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Heißer Sommer?

Kolumne: Perspektiven - Bekommen wir in diesem Jahr wieder so einen heißen Sommer? Die Prognosen fallen unterschiedlich aus.

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Noch in dieser Woche, am 20. Juni und dann 17 Minuten vor Mitternacht, ist astronomischer Sommerbeginn. Immer öfter wird in den kommenden Jahren dieses Ereignis nun auf den 20. Juni fallen. Gegen Ende des Jahrhunderts wird der 20. häufiger vorkommen als der 21.

Wir erinnern uns: Dank ungewöhnlicher Hitze und großer Trockenheit brach der letzte Sommer einige Rekorde. In Deutschland wurden mehrfach Lufttemperaturen von mehr als 40 Grad Celsius gemessen, aus Lingen (Ems) wird der Topwert mit 42,6 Grad Celsius angegeben. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) war der Sommer 2019 der drittwärmste seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.

Droht nun der am Wochenende beginnende Sommer ähnlich schweißtreibend zu werden? Noch fallen die Wetter-Prognosen recht unterschiedlich aus, obwohl einige Modelle zumindest für die Sommermonate einen weiteren Dürresommer angekündigt hatten. Ob das so wird, muss sich zeigen.

"Für einen Hitzesommer gibt es zumindest in Deutschland momentan keine deutlichen Anzeichen."Steffen Wittkowske, Professor an der Universität Vechta

In der Jahreszeitenvorhersage des DWD etwa wird eine im Vergleich mit dem "Normalwette"“ um 0,5 bis 1 Grad höhere Durchschnittstemperatur für den Zeitraum von Juni bis August prognostiziert. Das wäre ein leicht zu warmer Sommer, aber keinesfalls ein deutlich zu heißer oder gar ein Hitzesommer. Dabei zeigte sich das Frühjahr 2020 bereits ungewöhnlich warm: Mit 9,2 Grad Celsius lag der Temperaturdurchschnitt laut Deutschen Wetterdienst um 1,5 Grad über dem Normalwert. Für einen Hitzesommer gibt es zumindest in Deutschland momentan keine deutlichen Anzeichen.

In den kommenden Tagen geht es im Norden und im Osten Deutschlands sommerlich warm weiter, Werte über 30 Grad Celsius sind absehbar nicht zu erwarten. Auch wenn es in den zurückliegenden Tagen durchaus einmal heftiger regnete, für die Land- und Forstwirtschaft ist die aktuelle Situation mehr als besorgniserregend.

Sommermonate könnten wenig Regen bringen

Bislang fiel lediglich die Hälfte des erhofften Regens. Aktuell hat Deutschland noch ein sehr großes Regendefizit. Es wäre dringend weiterer Niederschlag nötig, auch wenn bis zum Wochenende länger andauernde und ergiebige Regenfälle auftreten können. Entlang einer Linie zwischen Bremen und Dresden können sogar kräftige Schauer und Gewitter auftreten.

Die seit dem Sommer 2018 vorherrschende Trockenheit hat schon jetzt gravierende Folgen, die Flusspegel und in einzelnen Regionen die Grundwasserstände sanken kontinuierlich, die Böden sind ausgetrocknet. Die Trinkwasserspeicher sind lange noch nicht wieder gefüllt. Die Sommermonate könnten, so die Prognosen, erneut weniger Regen als üblich bringen. Das ohnehin schon große Niederschlagsdefizit würde sich noch weiter vergrößern, das wäre fatal.

Kurz vor Sommerbeginn lässt sich allerdings keine zuverlässige Antwort auf die gern gestellte Frage geben: Wie wird das Wetter, bleibt es so oder wird es sich in Kürze ganz anders präsentieren? Zunehmend sommerliches Juni-Wetter kann sich vielleicht erst zum Monatsende entwickeln, einige Wettermodelle sagen, dass der Sommer im Juli sogar außergewöhnlich warm und trocken ausfallen könnte. Oder doch nicht?

Vielleicht bekommen wir in diesem Jahr einfach mal wieder einen typisch deutschen Sommer ab, einen echt mitteleuropäischen Sommer, so wie er eben immer einmal war, ein Sommer von der wechselhaften Sorte. In ihm wechseln sich dann immer wieder warme bis heiße Phasen mit kühlen und nassen ab. Und im Übergangsbereich gibt es dann heftige Schauer und Gewitter, meist würde dann sehr viel Regen vom Himmel fallen. Und: Es bleibt also erst einmal abzuwarten, welche Wetter-Überraschungen der Sommer 2020 für uns bereithält.


Zur Person:

  • Steffen Wittkowske (61) ist Professor für Didaktik des Sachunterrichts an der Universität Vechta.
  • Den Autor erreichen Sie per E-Mail an info@om-online.de.

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