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Hotelbetreiber fühlen sich von Politik vergessen

Über schwerfällige Entscheidungen ärgern sich Stephan Thomann und Meike Schlömer-Thomann vom Cloppenburger Hotel Schlömer. Im Video zeichnen sie ein düsteres Bild von der Gastronomie in der Zukunft.

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Hoffen auf eine Perspektive: Stephan Thomann und Meike Schlömer-Thomann kritisieren die Politik. Foto: Hermes

Hoffen auf eine Perspektive: Stephan Thomann und Meike Schlömer-Thomann kritisieren die Politik. Foto: Hermes

Über die schwerfällige und behäbige Politik ärgern sich Stephan Thomann und Meike Schlömer-Thomann vom Cloppenburger Hotel Schlömer. Beide befürchten, dass es in der Hotelszene und Gastronomie zahlreiche Insolvenzen geben wird, die Branche fühle sich vergessen.

„Vergesst das Super-Wahljahr 2021 und handelt endlich parteiübergreifend für die Bürger, Wähler und Steuerzahler. Bekämpft geschlossen und mit aller Kraft die Pandemie“, fordert Thomann. Er kritisiert, dass Unternehmer und Selbstständige Maßnahmen viel unbürokratischer und schneller abwickeln. Oftmals seien diese schon tätig gewesen, bevor es die Verordnung zur Pflicht gemacht hat: „Und zum Dank durfte die Gastronomie zweimal als Erstes schließen“.

So haben die beiden kurzerhand selbst Schnelltests gekauft, um „auch hier vor der Welle zu sein und vielleicht endlich mal wieder öffnen zu dürfen. Auch wenn das schwierig wird, da die Hälfte des Personals inzwischen weg ist und bei Bäckern oder im Einzelhandel arbeitet“, erklärt Thomann. Zudem habe man in Hygienekonzepte, Lüftungsanlagen, Masken und vieles mehr investiert. Bei jeder Ministerpräsidentenkonferenz habe man die Hoffnung auf Perspektiven. „Die Gastrobranche fällt aber immer wieder hinten rüber.“

„Ich bin weder politikverdrossen, geschweige denn Corona-Leugner. Die Politik gibt zurzeit aber kein gutes Bild ab, siehe Maskendeals der CDU undCSU oder das Spenden-Dinner von Jens Spahn“Stephan Thomann

Ihrer Meinung nach werde die Pandemie auch langfristige Folgen haben. So dürften Hotels, die größtenteils Tagungsgäste beherbergen, mit weniger Auslastung rechnen. In der Pandemie hätten Unternehmen gemerkt, dass Konferenzen auch gut per Video abgehalten werden können.

„Ich bin weder politikverdrossen, geschweige denn Corona-Leugner. Die Politik gibt zurzeit aber kein gutes Bild ab, siehe Maskendeals der CDU und CSU oder das Spenden-Dinner von Jens Spahn“, sagt Thomann. Zudem frage er sich, warum jetzt Frisöre und Blumenhändler öffnen dürfen: „Ich gönne es ihnen, aber ist das gerecht?“

Sie selbst würden die Pandemie überstehen, weil Schlömer-Thomann Eigentümerin des Hotelgebäudes und er hauptberuflich in einer anderen Branche tätig ist. Zudem habe man Unterstützung durch die November- und Dezemberhilfen bekommen. Dennoch befürchte er eine andere Art von Gastronomie in der Zukunft. Das bringen sie mit einem Video, das in den sozialen Medien geteilt wird, zum Ausdruck.

Künftig nur eingeschränkte Restaurant-Öffnungszeiten

So plane das Hotel künftig unter anderem mit eingeschränkten Restaurant-Öffnungszeiten mangels Personal. Zudem seien Preiserhöhungen unumgänglich, um erlittene Verluste auszugleichen. „Sollte der Betrieb nicht wieder so laufen wie vor der Pandemie, haben wir auf jeden Fall einen Plan B. Wir sind da kreativ“, sagt das Ehepaar.

Die Politik solle nun das Tempo bei Impfungen und Schnelltests verschärfen. Zudem bringt Thomann eine Impfpflicht ins Spiel: „Natürlich erst, sobald jeder ein Impf-Angebot hatte.“

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