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Harald Rösler nimmt Abschied von der VR-Bank Dinklage-Steinfeld

Der langjährige Vorstand des Geldinstituts geht zum 31. Januar in den Ruhestand. Fast 44 Jahre war er als Banker tätig. Fernab aller Bilanzen war die Nähe zu den Kunden ihm immer ein Herzensanliegen.

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Ein Banker mit sozialem Gewissen: Der langjährige Vorstand Harald Rösler nimmt Abschied von der VR-Bank Dinklage-Steinfeld. Der 65-Jährige blickt auf viele Jahre des Wachstums zurück, in denen ihm aber auch andere Bilanzen wichtig waren. Foto: Timphaus

Ein Banker mit sozialem Gewissen: Der langjährige Vorstand Harald Rösler nimmt Abschied von der VR-Bank Dinklage-Steinfeld. Der 65-Jährige blickt auf viele Jahre des Wachstums zurück, in denen ihm aber auch andere Bilanzen wichtig waren. Foto: Timphaus

Die Kartons sind so gut wie gepackt. In Kürze räumt Harald Rösler endgültig sein Büro bei der VR-Bank Dinklage-Steinfeld. Der langjährige Vorstand des Geldinstituts geht zum 31. Januar 2022 in den Ruhestand. Von seinem Team und seinen Kunden verabschiedet sich der 65-Jährige am Donnerstag in Steinfeld und einen Tag später in Dinklage. "Die Tür steht offen. Natürlich erfolgt alles unter Einhaltung der Corona-Regeln", sagt der Steinfelder, der nach eigenen Worten einige emotionale Momente erwartet.

Auf eine große Abschiedsfeier muss Rösler pandemiebedingt verzichten. Im Rückblick auf fast 44 Jahre als Banker, davon knapp 35 Jahre bei der Genossenschaftsbank, kommt bei ihm dennoch Zufriedenheit auf. "Der Job hat mir immer Freude bereitet." Eine schönere Aufgabe hätte es für ihn nicht geben können, sagt er. "Ich hatte großes Glück und empfinde Dankbarkeit, dass mir mein Beruf auch viel geschenkt hat."

Wie früher beim Fußball als Verteidiger, unter anderem bei Grün-Weiß Mühlen, sieht sich Rösler als Teamplayer. Entsprechend fällt auch sein Fazit aus. "Es war eine gute und sehr anspruchsvolle Zeit, mit vielen Herausforderungen. Bei der Lösung dieser Aufgaben konnte ich mich immer auf ausgezeichnete Vorstandskollegen, auf einen unterstützenden Aufsichtsrat und auf eine tolle Mannschaft in unserer Bank verlassen."

Leo Bitter hatte große Pläne mit Rösler

Rösler begann seine berufliche Laufbahn am 1. August 1978 bei der Kreissparkasse Diepholz. Nach einer Zwischenstation bei der Volksbank Oldenburg folgte am 1. April 1987 der Wechsel zur Volksbank Steinfeld. Der damalige Vorstand Leo Bitter hatte große Pläne mit dem damals 31-Jährigen. In Montabaur bildete sich Rösler deshalb zum Diplom-Bankbetriebswirt fort.

1992 wurde er Prokurist. Anfang 2000 stieg er zum Vorstand auf. 2002 fusionierte die Volksbank Steinfeld mit der Spar- und Darlehnskasse (Spadaka) Dinklage zur VR-Bank Dinklage-Steinfeld. Diesen "wichtigen und richtigen" Schritt bezeichnet Rösler als einen Meilenstein. Ebenfalls in diese Aufzählung gehören der große Umbau der Steinfelder Geschäftsstelle im Jahr 2006 und das Jubiläum "125 Jahre VR-Bank Dinklage-Steinfeld" im Jahr 2013.

"Da wollte ich trotz aller Sparsamkeit auch immer großzügig sein."Harald Rösler, scheidender Vorstand der VR-Bank Dinklage-Steinfeld

Zum Vorstand des Geldinstituts gehören neben Rösler noch Benno Fangmann, der im Juli dieses Jahres ebenfalls ausscheidet, sowie Ralph Schröder und Thomas Niemann. Nach einer Phase des Übergangs steht das Duo für die Zukunft der VR-Bank Dinklage-Steinfeld. Schröder übernimmt den Vertrieb und das Handelsgeschäft. Dieser Bereich oblag bisher Rösler. Thomas Niemann leitet bald allein den Produktions- und Steuerungsbereich der Bank. Dieses Aufgabenfeld verantwortet er bisher mit Fangmann.

Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht, welche Entwicklung die Genossenschaftsbank unter Röslers Ägide genommen hat. Ende 1999 zählte die Volksbank Steinfeld 25 Mitarbeiter und verzeichnete eine Bilanzsumme von 140 Millionen D-Mark. Bei der Fusion 2002 brachte die Steinfelder Bank ein Vermögen von 80 Millionen Euro ein, das Dinklager Kreditinstitut steuerte 130 Millionen Euro bei. Heute steht die VR-Bank Dinklage-Steinfeld bei einer Bilanzsumme von 585 Millionen Euro. 86 Angestellte arbeiten aktuell in den beiden Geschäftsstellen in Steinfeld und Dinklage.

Doch Rösler sind nicht nur die nackten Zahlen wichtig. Ihm lagen laut eigener Aussage vor allem die Ausbildung und die Sicherung von Arbeitsplätzen am Herzen. Auch die soziale und kulturelle Bilanz der Bank, die Förderung von Ehrenamt, Jugend und Kultur, bezeichnet er als essenziell. "Da wollte ich trotz aller Sparsamkeit auch immer großzügig sein."

Kontakt zu den Menschen war das Salz in der Suppe

Die Vielfalt des Berufs hat Rösler immer gereizt und motiviert. "Mal habe ich eine Waschmaschine finanziert, dann wieder einen gewerblichen Neubau." Der Kontakt zu den Menschen sei stets das Salz in der Suppe gewesen. Überhaupt: die Kundennähe – sie sieht Rösler als große Stärke der VR-Bank. "Diese enge Bindung darf man nicht verlieren", sagt er.

Zwar hatte ihn die ausufernde Regulatorik zuletzt etwas in seiner Euphorie ausgebremst, erzählt der Steinfelder. Dennoch sieht er die VR-Bank gut aufgestellt, auch bei der Bewältigung der "Mammutaufgabe" des digitalen Wandels.

Ein Loblied auf die Südoldenburger Mentalität

Ein Grund für Optimismus ist für ihn die Südoldenburger Mentalität. "Wir leben in einem Umfeld, in dem Unternehmen einfach Lust auf Innovationen und Fortschritt haben." Es sei sagenhaft, sagt Rösler, dass die Menschen trotz schwieriger Bedingungen "etwas Eigenes", ein Eigenheim, haben wollten. "Es geht uns gut, weil es den Menschen gut geht", lautet sein Erfolgsrezept für die VR-Bank.

Nach seinem Abschied will Rösler laut eigener Aussage "meine Freizeit sortieren" und freut sich auf etwas mehr Flexibilität im Alltag. Seit einigen Monaten ist er – vorerst als Gasthörer – an der Universität Vechta unterwegs und besucht Vorlesungen in Politikwissenschaft sowie Ethik und Wirtschaft. 

Im Vorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU Steinfeld-Mühlen ist Rösler schon länger aktiv – und hat sein Engagement nun auch auf Kreisebene ausgeweitet. Er möchte sich mehr bei der CDU einbringen, sagt er, "aber eher in der zweiten Reihe". Und dann ist da noch die Familie: Ehefrau Monika und Sohn Kai hätten ihm immer den Rücken frei gehalten. Sein Vater Erwin ist mittlerweile 91 Jahre alt. Ende September wurde Enkelin Paula geboren.

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