth Vink.

Wie viele Mitgliedsunternehmen eine oder mehrere Corona-Hilfen in Anspruch genommen haben, dazu kann die Industrie- und Handelskammer (IHK) Oldenburg aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Angaben machen. Wie das Geld verwendet wurde, ebenfalls nicht.

Erfolgsrezept Kreativboxen: Elisabeth (links) und Marleen Vink entwickelten innerhalb eines halben Jahres ihren Online-Shop Bastelfink. Foto: HeinzelErfolgsrezept Kreativboxen: Elisabeth (links) und Marleen Vink entwickelten innerhalb eines halben Jahres ihren Online-Shop "Bastelfink". Foto: Heinzel

Anders sieht die Lage beim zweiten Projekt der Steinfelder Familie Vink aus. Nachdem der Bastelbogen eine zweite Heimat im Internet gefunden hatte, nahm das Mutter-Tochter-Gespann am Förderprogramm "Digital aufgeLaden" des Landes Niedersachsen teil. Laut IHK Oldenburg haben aus dem Landkreis Vechta bislang 15 Unternehmen eine Förderung bei dem Programm erhalten.

Die Initiative war der Anreiz für die beiden Frauen, einen eigenen Online-Shop zu errichten. Eine Agentur betreute sie dabei. Damit einhergehend entwickelte das Gespann die Kreativboxen. Ein halbes Jahr verging von der Planung bis zur Umsetzung des "Bastelfinks", der vor 3 Monaten an den Start ging.

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