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HGV beklagt mangelnde Unterstützung durch die lokale Politik

Bei der Mitgliederversammlung standen die verkaufsoffenen Sonntage und die Probleme mit der Gewerkschaft Verdi im Fokus. Doch der HGV-Vorstand konnte auch Erfolge vermelden.

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Zankapfel verkaufsoffene Sonntage: Mit der Besucherresonanz sind die HGV-Mitglieder zufrieden, mit den Klagen der Gewerkschaft Verdi und mit dem politischen Rückhalt nicht. Foto: C. Passmann

Zankapfel verkaufsoffene Sonntage: Mit der Besucherresonanz sind die HGV-Mitglieder zufrieden, mit den Klagen der Gewerkschaft Verdi und mit dem politischen Rückhalt nicht. Foto: C. Passmann

Sowohl bei den Friesoyther Maitagen als auch bei der Aktion "Stadt in Kinderhand" war der Vorstand des Friesoyther Handels- und Gewerbevereins (HGV) mit den Besucherzahlen und der Resonanz mehr als nur zufrieden. "Es war einfach sensationell", meinte der HGV-Vorsitzende Frank Hanneken in seinem Jahresbericht auf der mäßig besuchten Mitgliederversammlung im Hotel Landhaus Pollmeyer in Vordersten-Thüle. Dabei, so Hanneken, habe man nicht gerade die Unterstützung der Stadt erhalten.

Der Besuch in den Geschäften indes sei hervorragend gewesen, zumal viele Neukunden den Weg in die Läden gefunden hätten. "Wir haben mit den beiden Veranstaltungen überregional eine 'Duftmarke' gesetzt", sagte Hanneken. "Die Handschrift des HGV ist unverkennbar.“ Ausruhen könne man sich auf den Lorbeeren allerdings nicht. Vielmehr sei man bestrebt, weiterhin große Energie in die Events zu stecken, um noch attraktiver für die Besucher zu werden.

Kompromiss hat zu "Flickenteppich" geführt

Kritik gab es erneut am Verhalten der Gewerkschaft Verdi bezüglich des Eisenfestes. Verdi hatte (wie berichtet) gegen den verkaufsoffenen Sonntag geklagt – sehr zum Unmut der Friesoyther Händler. Entgegen den Maitagen und Stadt in Kinderhand durften zum Eisenfest die Geschäfte nur in bestimmten Straßenzügen öffnen. "Das Verwaltungsgericht hat aufgrund des zeitlichen Drucks nur zwei Optionen aufzeigen können: Entweder Komplettversagung oder eine Begrenzung des Genehmigungsareals auf die veranstaltungsintensiven Straßenzüge", so Hanneken.

Dieser ausgehandelte Kompromiss sei überhaupt nicht im Sinne des HGV gewesen und habe zu einem Flickenteppich geführt. "Wir haben uns klar positioniert und gesagt: Entweder alle öffnen oder keiner", betonte Hanneken. "Vielleicht hätte sich die Richterin mal von ihrem Amtssessel erheben müssen und sich die Geschäftslage vor Ort ansehen müssen. Dann wäre sie möglicherweise zu einer anderen Entscheidung gekommen.“

"Haben wir denn keinen Rückhalt aus der hiesigen Politik?", fragte Elisabeth Benning vom Modehaus Thien. "Das wäre doch ein gutes Signal, wir brauchen doch die verkaufsoffenen Sonntage.“ Eher ernüchternd die diesbezügliche Einschätzung des stellvertretenden HGV-Vorsitzenden Markus Block: "Nicht ganz viel. Auch Gespräche mit der Gewerkschaft würden nichts bringen. Das hat keinen Zweck, das ist vergeudete Zeit", so sein Eindruck.

Beteiligung an HGV-Aktionen zu gering

Klar positionierten sich die Mitglieder bei der Stadtguthabenkarte. Der Geschenkgutschein ist bei zahlreichen teilnehmenden Händlern, Gastronomen und Dienstleistern in und um Friesoythe einlösbar. Allerdings ausgeschlossen davon sind Tankstellen und der Lebensmitteleinzelhandel. Als Erfolg stuften die HGV-Mitglieder den HGV-Podcast mit Lars Cohrs ein. Im landesweiten Ideenwettbewerb "Gemeinsam aktiv – Handel(n) vor Ort" zählte der Podcast zu den 12 Preisträgern, die mit 3000 Euro ausgezeichnet wurden.

Auch jenseits der verkaufsoffenen Sonntage ist der HGV aktiv. Gemeinsam mit der Bürgerhospitalstiftung hat er eine Adventskalenderaktion zugunsten des Friesoyther Krankenhauses gestartet. "Es sind noch Kalender zu haben", betonte Block. Kritik gab es vom Vorsitzenden an der geringen Beteiligung der Mitglieder an bestimmten Veranstaltungen. Sei es die Radtour, die Aktion "Energiesparfuchs" oder der Vortrag von Professor Gerrit Heinemann. Jüngster Rückschlag: die Absage des geplanten HGV-Balles am 19. November. Das wird bei den nächsten verkaufsoffenen Sonntagen sicher anders sein, hofft der Vorstand. Die Maitage 2023 finden vom 28. bis 30. April und Stadt in Kinderhand am 2. Juli statt. Das Eisenfest ist am 17. September.

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